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Autor Thema: Jobcenter zwingen oftmals zur Rücknahme von Widersprüchen  (Gelesen 1914 mal)

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Offline RedChili

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Re: Jobcenter zwingen oftmals zur Rücknahme von Widersprüchen
« Antwort #15 am: 31. Mai 2020, 00:12:30 »
Es ist schon ok, einen Widerspruch zurück zu ziehen. Man kann das ja vorher von einem Anwalt checken lassen.
Ich bin inzwischen der Meinung. Selbst wenn man sich gut im SGB II auskennt, sollte man für jede Kleinigkeit Beratungshilfe beantragen. Soll der Staat doch zahlen.
Beantragen kann man viel. Es ist immer entscheidend, ob dem Antrag auch stattgegeben wird und da sind die Grenzen bei Beratungshilfe teilweise sehr eng gesteckt.
Zumal auch Beratungshilfe nicht unbedingt kostenfrei ist, da der Anwalt auch die 15,- € vom Antragsteller verlangen kann.

Zitat von: Kontrollwahn am 30. Mai 2020, 20:32:06
Vielleicht kommen sie dann mal auf den Trichter die JC besser zu kontrollieren zu schulen und die Qualität zu sichern.
Kommt mir bekannt vor....


Offline Angie69

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Re: Jobcenter zwingen oftmals zur Rücknahme von Widersprüchen
« Antwort #16 am: 31. Mai 2020, 00:18:32 »
Ich habe halt in Erinnerung wie es mir ging alleine mit Kind.

Später dann ergänzend mit vier Kindern dieses Kleidergeld da Gehalt von meinem Mann und mir jetzt auch nicht soooooo dolle war. Mit Haus und Kindern.

Daher ziehe ich da die Vergleiche was falsch sein mag. Richtig erleben was Hartz 4 bedeutet tu ich ja erst seit meiner Erkrankungen, davor war es immer nur kurz zur Überbrückung, bei Umzug bis Arbeitsbeginn. Daher mag meine Empfindung falsch sein und da bei mir viel falsch gelaufen ist beziehe ich natürlich das auch als Erfahrung mit ein. Was das Bild ggfs auch verfälscht.

Denke du verstehst wie ich das meine.

Ich möchte allerdings nicht in der Situation von Alleinerziehenden sein, ich finde es zu kompliziert für manche und nicht genug Geld. Aber darüber zu diskutieren bringt wenig. Weder du noch ich können es ändern.
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Offline Deadpool

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Re: Jobcenter zwingen oftmals zur Rücknahme von Widersprüchen
« Antwort #17 am: 31. Mai 2020, 00:31:41 »
Man malt sich meistens die Vergangenheit rosarot nach dem Motto "Früher war alles besser."

Aber abgesehen davon, dass die Verwaltungsgerichtsbarkeit keinesfalls so sozial war wie die Sozialgerichtsbarkeit heute, kann ich selbst den umfangreicheren Einmalbeihilfen nicht viel abgewinnen. Sie haben jedenfalls keine Eigenverantwortung gestärkt. Ich erinnere mich noch gut an einen He von mir, der endlich Arbeit gefunden hatte und die nach einem Monat wieder schmiss, weil er damit überfordert war, jetzt alles selbst regeln zu müssen mit Miete, Strom, Kitagebühren. Kitaessen. Klamotten usw.

Offline Angie69

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Re: Jobcenter zwingen oftmals zur Rücknahme von Widersprüchen
« Antwort #18 am: 31. Mai 2020, 00:54:43 »
Gut mit Gericht hatte ich nie etwas zu tun bis vor zwei Jahren da kann ich nichts zu sagen.

Und da ich immer gearbeitet habe, waren diese Einmalhilfen für uns wirklich nur Erleichterungen zusätzlich zu den Gehältern.

Auch heute wird es viele Menschen geben, die mit den Anforderungen des Lebens nicht klar kommen ob es nun Sozialhilfe gäbe wie damals oder Hartz 4. Da muss man sich dann Hilfe holen wenn man es nicht alleine hinbekommt.
Die Menschen sind so unterschiedlich. Man kann so oder so nicht jedem.gerecht werden.

Aber eines stimmt auf jeden Fall, man erinnert sich wirklich mehr an das Positive. Da hast du schon recht, vielleicht habe ich es deshalb auch nur als etwas Positives in Erinnerung.

