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Autor Thema: AGH - aber wie komme ich hin...?  (Gelesen 941 mal)

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Gast48480

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AGH - aber wie komme ich hin...?
« am: 12. Februar 2020, 12:01:58 »
Hallo. Das Jobcenter möchte mich in eine AGH stecken, das soll demnächst per EGV festgehalten werden. Meine Sachbearbeiterin meinte die Fahrtkosten dafür müsse ich selbst tragen bzw mit den 1€ / Std regeln... ist das so rechtens?

Ich komme da gar nicht problemlos hin. Wir haben seit Anfang des Jahres die Isar Card S aber die darf man erst um 9 Uhr benutzen. Arbeitsbeginn ist aber 8 Uhr und die können keine Stunde dann warten weil das nur der Treffpunkt ist und die woanders hinfahren. Wenn ich 8 Uhr fahren will brauche ich also schon mal eine normale Isar Card und die kostet dann über 160€

... so viel verdiene ich mit maximal 30 Stunden die Woche doch gar nicht... da geh ich ja mit einem fetten Minus raus und muss vom ALG II auch noch was abzweigen...
« Letzte Änderung: 12. Februar 2020, 12:32:09 von Gast48480 »

Offline oldhoefi

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #1 am: 12. Februar 2020, 13:00:58 »
@SarahL,

Zitat von: Gast48480 am 12. Februar 2020, 12:01:58
Meine Sachbearbeiterin meinte die Fahrtkosten dafür müsse ich selbst tragen bzw mit den 1€ / Std regeln... ist das so rechtens?

Zitat
Die Höhe der MAE ist gesetzlich nicht beziffert. Bemessungsgrundlage für die Höhe sind die tatsächlichen Aufwendungen, die für die Teilnahme an der Maßnahme zusätzlich anfallen. Als arbeitsbedingter Mehrbedarf kommen in erster Linie Fahrkosten in Betracht, sowie z. B. auch ein Mehrbedarf für Arbeitskleidung (soweit nicht vom Maßnahmeträger gestellt), Körperreinigung, Wäschewaschen sowie Ernährung. Es kommt hingegen nicht darauf an, ob im Verhältnis zu den geleisteten Arbeitsstunden ein angemessener Stundenlohn gewährt wird.

Die MAE wird nur für tatsächlich geleistete Teilnahmezeiten während des Zuweisungszeitraums gezahlt (d. h. nicht für Krankheitszeiten, Urlaubstage oder andere Fehlzeiten).

Die MAE kann den Teilnehmenden als pauschalierte Leistung gewährt werden. Sofern die Höhe der Pauschale nicht die gesamten zusätzlichen Kosten von einzelnen Teilnehmenden abdeckt, sind der bzw. dem Teilnehmenden auf formlosen schriftlichen Antrag die darüber hinaus anfallenden Kosten zu erstatten.

Teil-Zitat entnommen aus Fachliche Weisung der BA zu § 16d SGB II (Seite 6)

--> https://www.arbeitsagentur.de/datei/dok_ba014267.pdf
Bleib dahoam !

Gast48480

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #2 am: 13. Februar 2020, 12:25:02 »
Danke dir. Habe ne weitere Frage; der Regelsatz für Fahrtkosten steht doch mir privat zur Verfügung und nicht für eine AGH...?


Sehr geehrte Frau ****, ich habe gerade mit Herrn ***** von der ***** gesprochen. Die Fahrtkosten zum ***** sind mit den 1,50 €/Std die Sie für Ihre Arbeit erhalten, abgegolten. Sie starten am 03.03.2020, somit haben Sie noch Ihren Regelsatz zur Verfügung. In diesem Regelsatz ist auch ein entsprechender Anteil für Verkehr und Transport. Die Fahrtkosten mit dem Bus nach ***** betragen mit der Einzelfahrt 3,30 €. Für die Arbeitsaufnahme würde ich Ihnen anraten, dass Sie sich eine Monatskarte kaufen. Nach meinen Recherchen liegen Ihr Heimatort und ***** in Zone 4, daher würde die Monatskarte 55,20 € kosten. Ich würde Sie auch bitten, in Zukunft zu Terminen im Jobcenter die Busverbindung zu nutzen, da die Kosten nach dem SGB II nur für die günstigste Variante gezahlt werden. Mit freundlichen Grüßen *****

Laut meiner Sachbearbeiterin soll ich also mit 35,99€ eine Monatskarte für 55,20€ kaufen und zudem auch noch kostengünstiger zu den Terminen erscheinen die jedesmal so gelegt werden dass ich anrufen und um Terminänderung bitten muss. Jedesmal wenn ich einen Brief mit Termin habe muss ich nachdem Termin mit der S-Bahn in eine bestimmte Ortschaft  fahren von der aus ich ebenfalls wieder nachhause komme. Das ist dann natürlich teurer als wenn ich direkt mit dem Bus die kurze Strecke fahren würde.

