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Autor Thema: Benötige eine neue Fernbrille, da meine alte funktionsunfähig geworden ist!  (Gelesen 1628 mal)

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Offline Sheherazade

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Augenärzte schreiben keine Rezepte für Brillen, sondern Verordnungen.

Brillenverordnung
"Wie hast du den Vogel zum Singen gebracht, Momo? Niemand hat das bisher geschafft!" "Ich denke, man muss ihm auch zuhören, wenn er nicht singt!" (M.Ende)

Ein Spiegelbild der Gesellschaft: "Warum sorgen nicht alle anderen mit all ihren Kräften dafür, dass es MIR gut geht?" Schuld sind immer nur die anderen...

Offline Birgit63

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Genau und die Brille muss man dann selbst bezahlen.

Offline Sandy22

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@petermicha:

Da fehlen keine Details. Es ist bekannt, dass die Krankenkassen nur in Sonderfällen für die Kosten einer Sehhilfe aufkommen. Meine Augen sind nicht so schlecht, das einer der Sonderfälle auf mich zutrifft, dennoch bin ich auf eine Brille angewiesen.

Im Klartext: Ich bin auf eine Brille angewiesen, ansonsten verschlechtern sich meine Augen, und dadurch kann ich nicht einer Arbeit oder Qualifizierung nachkommen :no: :no: :no:.

Ich habe jetzt schon Probleme damit, da ich ja meine defekte Brille trage :sad: :sad: :sad:.


Sonderfälle, wo die Krankenkasse die Kosten übernimmt sind:

Wer eine neue Brille kaufen möchte, fragt sich natürlich: wer übernimmt die Kosten? Was zahlt meine Krankenkasse? Denn die Preise für Brillen sind dank zahlreicher Online-Optiker zwar leicht rückläufig, aber dennoch sind Brillen nicht aus der Portokasse zu bezahlen: Im Schnitt kosten eine Einstärkenbrille über 200 Euro, eine Gleitsichtbrille sogar über 900 Euro. Mehr dazu siehe: Was kostet eine Brille?

Viele ältere Menschen können sich noch an Zeiten erinnern, zu denen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Brille - zumindest anteilig - übernahmen. Diese Zeiten sind allerdings vorbei.

Am 1. Januar 2004 trat eine von der Rot-Grünen-Bundesregierung unter Gerhard Schröder initiierten Gesetzesnovelle in Kraft, nach der Brillen nicht mehr in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören (damals wurde z.B. auch die Praxisgebühr eingeführt). Ziel war es, die Leistungen der Krankenkassen zu reduzieren, um die Lohnnebenkosten stabil zu halten. Seither übernehmen die Krankenkassen nur noch in einigen wenigen Ausnahmen die Kosten. Dabei gilt eine sehr differenzierte Gebührenordnung. Grundsätzlich werden nur noch die Kosten für die Brillengläser bezuschusst, nicht mehr die Brillengestelle.

Bei Kindern bis zum 14. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Brille, wenn sich ohne Sehhilfe eine Verschlechterung der Sehkraft im Alter abzeichnet (was praktisch immer der Fall ist).
Bei Jugendlichen zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr übernimmt die Kasse dann die Kosten für die Gläser, wenn sie von einem Arzt aus medizinischen Gründen verschrieben wird ("Brille auf Rezept"). Für den Sport-Unterricht können sogar Kunststoffgläser verschrieben werden, die Kasse übernimmt dann auch diese zusätzlichen Kosten.
Für Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, besteht der Anspruch auf Sehhilfen, wenn sie auf Grund ihrer Sehschwäche oder Blindheit, entsprechend der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Klassifikation des Schweregrades der Sehbeeinträchtigung, auf beiden Augen eine schwere Sehbeeinträchtigung mindestens der Stufe 1 aufweisen (§ 33 Abs. 2 SGB V).

Und noch eine weitere Information:

Gesetzlich versicherte Patienten mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit von mehr als sechs Dioptrien erhalten künftig eine Sehhilfe auf Rezept. Diese Regelung sei Teil des heute vom Bundestag verabschiedeten Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG), berichtet der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV). Der Verband hatte sich für diese Änderung eingesetzt.

