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Autor Thema: ausweglose Lage  (Gelesen 2921 mal)

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Gast43792

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Re: ausweglose Lage
« Antwort #90 am: 14. Februar 2020, 00:24:00 »
Zitat von: Charlie am 13. Februar 2020, 20:27:09
Wenn man Vollzeit arbeitet, sollte der Verdienst mindestens 1500,-- Euro netto betragen. Und wenn man die Tätigkeit ausüben kann, ist es egal, ob man dafür einen Berufsabschluss hat.
Ich könnte nun aus dem Nähkästchen plaudern, was Personaler bzw. Chefs von solchen Verdienst-Vorstellungen halten.

Insbesondere wenn man drei abgebrochene Ausbildungen vorzuweisen und damit weder Durchhaltevermögen noch Konsequenz bewiesen hat.

Jeder hat eine zweite Chance verdient, aber wenn auch diese in die Hose geht und die nächste genauso...

Den Rest denke ich mir, da ich den Überfliegern (plural) ihre Illusionen nicht rauben will.

Dann plauder doch mal aus dem Nähkästchen. 1500,- netto ist doch völlig normal. Was sollen Personaler schon davon halten? Kritisch wird es so ab 1800,- netto. Da kann schon mal ein runzeln kommen im Vorstellgespräch (obwohl da ja meist Brutto ca. 2600,- geäußert wird).

Kumpel von mir hat seine 2400,- netto!!! und ist mit Sicherheit  nicht der Megaüberflieger und studiert hat er auch nicht. Vieleicht sollte mal von dem Gedanken weggekommen werden 1200-1300 brutto wäre die Normalität. Neee, das nennt sich prekäre Beschäftigung und Armut.

Offline Angie69

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Re: ausweglose Lage
« Antwort #91 am: 14. Februar 2020, 07:49:12 »
@BErnies

Ich sage nicht dass du und dein neuer Kaffee Kumpel unrecht haben. Auch ich halte eine abgeschlossene Ausbildung nicht für den einzigen weg zu einem guten Verdienst. Jedoch ist es der längere Weg.

Ich vermisse immer noch wie ihr zwei dem te damit helfen wollt was ihr hier schreibt. Es kommen keine Tipps für den te wie er vorgehen sollte. Oder Fragen an den te Interessen, Fähigkeiten usw usw. Daher richtet ihr eher Schaden an statt zu helfen. Auch wenn ihr es sicherlich gut meint.
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Offline CCR

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Re: ausweglose Lage
« Antwort #92 am: 14. Februar 2020, 08:01:06 »
Zitat von: Gast43792 am 14. Februar 2020, 00:24:00
Dann plauder doch mal aus dem Nähkästchen. 1500,- netto ist doch völlig normal. Was sollen Personaler schon davon halten? Kritisch wird es so ab 1800,- netto. Da kann schon mal ein runzeln kommen im Vorstellgespräch (obwohl da ja meist Brutto ca. 2600,- geäußert wird).

Die Zeiten wo ein Personalchef im Vorstand bei Siemens mit einem Realschulabschluß ist sind vorbei.
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Offline Angie69

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Re: ausweglose Lage
« Antwort #93 am: 14. Februar 2020, 08:16:34 »
Der TE steht im Grunde am Anfang. Er kann sich hoch arbeiten mit sehr viel Einsatz und Fähigkeiten. Aber ihm einzureden er könne gleich höchste Löhne verlangen ansonsten wäre er nur ein Arbeitssklave finde ich mies.

Ich würde mich auch nicht in eine Arbeit drängen lassen die ich absolut nicht möchte. Aber wenn ich mich schon auf einen Bewerbungscouch einlasse würde ich auch eigene Vorschläge bringen und mit dem Couch besprechen wie ich Ziele erreichen kann. Innerhalb der eigenen Belastbarkeit.
Mit 30 Stunden zu starten ist doch vernünftig. Wenn der te mehr leisten kann nach einiger Zeit liegt es bei ihm mehr zu arbeiten. Aber im Moment klingt es eher so als wären 30 Stunden die Woche schon sehr viel für den te.

Am wichtigsten finde ich der te findet einen Anfang ins Arbeitsleben.
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Offline crazy

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Re: ausweglose Lage
« Antwort #94 am: 14. Februar 2020, 10:42:01 »
@ Bernies
"In welcher Welt doch manche leben 🤣
Vom Jobcenter gibts erstmal prekäre Jobs unter Sanktionszwang, notfalls über die neuen Teilhabechancen. Da interessiert eine Ausbildung null. Hoch arbeiten kann man sich ganz sicher in 6 Monate befristete Stellen."


Ja,in welcher Welt manche noch leben.

Die DDR ist seit 30 Jahren Geschichte!

