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Autor Thema: Mutter (56) ist arbeitslos: Wie jetzt vorgehen?  (Gelesen 424 mal)

AlterGaul und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Lumpi99

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Mutter (56) ist arbeitslos: Wie jetzt vorgehen?
« am: 13. August 2019, 13:30:44 »
Wird ein wenig länger......

Meine Mom hat 15 Jahre bei einem Sanitärbetrieb als Haushaltshilfe gearbeitet und dabei gerade mal 5 € (!) die Stunde bekommen (25 Std./Woche).
Da mein Stiefvater ganz gokay verdient hat (1.700€ netto) ging das einige Zeit klar, obwohl das natürlich schon damals ein Witz war.
Ihr ging es aber im Laufe der Zeit immer schlechter, ihr wurde nichts gedankt, sie wurde immer mieser behandelt (wie ne Dienstmagd, wenn überhaupt), gerade von den Kindern ihrer "Chefs", die ihr nur noch das dreckige Geschirr und ihre Schuhe hingeschmissen haben und sich bei Mammi/Daddy beschwert haben, wenn irgendwas nicht gemacht worden ist etc.

Sie hat uns jahrelang zuhause die Ohren vorgeheult, bis wir es irgendwann nicht mehr ertragen haben, da sie schon kurz vor nem Nervenzusammenbruch stand. Vor nem Jahr hat sie endlich Nägel mit Köpfen gemacht und hat endlich gekündigt!

Dann natürlich erstmal Erleichterung und ein paar Wochen "Urlaub" und sich dann wieder auf Jobsuche begeben. Hat dann auch prompt in nen Haushalt was gefunden (3 mal die Woche/ jew. 4 Stunden/ 13(!)€ pro Stunde/unbefristet).
Das hat dann bis Februar gehalten, bis man sie entlassen hat, weil sich das Ehepaar, das sie einstellte hat scheiden lassen und der Mann sie nicht mehr bezahlen wollte/konnte und ein Hausverkauf im Raum stand.
Die Familie wohnt jetzt übrigens immernoch in dem Haus und selbst der Mann ist wohl noch nicht ausgezogen; so viel dazu......
War natürlich sehr traurig und auch sauer, hat sich aber nicht unterkriegen lassen und weitergesucht und hat wieder ne Stelle (im April) in nem Haushalt gefunden, allerdings diesmal nur als 450€-Kraft und damit nam das jetzige Drama seinen lauf........

Sie hat nur einmal überhaupt Geld gesehen (zu wenig), keine Lohnabrechnungen bekommen und angemeldet hat man sie auch nicht. Im Juni wurde sie per SMS(!) "gekündigt" und ist seitdem freigestellt. Auf ne schriftliche Kündigung wartet sie bis heute genauso wie auf ein Arbeitszeugnis und den ausstehenden Lohn.
Hat jetzt nen Anwalt kontaktiert und will/muss die Sache jetzt darüber regeln lassen. Der kann ihr nicht versprechen, dass sie nen möglichen Prozess gewinnen wird, da ihr ex-Chef wohl bei Arbeits - und Strafgericht recht bekannt ist und u.a. wegen Betrug und Insolvenzverschleppung vorm Richter stand.
Lebt jetzt von Erspartem und meinem Stiefvater (der geht allerdings in nem Jahr in Rente).
Ihre Krankenversicherung bezahlt sie auch selber......

Problem ist jetzt: Sie findet für sich nichts mehr!
Ist jetzt 56, hat zwar Verkäuferin gelernt, aber das war halt vor 35 Jahren und hat seit dem auch nie mehr in dem Beruf gearbeitet. War seitdem entweder Hausfrau oder Haushaltshilfe.
Sie will nicht mehr Vollzeit arbeiten, ist körperlich nicht mehr so belastbar, nicht mobil.
Außerdem hat sie kein aktuelles Foto, keinen Lebenslauf, hat noch nie ne Bewerbung (am Rechner) geschrieben und ihre PC-Kenntnisse sind praktisch nicht vorhanden. Auch kennt sie sich mit Jobportalen überhaupt nicht aus und weiß da auch nicht so recht, wie und nach was sie suchen und auf was sie achten soll.
Hat all ihre Stellen bis jetzt über Mund-zu-Mund-Propaganda oder Stellenanzeigen in der Zeitung gefunden.
Aber das wird halt immer schwieriger; jetzt im Sommer sowieso.
Dazu kommt noch, das sie auf keinen Fall zum Amt will und sie panische Angst vor Hartz-IV hat. Problem ist dabei auch, ob sie überhaupt was bekommen würde, da mein Stiefvater (Anmerkung: die beiden sind nicht verheiratet, aber seit 20 Jahren zusammen) ja ein Vollzeitgehalt hat und ich zumindest noch offiziell da gemeldet bin (wohne aber de facto nicht mehr da) und nen 450€-Job habe. Dazu kostet die Wohnung ordentliche 750€ Miete (90m²) und ich bezweifle, dass das Amt was dazu gibt.