Bis 2003 hatten alle gesetzlich Versicherten mit Sehproblemen Anspruch auf eine Brille. Seitdem gilt bei Erwachsenen: Nur, wer mit Sehhilfe maximal 30 Prozent Sehvermögen hat, dem zahlt die Krankenkasse eine Brille.

Patienten, die ohne Brille kaum etwas sehen können, mit Brille aber mehr als 30 Prozent erreichen, mussten die Kosten dagegen selbst tragen. Nach der neuen Regelung erhalten sie eine Brille, wenn sie nachweislich mehr als sechs Dioptrien haben. Bei einer Hornhautverkrümmung bekommen sie ab vier Dioptrien eine Sehhilfe.

Dem DBSV zufolge tritt die Regelung in Kraft, sobald das Gesetz im Bundesgesetzblatt veröffentlicht ist. Der Verband rechnet Mitte März damit. Bei Kindern und Jugendlichen mussten die Krankenkassen zumindest die Kosten für die Gläser zuvor schon übernehmen. Damit die Kassen eine Sehhilfe bezahlen können, muss diese vom Arzt verordnet werden.


Offline Sheherazade

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Meine Augen sind nicht so schlecht, das einer der Sonderfälle auf mich zutrifft, dennoch bin ich auf eine Brille angewiesen.
Und warum kommt dann keine Brille von Fielmann oder Apoloo oder sonst so etwas für dich in Frage?
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Offline petersmicha

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Danke für die Infos. Mir war diese Regelung der Krankenkassen leider nicht bekannt.

Offline Sandy22

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@Sheherazade:

Wo steht das, dass das nicht für mich infrage kommt?

Das Kaufen der Brille ist jetzt nicht mein Anliegen, es geht jetzt nur um die Finanzierungsmöglichkeit durch das Jobcenter, alles andere kommt später.

Offline Birgit63

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Hier wurden dir mehrere Alternativen aufgezeigt. Das Jobcenter ist dafür nicht zuständig. Jedenfalls nicht für eine Brille, die mehrere 100 Euro kostet. Im Übrigen frage ich mich die ganze Zeit, was eine Fernbrille mit dem Lesen zu tun hat. Eine Fernbrille ist zu Sehen in der Ferne zuständig. Mit der kann man sowieso nicht lesen. Meine Kollegin trägt eine Fernbrille. Auf der Arbeit beim Lesen muss sie sie immer absetzen.

Offline Sandy22

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Birgit63:

Du scheinst keine Ahnung von Brillen zu haben. Jemand der kurz- oder weitsichtig ist, der benötigt dringend eine Fernbrille, das ist total logisch.

Was du immer mit dem Lesen hast, ist für mich nicht nachvollziehbar. Zum Sehen sind die Augen doch da, egal ob man liest, fern sieht oder Ähnliches. Der Vergleich mit deiner Arbeitskollegin ist doch total unlogisch. Was vergleichst du unsere Augen miteinander? Verstehe deine komische Sichtweite nicht. :scratch: :scratch: :scratch:

Wozu haben wir denn deiner Meinung nach sonst Augen?

Und was deine komische Andeutung wegen des Geldes angeht, darüber wurde doch noch gar nicht gesprochen, es geht jetzt erst einmal nur um die Kostenübernahme, wie hoch die dann sein wird, wird sich noch zeigen, aber das werde ich hier nicht zur Diskussion bringen.

Und nur so nebenbei, wenn der Staat Millionen für sinnlose Maßnahme aus dem Fenster wirft, die vom Steuerzahler bezahlt werden, damit die Arbeitslosenstatistik verschönert werden kann, dann wird er bestimmt nicht arm dabei, wenn er die Brille finanziert.

Ich habe eine berufliche Qualifizierung in Aussicht, die tatsächlich mal eine Zukunft hat, und es heißt doch immer, dass das Jobcenter auch fördern soll, eine neue Brille ist doch eine gute Sache, von der dann jede Seite etwas haben wird, das Jobcenter, der Staat und ich.

Offline crippler

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Zitat von: Sandy22 am 05. November 2019, 15:34:10
Und nur so nebenbei, wenn der Staat Millionen für sinnlose Maßnahme aus dem Fenster wirft, die vom Steuerzahler bezahlt werden, damit die Arbeitslosenstatistik verschönert werden kann, dann wird er bestimmt nicht arm dabei, wenn er die Brille finanziert.