 Nein,niemandem wird in Deutschland Arbeit zugewiesen. Ein Mensch,der Arbeiten möchte sorgt selbst dafür,dass er Ausbildung und Arbeit findet!!!
Das JC kann   da vielleicht mit von AG gemeldeten freien Stellen unterstützen indem es diese Anfrage an den arbeitsuchenden weiterleitet. Damit endet es aber auch schon.
Wer es über Jahre nicht selber hinbekommt kann dann mal zur Übung in eine so genannte 1 Euro Maßnahme geschickt werden damit er mal wieder pünktlich aufstehen lernt und Aufgaben unter Zeitdruck zucerledigen. Aber auch das heißt nicht, dass ihm dann Arbeit mit Wunschlohn zugewiesen wird.

Offline Sheherazade

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Re: ausweglose Lage
« Antwort #95 am: 14. Februar 2020, 10:57:15 »
Wenn man sich diesen Teil des Eingangsbeitrages mal in Ruhe und genau durchliest, wird einem die Motivation des TE schon gut klar.

Zu mir... ich bin mittlerweile 32, habe drei Ausbildungen angefangen und aufgrund von Drogenproblemen und psychischer Erkrankung immer kurz vor Ende abbrechen müssen.
Ich beziehe seit nun knapp 6 Jahren Hartz4 und bin gesundheitlich (noch!) auf einem sehr guten Weg, um mein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen.
Mein JC-Berater hatte sehr lange Geduld mit mir
aber seit November letzten Jahres wurde ich zu einem "Bewerbungscoach" geschickt. Versprochen wurde mir, dass er auf meine Situation eingeht und mich unterstützt, bei allen Problemen, die sich so angehäuft haben.
Nach nun mehr als einem viertel Jahr zeigt er aber immer mehr, worum es eigentlich geht und er übt starken Druck auf mich aus, auch wenn er das vielleicht ein bisschen anders als das JC versucht, durch (ich nenne es mal) plumpe Manipulation gepaart mit Arschkriecherei.
Letztlich zählt aber nur eins- mir eine Stelle im Niedriglohnsektor zu beschaffen und ich soll mich dafür auch noch bedanken. Ich habe in der Vergangenheit viele Fehler gemacht und mittlerweile wird mir immer bewusster, was darausz heute resultiert. Ein Praktika hier, ein Praktika da. Bei guter Führung, Fleisz und Pünktlichkeit bekomm ich dann eine Einstellung zum Mindestlohntarif und ich habe unterm Strich weniger Geld zur Verfügung, als ich es aktuell habe.
Zudem einen nervenaufreibenden ( und kostspieligen) Arbeitsweg, Druck, der mich in der Vergangenheit immer wieder krank gemacht hat und eben dieses Gefühl trotzdem der Allerletzte zu sein. Alles, was darausz resultiert ist am Ende nichts wert aber ich weisz einfach nicht, wie ich da wieder rauskomme, ohne das letzte Biszchen, was ich habe, durch Sanktionen auch noch zu verlieren.

Er möchte, dass alles so ist wie es 6 Jahre lang war - ALGII erhalten ohne den Zwang zur Minderung der Hilfebedürftigkeit.
"Wie hast du den Vogel zum Singen gebracht, Momo? Niemand hat das bisher geschafft!" "Ich denke, man muss ihm auch zuhören, wenn er nicht singt!" (M.Ende)

Im Leben braucht man drei Dinge: Die Bescheidenheit, sich anderen nicht überlegen zu fühlen. Den Mut, jede Situation zu bestehen. Und die Weisheit, sich von der Dummheit mancher Menschen nicht beeindrucken zu lassen.

Offline Orakel

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Re: ausweglose Lage
« Antwort #96 am: 14. Februar 2020, 11:08:58 »
Ja,in welcher Welt manche noch leben.

Die DDR ist seit 30 Jahren Geschichte!

Na und? Auch in der DDR wurde niemandem eine Arbeit zugewiesen. Das ergab sich zwangsläufig aus dem Verfassungsrecht auf Arbeit. Qualifikation spielte dabei allerdings auch eine Rolle. Mir drei abgebrochenen Ausbildungen konnte es sein, dass man den Hof kehren durfte ...
Rechtlicher Hinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.
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Offline CCR

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Re: ausweglose Lage
« Antwort #97 am: 14. Februar 2020, 11:10:54 »
Zitat von: crazy am 14. Februar 2020, 10:42:01
@ Bernies
"In welcher Welt doch manche leben 🤣
Vom Jobcenter gibts erstmal prekäre Jobs unter Sanktionszwang, notfalls über die neuen Teilhabechancen. Da interessiert eine Ausbildung null. Hoch arbeiten kann man sich ganz sicher in 6 Monate befristete Stellen."

