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Autor Thema: Zwingen in Notunterkunft  (Gelesen 3990 mal)

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Offline Angie69

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #60 am: 14. September 2019, 13:01:45 »
Ich sehe es schon auch so dass die Chance des TE sehr sehr gering ist gegen Leistung der Nutzungsentschädigung (nicht mehr KdU) noch in der Wohnung bleiben zu dürfen bis er eine neue gefunden hat.

Da muss sich der te jetzt voll reinhängen und ob sich der VM drauf einlässt  :weisnich:
Deshalb auch der dringende Rat sich umgehend an das zuständige Amt zu wenden.
Auch zb Caritas berät

https://www.caritas-berlin.de/beratungundhilfe/berlin/wohnungsnot/wohnungsnot

Ja schade das der te erst 1 Minute vor 12 Uhr aufgewacht ist. Aber tun muss er jetzt etwas.
„Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut werden, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist. "

Offline kaykaiser

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #61 am: 14. September 2019, 23:53:07 »
Bekommt man 2 Beratungshilfescheine?

In der Regel nicht. Außerdem hat bereits ein Gericht der Räumungsklage des VM entsprochen, somit ist dieses Urteil nach einer Woche rechtskräftig geworden und nicht mehr anfechtbar, da ich hier nichts von einer fristgemäßen Berufung lesen kann. Deshalb wirst Du auch keinen Beratungsschein mehr in dieser Sache bekommen, weil keine Chance eines Obsiegens vorliegt.

Diese Unternehmungen hättest Du sofort in Angriff nehmen müssen, als noch keine Räumungsklage eingereicht wurde. Zu dieser Zeit hättest Du auch beim SG notfalls eine Klage wegen der Ablehnungen der BK-Nachzahlungen einreichen müssen. Offensichtlich ist dies aber von Deiner Seite nicht geschehen. Jetzt jedenfalls ist es definitiv zu spät dazu.

Ich bin ebenso der Meinung, dass es sich hier nicht um ein "Wohlverhalten" des Vermieters handelt, sondern einzig und allein darum, dass nicht an jedem Tag ein Gerichtsvollzieher zur Verfügung steht, der die Zwangsräumung zeitnah durchführen kann. Sobald er einen Termin frei hat, wird i.d.R. die Wohnung dann innerhalb von etwa zwei bis drei Stunden geräumt sein. Egal, ob Du bis dahin eine neue Wohnung hast, oder auch nicht. Und mit Sicherheit wird nach einem überfälligen und unwidersprochenem Urteilsspruch keine Post mehr zur Benachrichtigung der Räumung an Dich kommen. Wenn der GV erstmal vor der Tür steht, ist es zu Ende mit der Mieterei. Sorry, aber ich hätte Dir lieber auch etwas Positiveres geschrieben, aber dafür ist es jetzt leider zu spät.  :weisnich:
"Ich habe viel Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest hab’ ich einfach nur verprasst." - George Best

Ich habe nichts gegen Kritiker. Ich komme aus Ironien, das liegt direkt an der sarkastischen Grenze.

Offline Galina1

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #62 am: 15. September 2019, 00:05:27 »
Hallo  Benjamin:
Der Gerichtsvollzieher muss sich auf jeden Fall drei Wochen vorher ankündigen und auch die zuständigen Behörden bei drohender Obdachlosigkeit informieren.

Höre nicht auf solche Leute!
Angie und andere haben dir gute Ratschläge gegeben.

Offline Angie69

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #63 am: 15. September 2019, 09:17:38 »
Ich finde man sollte dem TE jetzt nicht noch mehr Angst machen. Wir wissen nicht was für eine Erkrankung er hat zb könnte er Depressionen haben. Die Angst könnte ihn davor abhalten die dringend nötigen Schritte zu gehen. Und hätte nützt ihm halt leider nichts mehr.

Das er sich der Realität stellen MUSS ist ihm hoffentlich klar
Was den VM angeht, der kann ihm nicht antworten. Was auch? Er hat sehr viel Geld in die Räumungsklage gesteckt und kann jetzt schlecht auf so eine Anfrage sagen ja klar sie dürfen bleiben.

@Benjamin
Hol dir den Beratungsschein und geh zur Caritas. Dort bekommst du nicht nur Hilfe wegen der Wohnung bzw was mit dir wird wenn geräumt wird, sondern du kannst auch fragen ob sie dir etwas Geld geben. Die Caritas gibt da oft kleine spenden zw 20 bis 50€ die man nicht zurück zahlen muss. Aber ob du da etwas bekommst kann ich dir nicht versprechen frag bitte.