Ich werde mich jetzt ins Land der hoffentlich schönen Träume begeben.
Gute Nacht
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Offline Unwissender

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Re: Jobcenter zwingen oftmals zur Rücknahme von Widersprüchen
« Antwort #19 am: 01. Juni 2020, 09:29:16 »
Ich glaube es müsste jedem, der über lange Zeit hier im Forum aktiv ist, klar sein mit welchen Methoden teilweise gearbeitet wird.

Wenn JC Mitarbeiter schriftlich oder persönlich auffordern den WS zurückzunehmen und mit Konsequenzen drohen, ist
es ist auch strafbar: Nötigung!
Dumm darf man sein, man muss sich nur zu helfen wissen!

Offline Angie69

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Re: Jobcenter zwingen oftmals zur Rücknahme von Widersprüchen
« Antwort #20 am: 01. Juni 2020, 09:30:46 »
Naja dass wird keiner tun. Das wäre dumm.
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Offline Orakel

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Re: Jobcenter zwingen oftmals zur Rücknahme von Widersprüchen
« Antwort #21 am: 01. Juni 2020, 09:42:35 »
Im Zweifel hilft ein Blick ins Gesetz, hier §§ 13, 14 und 15 SGB I ...
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Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

Offline Ottokar

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Re: Jobcenter zwingen oftmals zur Rücknahme von Widersprüchen
« Antwort #22 am: 01. Juni 2020, 11:34:03 »
Naja dass wird keiner tun. Das wäre dumm.
Was wird keiner tun? Als MA eines JC einem Kunden drohen?
Dem kann und muss ich aus eigener Erfahrung widersprechen. Es gibt sogar MA, die das im Beisein des Richters während einer Verhandlung tun.
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Offline Unwissender

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Re: Jobcenter zwingen oftmals zur Rücknahme von Widersprüchen
« Antwort #23 am: 02. Juni 2020, 10:06:13 »
Naja dass wird keiner tun. Das wäre dumm.


Hast du eine Ahnung! Leider nutzen die Betroffenen das nicht! Die ärgern sich nur und geben auf!
Dumm darf man sein, man muss sich nur zu helfen wissen!

Offline CCR

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Re: Jobcenter zwingen oftmals zur Rücknahme von Widersprüchen
« Antwort #24 am: 02. Juni 2020, 10:21:15 »
mir wurde auch schon einmal bei meinen Widerspruchsbescheid angedeutet das eine Klage ohne Erfolg wäre.  :weisnich:
Meist belehrt erst der Verlust über den Wert der Dinge.

Offline Kontrollwahn

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Re: Jobcenter zwingen oftmals zur Rücknahme von Widersprüchen
« Antwort #25 am: 02. Juni 2020, 14:30:13 »
mir wurde auch schon einmal bei meinen Widerspruchsbescheid angedeutet das eine Klage ohne Erfolg wäre.  :weisnich:
Die versuchen das, weil das besser in ihrer Widerspruchs-Statistik besser aussieht ;)
Da wurde ungefähr unterteilt in " vom Elo zurückgezogen", "von JC zurück gezogen", "stattgegeben", "abgelehnt", "Klage eingreicht"

Offline Ottokar

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Re: Jobcenter zwingen oftmals zur Rücknahme von Widersprüchen
« Antwort #26 am: 03. Juni 2020, 12:08:14 »
Jeder zurückgenommene Widerspruch wirkt sich positiv auf die Arbeitsbilanz des JC aus.
Lt. Statistik der BA wird ca. jeder 9. Widerspruch (8,9%) zurückgenommen, mehr als 55% werden zurückgewiesen.
Ca. 35% werden ganz oder teilweise stattgegeben, was der Zielvereinbarung mit der BA entspricht.
Dabei geht es nicht darum, wieviel Widersprüche berechtigt waren, sondern nur um die Erfüllung der Zielvereinbarung.
Leider wird nur gegen 1/4 der zurückgewiesenen Widersprüche Klage erhoben. Allerdings sind davon ca. 50% ganz oder teilweise erfolgreich.
Betrachtet man dies als repräsentativ, wird jeder 2. zurückgewiesene Widerspruch zu Unrecht zurückgewiesen, um die Zielvereinbarung erfüllen zu können.

=> https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Sanktionen-Widersprueche-Klagen/Sanktionen-Widersprueche-Klagen-Nav.html
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