Sie hat jetzt echt Existenzängste und das Rumsitzen und die Ausweglosigkeit machen sie fertig. Sie hat Angst zum Sozialfall zu werden und im Zweifel bis zur Rente vom Amt verwaltet und von Maßnahme zu Maßnahme geschoben zu werden oder auf ewig von meinem Stiefvater abhängig zu sein.
Ihr geht es jetzt wirklich schlecht und ich habe das Gefühl,seitdem sie aus dem 5€-Job raus ist klebt ihr das Pech an den Hacken.

Sie will eigentlich nur noch für die nächsten 6-7 Jahre nen anständigen Job, der ihr einigermaßen auskommen beschehrt, um dann in Ruhe in Rente gehen zu können (wird allerdings auch nicht hoch sein.)
Bin mittlerweile auch ratlos, denn mehr als Hilfestellung geben kann ich auch nicht und ich bin ja auch froh, das ich jetzt erstmal wieder was gefunden habe.

Hat hier irgendjemand nen Rat, was sie jetzt tun sollte bzw. was wir als Familie jetzt machen können?
Life is pain

Offline Sheherazade

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Re: Mutter (56) ist arbeitslos: Wie jetzt vorgehen?
« Antwort #1 am: 13. August 2019, 13:34:42 »
Lebt jetzt von Erspartem und meinem Stiefvater (der geht allerdings in nem Jahr in Rente).
Ihre Krankenversicherung bezahlt sie auch selber......


Sind die beiden nicht verheiratet? Ok, habe es gelesen. ALGII würde sie sowieso nicht bekommen, da müssen sich die beiden jetzt mal was einfallen lassen. Würden sie heiraten, hätte dein Stiefvater eine bessere Steuerklasse und deine Mutter wäre bei ihm versichert.

Wenn sie weiter als Haushaltshilfe arbeiten möchte, dann sollte sie die örtlichen Portale wie Ebay-Kleinanzeigen oder die örtliche Facebookgruppe (mit deiner Hilfe) durchforsten und sich dort anbieten. Schwarze Bretter beim Laden an der Ecke sind auch sehr beliebt.
"Wie hast du den Vogel zum Singen gebracht, Momo? Niemand hat das bisher geschafft!" "Ich denke, man muss ihm auch zuhören, wenn er nicht singt!" (M.Ende)

Offline Birgit63

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Re: Mutter (56) ist arbeitslos: Wie jetzt vorgehen?
« Antwort #2 am: 13. August 2019, 14:36:49 »
Ganz ehrlich. Ich finde auch, dass sie nach so langer Zeit heiraten sollten. Schon, damit deine Mutter abgesichert ist. Sie bekommt ja keine Witwenrente, wenn deinem Stiefvater mal verstirbt. Wenn man schon so lange zusammenlebt, dann ändert sich durch eine Heirat nur die finanzielle Seite und zwar zum Positiven.

Online coolio

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Re: Mutter (56) ist arbeitslos: Wie jetzt vorgehen?
« Antwort #3 am: 13. August 2019, 17:09:56 »
Geeenau - meine Lebensplanung lasse ich durch Arbeitgeber, Jobcenter, Arbeitsagentur, den Schupo an der Ecke  und weiter  bestimmen!  :wand:
mannomann......
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Re: Mutter (56) ist arbeitslos: Wie jetzt vorgehen?
« Antwort #4 am: 13. August 2019, 17:10:14 »
 :danke:
Ich profitiere permanent unmittelbar von Menschenrechtsverletzungen.

Offline crazy

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Re: Mutter (56) ist arbeitslos: Wie jetzt vorgehen?
« Antwort #5 am: 13. August 2019, 21:16:18 »
Ums mal klar zu machen.
Deine Mutter und dein Stiefvater sind im SGB 2 eine Versorgungs und Einstehensgemeinschafr. Bedeutet das Gehalt deines Stiefvaters wird abzüglich Freibetrag genommen und errechnet ob noch ein Bedarf da ist.
Die Wohnung wird wohl dann unangemessen sein und als erstes gäbe es mit der eventuellen  Bewilligung  von ein paar Euro dann die Aufforderung zur Kostensenkung= günstigere Wohnung suchen.

Aber: deine Mutter hat jahrelang sozialversicherungspflichtig gearbeitet sollte sich daher unverzüglich bei Alg 1 arbeitslos melden. Ggf gibt es nämlich Arbeitslosengeld 1 und damit auch die KV.