Offline Deadpool

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #3 am: 13. Februar 2020, 13:44:58 »
Es gibt eine Aufwandsentschädigung von 1,50 Euro/h. Bei 30h/Woche ausgehend von 20 AT wären das 180 Euro. Die Fahrtkosten sind damit abgedeckt.

Problematisch ist nur der erste Monat. Da musst du nochmal nachhaken.

Offline anne

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #4 am: 13. Februar 2020, 13:48:38 »
Die MAE wird nur für tatsächlich geleistete Teilnahmezeiten während des Zuweisungszeitraums gezahlt (d. h. nicht für Krankheitszeiten, Urlaubstage oder andere Fehlzeiten).

-
und wenn sie über einen längeren Zeitraum krank ist?
Dann hat sie die Monatskarte gekauft und bekommt keine Aufwandsentschädigung?

Offline Deadpool

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #5 am: 13. Februar 2020, 13:53:35 »
Ich glaube, mit der Überlegung kommt man nicht weiter. Krank zu werden, ist bei jeder Tätigkeit ein Risiko. Klingt auch ein bisschen komisch, wenn man wegen einer Sanktion vor Gericht geht mit dem Argument "Ich hätte ja krank werden können..."

Offline anne

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #6 am: 13. Februar 2020, 13:58:44 »
Es soll auch nur eine Überlegung sein.
Sie bekommt die Kosten der Monatskarte im Krankheitsfall nicht zurückerstattet oder?
Bei einer Tageskarte gäbe es dieses Risiko nicht.
Ein Argument gegen die AGH ist das nicht, aber gegen die Monatskarte bzw. die zu niedrige Aufwandsentschädigung.

Offline Deadpool

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #7 am: 13. Februar 2020, 14:27:02 »
Es soll auch nur eine Überlegung sein.
Sie bekommt die Kosten der Monatskarte im Krankheitsfall nicht zurückerstattet oder?
Bei einer Tageskarte gäbe es dieses Risiko nicht.
Ein Argument gegen die AGH ist das nicht, aber gegen die Monatskarte bzw. die zu niedrige Aufwandsentschädigung.

Die Tageskarte kostet lt. Mail 3,30 Euro, also 6,60 Euro/Tag. Mal 20 Arbeitstage sind das 132 Euro. Bei 21 AT sind es 138,60 Euro, immer noch weniger als die 180 Euro Aufwandsentschädigung. Erkläre mir bitte, wieso die 180 Euro zu niedrig sind, wenn selbst die teuerste Beförderung noch unter dem liegt.

Offline anne

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #8 am: 13. Februar 2020, 14:31:39 »
Es war nur ein Gedanke...
Dank deiner Aufrechnung reicht die Aufwandsentschädigung offensichtlich.
Für andere Fälle muß das nicht zutreffen und sollte mit bedacht werden.
Danke

Offline Fettnäpfchen

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #9 am: 13. Februar 2020, 15:07:06 »
ALG2-FAQ
Zitat
Muss ich einen 1 Euro Job annehmen, wenn meine Aufwendungen dafür höher sind als die Aufwandsentschädigung?
Die Zumutbarkeitskriterien in § 10 SGB II gelten gemäß § 10 Abs. 3 SGB II auch für Maßnahmen zur Eingliederung in Arbeit, also AGH usw.
Ein "Sonstiger wichtiger Grund" nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 SGB II liegt u.a. vor, "wenn die Aufwendungen für die angebotene Arbeit höher sind als die Einnahmen aus der Arbeit" (Rz 10.26 der Durchführungshinweise zu § 10 SGB II). Das heißt im Klartext: wenn die Maßnahme des Amtes höhere Kosten verursacht als man dafür als Lohn oder Entschädigung erhält, kann die Maßnahme Folgenlos abgelehnt werden. Bei uneinsichtigen Sachbearbeitern muss man sich allerdings u.U. auf einen Rechtsstreit, d.h. Klage vor dem Sozialgericht, einstellen, um sein Recht auch zu bekommen.

Zitat von: Gast48480 am 13. Februar 2020, 12:25:02
Danke dir. Habe ne weitere Frage; der Regelsatz für Fahrtkosten steht doch mir privat zur Verfügung und nicht für eine AGH...?
Ja für die  sozialkulturelle Teilhabe am Leben, also nicht für Pflichten vom JC.
Nebenbei sind die Werte eine Richtlinie oder so ähnlich und nicht dazu gedacht vom JC zerpflückt zu werden.