:sehrgut:
sehr gut auf dem Punkt gebracht, ein kostenlose Kost und Logie wie bei Mama ist da nicht drin.
Zitat von: Orakel am 14. Februar 2020, 11:08:58
Na und? Auch in der DDR wurde niemandem eine Arbeit zugewiesen. Das ergab sich zwangsläufig aus dem Verfassungsrecht auf Arbeit. Qualifikation spielte dabei allerdings auch eine Rolle. Mir drei abgebrochenen Ausbildungen konnte es sein, dass man den Hof kehren durfte ...
ich würde das auch Weltweit so sehen, das sind die besten Leute für solche niedere Arbeiten, nicht jedes Land hat einen Sozialstaat wie die BRD.
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Offline Der Friese

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Re: ausweglose Lage
« Antwort #98 am: 14. Februar 2020, 11:21:40 »


Ich würde mich auch nicht in eine Arbeit drängen lassen die ich absolut nicht möchte. Aber wenn ich mich schon auf einen Bewerbungscouch einlasse würde ich auch eigene Vorschläge bringen und mit dem Couch besprechen wie ich Ziele erreichen kann. Innerhalb der eigenen Belastbarkeit.

Mein Sofa versucht nie mich zur Arbeit zu bewegen. Wir sind ein eingespieltes Team.  :blum:
 
 :sorry:

Offline oldhoefi

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Re: ausweglose Lage
« Antwort #99 am: 14. Februar 2020, 13:15:19 »
@BErnies,

Zitat von: Gast43792 am 14. Februar 2020, 00:24:00
Dann plauder doch mal aus dem Nähkästchen. 1500,- netto ist doch völlig normal. Was sollen Personaler schon davon halten?
Du solltest meinen vorherigen Beitrag im Zusammenhang lesen, vielleicht kommst Du dann selbst dahinter, was ich damit ausdrücken wollte.
Bleib dahoam !

Offline crazy

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Re: ausweglose Lage
« Antwort #100 am: 14. Februar 2020, 14:00:37 »
Ja,in welcher Welt manche noch leben.

Die DDR ist seit 30 Jahren Geschichte!

Na und? Auch in der DDR wurde niemandem eine Arbeit zugewiesen. Das ergab sich zwangsläufig aus dem Verfassungsrecht auf Arbeit. Qualifikation spielte dabei allerdings auch eine Rolle. Mir drei abgebrochenen Ausbildungen konnte es sein, dass man den Hof kehren durfte ...

Irrtum! Es war die verfassungsmäßige Pflicht zur Werktätigkeit! Deshalb mussten vollumfängliche Betreuungen gleich nach Mutterschutz vorhanden sein. Die Pflicht rief! Gabs keinen Platz,das kam vor,bekam man sein Geld und durfte etwas länger dem Arbeitsplatz fernbleiben.
 Viellleicht sollten wir das für Gesamtdeutschland einführen. Verträgt sich aber nicht mit unserem Recht auf freie Entfaltung welche die Berufswahl mit einschließt.
Unsere sozialen Wohltaten werden auf Basis dieses Rechts daher gern missverstanden. Freie Entfaltung und Berufswahl bedeudet eigentlich nicht " Ich bekomme Alg2 bis mir wenn ich Lust habe der mir passende Arbeitsplatz mit passendem Lohn vor die Füße getragen wird"  oder " ich lass mich mit meinen Kindern durchfüttern,weil mit Kindern ist es ja nahezu unzumutbar sein Geld dafür selbst zu verdienen"

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Re: ausweglose Lage
« Antwort #101 am: 14. Februar 2020, 14:02:48 »

Na und? Auch in der DDR wurde niemandem eine Arbeit zugewiesen. Das ergab sich zwangsläufig aus dem Verfassungsrecht auf Arbeit. Qualifikation spielte dabei allerdings auch eine Rolle. Mir drei abgebrochenen Ausbildungen konnte es sein, dass man den Hof kehren durfte ...

Dafür gab es im StGB der DDR den § 249. Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit durch asoziales Verhalten.

(1) Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung und Sicherheit beeinträchtigt, indem er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzieht, obwohl er arbeitsfähig ist, wird mit Verurteilung auf Bewährung, Haftstrafe oder mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft.

Offline Orakel

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Re: ausweglose Lage
« Antwort #102 am: 14. Februar 2020, 14:47:45 »
 :offtopic:

§ 249 STGB - oft zitiert, aber nicht verstanden! Zwischen Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit und Arbeitsscheu musste ein kausaler Zusammenhang bestehen! Wer es sich finanziell leisten konnte, war weder asozial, noch wurde er kriminalisiert.

Art. 24 Abs. 1 VerfDDR (1974) - Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat das Recht auf Arbeit. Er hat das Recht auf einen Arbeitsplatz und dessen freie Wahl entsprechend den gesellschaftlichen Erfordernissen und der persönlichen Qualifikation. Er hat das Recht auf Lohn nach Qualität und Quantität der Arbeit. Mann und Frau, Erwachsene und Jugendliche haben das Recht auf gleichen Lohn bei gleicher Arbeitsleistung.
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