Die Aufgabe der JC ist dich in Arbeit zu vermitteln, die Aufgabe der Krankenkasse ist für deine Gesundheit zu sorgen!

Mit deiner Argumentation kannst du ja auch mal bei dir ins Rathaus gehen und fragen, ob deine Gemeinde dir die Brille bezahlt. Davon wird diese auch nicht arm...


Offline Sheherazade

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Du scheinst keine Ahnung von Brillen zu haben. Jemand der kurz- oder weitsichtig ist, der benötigt dringend eine Fernbrille, das ist total logisch.

Ich vermute mal, dass du eher keine Ahnung hast. Was meinst du denn mit "Fernbrille"? Wer kurzsichtig ist, braucht eine Brille um in die Ferne sehen zu können. Wer weitsichtig ist, braucht eine Brille um im Nahbereich sehen zu können. Beide Brillenformen bekommt man für 17,50€ - wo ist da eine Finanzierung notwendig?

Ich bin seit Kindheit an kurzsichtig und brauche erst seit 10 Jahren altersbedingt eine Gleitsichtbrille, da meine Nahsicht altersbedingt nachgelassen hat.
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Offline Ascor

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Würdest du mir bitte sagen wo du eine Brille herbekommst für 17.50€, weil dann kauf ich mir direkt welche. Mit -7 und -6 und einer Hornhautverkrümmung komme ich selbst bei Gestellen für 0 Euro unter 200€ gar nicht raus und

Offline Sheherazade

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Würdest du mir bitte sagen wo du eine Brille herbekommst für 17.50€,

Habe ich weiter oben schon geschrieben.

Zitat
Mit -7 und -6 und einer Hornhautverkrümmung

So massiv ist meine Beeinträchtigung nicht, die der TE wohl auch nicht. Mit den Stärken solltest du aber in die irgendwo weiter oben genannte neue Regelung reinfallen.
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Offline Birgit63

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Mit -6 Dioptrien bekommt man einen Zuschuss von der Krankenkasse. Und zur Information für "Sandy22". Ich habe keine Ahnung von Brillen, ne ich trage nur seit ca. 20 Jahren selbst eine Brille. Erst nur zum Lesen, die hat mich damals bei Apollo ganze 19,90 Euro gekostet und mittlerweile eine Gleitsichtbrille. Die ist zwar teurer. Aber bei unserem Optiker kann ich die mit 0,0 % Finanzierung in Raten bezahlen.

Offline NevAda

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Zitat von: Birgit63 am 06. November 2019, 07:19:10
ich trage nur seit ca. 20 Jahren selbst eine Brille
Ich seit über 40 (mit immer wieder Linsen-Unterbrechungen). Eine Fernbrille, eine, mit der ich auch in der Ferne was erkennen kann. Irgendwann setzte ich sie zum Lesen immer häufiger ab. Und kam zur Gleitsichtbrille. (Momentan habe ich reine Fern-Linsen - brauche dazu dann halt eine Lesebrille...)
Ich profitiere permanent unmittelbar von Menschenrechtsverletzungen.

Offline Orakel

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@Sandy22

Natürlich kannst du dich mit deiner Argumentation auf einen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erfolglosen Rechtsstreit mit dem Jobcenter einlassen. Du kannst aber auch die Hinweise, die du hier erhalten hast zumindest überdenken.

Im Übrigen kann ich diese "Logik"

Jemand der kurz- oder weitsichtig ist, der benötigt dringend eine Fernbrille, das ist total logisch.

auch nicht nachvollziehen. Ich muss allerdings einschränkend sagen, dass ich erst seit etwa 30 Jahren Brillenträger bin und daher auch "eher keine Ahnung von Brillen" habe.

Ich bin aber in der gleichen Situation:

Meine Augen sind nicht so schlecht, das einer der Sonderfälle auf mich zutrifft, dennoch bin ich auf eine Brille angewiesen.

Deshalb trage ich seit Jahren eine Lesebrille von Apollo für knapp unter 20 Euro und wir kommen prima miteinander aus; auch meine Augenärztin, die mich jährlich sehen will, hat keine Einwände.

Wenn es dir tatsächlich um deine Qualifizierung geht, solltest du diese Möglichkeit wirklich noch einmal überlegen.
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Ein Blick ins Buch und zwei ins Leben // wird die rechte Form dem Geiste geben. (Johann Wolfgang von Goethe)
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