Das mit der Heirat ist nicht abwegig,erleichtert die finanzielle Situation erheblich denn leider sind immer noch langjährige eheähnliche Beziehungen nicht gieich denen die genau so leben jedoch die Unterschrift beim Standesamt geleistet haben. Die Ausnahme bildet hier nur das SGB 2,dort ist man gleichgestellt ohne,dass man Unterhalt erfolgreich einklagen könnte beim verdienden Lebensgefährten .
Aber,wird nur sehr wenig sein bei dem geringen Einkommen,die Kosten für die Versorgung und KV kann dein Vater beim Finanzamt steuerlich geltend machen.

Arbeit im Haushalt wird überall gesucht;Frage ist ja ob sie das körperlich überhaupt noch zusätzlich zum eigenen Haushalt in Lebenshaltungssicherndem Ausmaß durchhält.
13 bis 14 Euro /h sind durchaus üblich darunter sollte sie nur müde lächeln wenn sie es noch machen will. Im Privathaushalt wird Leistung in kurzer Zeit verlangt,ist was anderes als wenn die Hausfrau gemütlich durchs Haus mit zwischendrin Kaffee wuselt. Sie könnte das auch mit Gewerbeanmeldung auf Rechnung machen,ist nicht viel Aufwand und im Bereich Kleinbetragsrechnung brauchts keine Umsatzsteuerausweisung. Das ist für Privathaushalte oft auch interessant,geht aber nur bei mehreren Stellen sonst "Scheinselbständig" Könntest Du mal ausrechnen ob das was wäre

Offline Lumpi99

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Re: Mutter (56) ist arbeitslos: Wie jetzt vorgehen?
« Antwort #6 am: Heute um 16:53:23 »
Ums mal klar zu machen.
Deine Mutter und dein Stiefvater sind im SGB 2 eine Versorgungs und Einstehensgemeinschafr. Bedeutet das Gehalt deines Stiefvaters wird abzüglich Freibetrag genommen und errechnet ob noch ein Bedarf da ist.
Die Wohnung wird wohl dann unangemessen sein und als erstes gäbe es mit der eventuellen  Bewilligung  von ein paar Euro dann die Aufforderung zur Kostensenkung= günstigere Wohnung suchen.

Aber: deine Mutter hat jahrelang sozialversicherungspflichtig gearbeitet sollte sich daher unverzüglich bei Alg 1 arbeitslos melden. Ggf gibt es nämlich Arbeitslosengeld 1 und damit auch die KV.

Das mit der Heirat ist nicht abwegig,erleichtert die finanzielle Situation erheblich denn leider sind immer noch langjährige eheähnliche Beziehungen nicht gieich denen die genau so leben jedoch die Unterschrift beim Standesamt geleistet haben. Die Ausnahme bildet hier nur das SGB 2,dort ist man gleichgestellt ohne,dass man Unterhalt erfolgreich einklagen könnte beim verdienden Lebensgefährten .
Aber,wird nur sehr wenig sein bei dem geringen Einkommen,die Kosten für die Versorgung und KV kann dein Vater beim Finanzamt steuerlich geltend machen.

Naja, offiziell war die Stelle nie sozialversicherungspflichtig, deswegen geht ALG-I ja nicht. Das ist ja das Dilemma!

Es gibt übrigens Neues:

Meine Mom hat mal bei der Knappschafft angerufen und da wurde ihr gesagt, das man sie nicht mal angemeldet hat; sie ergo die Zeit über schwarz gearbeitet hat! Hat sie natürlich sofort ihrem Anwalt gesagt und der meint, das sie sich da erstmal keine sorgen machen soll, das sie ja davon ausgehen musste, das alles ordnungsgemäß abläuft usw.

Aber weil die Zeit langsam drängt, wird der Anwalt jetzt ein schreiben aufsetzen, wo ihr (Ex-)Chef aufgefordert wird, meine Mom ordentlich zu kündigen und ihr das noch ausstehende Gehalt zu zahlen (mittlerweile über 1000€). Und dann wird man schauen müssen was passiert. Ich gehe davon aus gar nicht und es wird zu nem Verfahren kommen. Und ob sie das gewinnt, weiß keiner (obwohl sie im Recht ist).

Theoretisch darf sie ja nicht mal nen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben, da sie ja offiziell nich nicht entlassen wurde......
Life is pain

Offline Sheherazade

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Re: Mutter (56) ist arbeitslos: Wie jetzt vorgehen?
« Antwort #7 am: Heute um 17:00:10 »

Theoretisch darf sie ja nicht mal nen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben, da sie ja offiziell nich nicht entlassen wurde......

Natürlich darf sie.
"Wie hast du den Vogel zum Singen gebracht, Momo? Niemand hat das bisher geschafft!" "Ich denke, man muss ihm auch zuhören, wenn er nicht singt!" (M.Ende)