Im Übrigen muss der Gerichtsvollzieher nicht nur ankündigen wann er kommt sondern er muss auch das Amt für obdachlose verständigen, wenn Obdachlosigkeit droht. Also du wirst dann nicht auf die Straße geschickt. Trotzdem solltest du vorher handeln um deine Zukunft zu beeinflussen.

Erkundige dich nach den ganzen Hilfen für es gibt. Deutschland hat ein gut aufgestelltes soziales Netz man muss es nur nützen und sein Arxxx bewegen  :zwinker:

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Offline Benjamin

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #64 am: 15. September 2019, 12:47:01 »
Ich finde man sollte dem TE jetzt nicht noch mehr Angst machen. Wir wissen nicht was für eine Erkrankung er hat zb könnte er Depressionen haben. Die Angst könnte ihn davor abhalten die dringend nötigen Schritte zu gehen. Und hätte nützt ihm halt leider nichts mehr.

Das er sich der Realität stellen MUSS ist ihm hoffentlich klar
Was den VM angeht, der kann ihm nicht antworten. Was auch? Er hat sehr viel Geld in die Räumungsklage gesteckt und kann jetzt schlecht auf so eine Anfrage sagen ja klar sie dürfen bleiben.

@Benjamin
Hol dir den Beratungsschein und geh zur Caritas. Dort bekommst du nicht nur Hilfe wegen der Wohnung bzw was mit dir wird wenn geräumt wird, sondern du kannst auch fragen ob sie dir etwas Geld geben. Die Caritas gibt da oft kleine spenden zw 20 bis 50€ die man nicht zurück zahlen muss. Aber ob du da etwas bekommst kann ich dir nicht versprechen frag bitte.

Im Übrigen muss der Gerichtsvollzieher nicht nur ankündigen wann er kommt sondern er muss auch das Amt für obdachlose verständigen, wenn Obdachlosigkeit droht. Also du wirst dann nicht auf die Straße geschickt. Trotzdem solltest du vorher handeln um deine Zukunft zu beeinflussen.

Erkundige dich nach den ganzen Hilfen für es gibt. Deutschland hat ein gut aufgestelltes soziales Netz man muss es nur nützen und sein Arxxx bewegen  :zwinker:

Dankeschön Angie!
Ja, so wie besprochen, morgen ein Beratungsschein für Anwalt.
Mir sind die Konsquenzen klar!
Auch ist mir, dass der Gerichtsvollzieher ohne vorherige Anmeldung hier auftaucht. Das machen sie in Berlin ab und zu, kommt vor. Im Schlimmsten ist mir auch das klar.
Ja, ich bin mehrfach erkrankt.
Dir und einigen anderen vielen Dank!

Offline Angie69

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #65 am: 15. September 2019, 13:28:22 »
Tipp mit der Caritas hast du gesehen?

https://www.caritas-berlin.de/beratungundhilfe/berlin/wohnungsnot/wohnungsnot

Dort kannst du dich auch beraten lassen wegen deinen Erkrankungen. Ob es Hilfestellungen für dich gibt und auch kurzfristig Überbrückung bis dein Geld da ist. Nur Anwalt reicht hier denke ich nicht.

Viel Glück viel Kraft  :empathy:

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Offline Hartz4Zeuge

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #66 am: 15. September 2019, 21:31:46 »
Das Jobcenter kann die Wohnung dem Mieter zuweisen wenn die Miete übernommen wird
Die Miete wird direkt an den Vermieter überwiesen
Der Gerichtsvollzieher darf dann keine Räumung durchführen
Dazu sollte sich der TE einen Anwalt nehmen

Offline coolio

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #67 am: 15. September 2019, 21:40:06 »
Quelle/Rechtsgrundlage?
Εν οίδα οτι ουδέν οίδα (Sokrates) alias: Scio nescire - zu deutsch: null Ahnung
Wer redet oder telefoniert, der verliert!
I'm with intelligents - hopefully!