Zitat von: Gast48480 am 13. Februar 2020, 12:25:02
Ich würde Sie auch bitten, in Zukunft zu Terminen im Jobcenter die Busverbindung zu nutzen, da die Kosten nach dem SGB II nur für die günstigste Variante gezahlt werden.
Wäre falsch da die tatsächlichen Kosten zu übernehmen sind.

MfG FN
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Gast48480

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #10 am: 13. Februar 2020, 15:56:38 »
Hab ich mir schon gedacht dass das nur ne billige Bitte ist die Busverbindung zu nehmen um zum JC zu gelangen weil nur die tatsächlichen Fahrtkosten gezahlt werden. Ist jemand ein Urteil bekannt dass das JC die tatsächlichen Fahrtkosten übernehmen muss?

Zur AGH ist mir schon klar dass mit 1,50€ pro Monat mit 30 Stunden 180€ zusammenkommen. Das wären derzeit dann 132€ da geplant ist dass ich an 3 Tagen die Woche insgesamt 22 Stunden arbeite. So oder so gehts aber darum dass ich den ersten Monat nicht einfach mal so vorstrecken kann. Dann bliebe mir ja nix mehr bzw könnte ich mit der Fahrkarte die ich tatsächlich kaufen soll keine Termine außerhalb diesen Bereiches wahrnehmen da das Geld dann mit dieser Fahrkarte für einen ganz anderen Bereich gilt.

Problematisch ist halt, ich habe es leider noch nicht erwähnt, dass mir Diabetes diagnostiziert wurde und ich einige Termine wahrnehmen muss die außerhalb der Stadt mit enormer Wartezeit verbunden sind (6 Monate) während man in der Stadt (2 Wochen) schneller dran kommt. Zudem liegt ein Gutachten für dauerhafte psychische Behinderung vor. Ich will ja sogar die AGH machen aber ich kanns nicht vorstrecken und dachte eigentlich dass es ein Darlehen gibt dass man vom ALG II Regelsatz in Raten abgezogen bekommt...

Offline Fettnäpfchen

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #11 am: 13. Februar 2020, 16:08:20 »
SarahL

Zitat von: Gast48480 am 13. Februar 2020, 15:56:38
Problematisch ist halt, ich habe es leider noch nicht erwähnt, dass mir Diabetes diagnostiziert wurde und ich einige Termine wahrnehmen muss die außerhalb der Stadt mit enormer Wartezeit verbunden sind (6 Monate) während man in der Stadt (2 Wochen) schneller dran kommt. Zudem liegt ein Gutachten für dauerhafte psychische Behinderung vor. Ich will ja sogar die AGH machen aber ich kanns nicht vorstrecken und dachte eigentlich dass es ein Darlehen gibt dass man vom ALG II Regelsatz in Raten abgezogen bekommt...
So weit kommt es noch das man ein Darlehen aufnimmt um arbeiten zu dürfen. Wobei fraglich ist ob die AGH überhaupt zulässig ist. Wenn man dass
Zitat von: Gast48480 am 12. Februar 2020, 12:01:58
Arbeitsbeginn ist aber 8 Uhr und die können keine Stunde dann warten weil das nur der Treffpunkt ist und die woanders hinfahren.
so liest.

Hast du schon eine Zuweisung?

Nach deiner gesundheitlichen Schilderung würde ich mal in den Zumutbarkeitskriterien nach § 10 SGB II bei Jobs und Maßnahmen zur Eingliederung schauen ob das nicht abzuwenden wäre.

Im Anhang auf das "tatsächliche Kosten" achten!
MfG FN
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Gast48480

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #12 am: 13. Februar 2020, 18:27:50 »
Nein die Zuweisung soll bald erfolgen, bin am überlegen ob ich mir so nen Beratungsschein fürs Amtsgericht hole und mir über nen Anwalt helfen lasse...wie schon angedeutet; ich will ja die AGH machen und hab generell jeden noch so kleinen unsinnigen Blödsinn vom Jobcenter in meinem Leben schon mitgemacht (vorallem sinnlos Maßnahmen) aber nicht zu dem Preis dass ich Geld vorstrecken muss dass ich gar nicht habe. Das haben die bei der letzten (sinnlos) Maßnahme schon versucht, da sollte ich auch Geld vorstrecken was ich nicht konnte oder mitten im Folgemonat überwiesen so dass ich nicht hingehen konnte. Habe mich dann krank schreiben lassen, darauf wirds diesesmal auch hinauslaufen wenn alle Stricke reissen.

Offline asus1402

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #13 am: 13. Februar 2020, 18:41:37 »
Was ist eine AGH?

Offline Schnuffel01

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Re: AGH - aber wie komme ich hin...?
« Antwort #14 am: 13. Februar 2020, 19:02:26 »
A= Arbeits
G= Gelegen
H= Heit