Offline Angie69

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #68 am: 15. September 2019, 21:46:05 »
Soweit ich gelesen habe ist nicht das Jobcenter dafür zuständig sondern das entsprechende Amt, dass auch der Gerichtsvollzieher verständigen würde

Dieses zb

https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-soziales/obdachlosenhilfe-leistungen-nach-dem-asylblg/artikel.114074.php

Der te geht morgen den Beratungsschein holen und bekommt dann hoffentlich schnell einen Termin bei einem Anwalt

Caritas ergänzend da er te kein Geld hat. Wäre mein Gedanke gewesen da man sich dort in akuten Notsituationen eine Spende geben lassen kann zur Überbrückung und die können auch ggfs helfen und vermitteln
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Offline Hartz4Zeuge

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #69 am: 15. September 2019, 21:49:29 »
Wenn der TE gesundheitliche Probleme hat ist ein Umzug unzumutbar
Das Thema hatten wir schon hier im Forum

Offline Angie69

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #70 am: 15. September 2019, 22:03:46 »
Ja nur der Räumungstitel ist bereits vorhanden. Her geht nichts mehr ohne Anwalt und viel Glück.
Ich würde mich freuen wenn der te berichtet was er morgen bereits erreichen konnte

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Offline JoJo

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #71 am: 15. September 2019, 22:55:58 »
Möglichkeit: Räumungsschutz bei gerichtlicher Entscheidung nach § 721 ZPO

Offline Orakel

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #72 am: 16. September 2019, 08:42:53 »
§ 721 Abs. 1 ZPO: Wird auf Räumung von Wohnraum erkannt, so kann das Gericht auf Antrag oder von Amts wegen dem Schuldner eine den Umständen nach angemessene Räumungsfrist gewähren. Der Antrag ist vor dem Schluss der mündlichen Verhandlung zu stellen, auf die das Urteil ergeht. Ist der Antrag bei der Entscheidung übergangen, so gilt § 321; bis zur Entscheidung kann das Gericht auf Antrag die Zwangsvollstreckung wegen des Räumungsanspruchs einstweilen einstellen.

§ 721 Abs. 2 ZPO: Ist auf künftige Räumung erkannt und über eine Räumungsfrist noch nicht entschieden, so kann dem Schuldner eine den Umständen nach angemessene Räumungsfrist gewährt werden, wenn er spätestens zwei Wochen vor dem Tag, an dem nach dem Urteil zu räumen ist, einen Antrag stellt. §§ 233 bis 238 gelten sinngemäß.

§ 721 Abs. 1 ZPO: Die Räumungsfrist kann auf Antrag verlängert oder verkürzt werden. Der Antrag auf Verlängerung ist spätestens zwei Wochen vor Ablauf der Räumungsfrist zu stellen. §§ 233 bis 238 gelten sinngemäß.

Mit der irrigen Annahme, der Vermieter würde den TE über den Ablauf der Räumungsfrist hinaus "dulden", hat sich der TE selbst ins Knie geschossen!
Rechtlicher Hinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.
Ein Blick ins Buch und zwei ins Leben // wird die rechte Form dem Geiste geben. (Johann Wolfgang von Goethe)
Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

Offline Benjamin

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #73 am: 16. September 2019, 17:02:55 »
Hallo Angie und alle die Experten, die hier ehrlich geholfen haben und sich bemüht haben, vielen Dank!

Angie, ich habe den ganzen Tag an dich gedacht.
Die Nachricht des Tages: ich habe einen Beratungshilfeschein bekommen!!!
Mit einem Anwalt hatte ich bereits Kontakt und er sagt (schreibt), dass er, wenn ein Vollstreckungstermin feststeht, Vollstreckungsschutz beantragen möchte, die Vorraussetzungen seien hier gegeben, falls bis dahin immer noch keine Wohnung gefunden ist.
Der Anwalt sagte, dass er sich zuerst eine Übersicht über den Stand der Dinge verschaffen muss, wo was liegt und was wie weit fortgeschritten ist.

Das ist eine sehr große Sache! Danke.

Dann schreibt mir die Abteilung zuständig für Vollstreckung des Amtsgerichts, dass unter meinem Aktenzeichen des Gerichts kein Vorgang zu ermitteln sei / zu finden sei.
Was auch immer das heißen mag.

Ich bin erst mal sehr froh über die Sache mit dem Anwalt. Er sagte mir, keine Sorge, das kriegen wir hin.

Zugchef Werner Angie und einige andere, die hier auch neu geschrieben haben, vielen Dank!

Offline Angie69

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Re: Zwingen in Notunterkunft
« Antwort #74 am: 16. September 2019, 17:12:57 »
Das freut mich ehrlich sehr für dich.
Kann mir vorstellen welcher Stein dir vom Herzen gefallen ist.

Hoffentlich kommt morgen oder übermorgen dein Geld dann ist wenigstens auch diese Zeit vorbei.

Und jetzt dran bleiben und immer den Anwalt informieren wenn etwas ist.

Wohnungssuche dokumentieren das ist auch noch wichtig. Falls es der Anwalt noch nicht gesagt hat. Dann sieht man das du trotz Bemühen nichts finden kannst

LG  :empathy:  :ok:
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