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Autor Thema: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung  (Gelesen 983 mal)

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Offline Floeti

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #15 am: 22. März 2020, 19:03:14 »
Angesichts dem was gerade passiert ist ein 10 Stunden Job  mündlich kündigen absolut verhältnismäßig.
Absolut verhältnismäßig, dem Arbeitgeber gesetzwidriges Handeln durchgehen zu lassen und einfach mal auf Geld zu verzichten, weil es dem Arbeitgeber ja auch nicht gut geht. Miete zahlt man dann eben nicht und Nudeln gibts es eh keine mehr im Laden... Die Betroffene ist leider vom ALG II ausgeschlossen. ALG I auch, da Minijob. Sie hat bisher auf Bafög verzichtet, um dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen. Es geht hier nicht darum "möglichst viel rauszuholen"  :wand:

Online Ronald BW

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #16 am: 22. März 2020, 19:12:08 »
Klar es geht um eine Studentin die ein Zusatzeinkommen verliert, dadurch Einbußen hat
auch sonst bescheiden haushaltet und jetzt das Geld braucht.

Da ist es ja vollkommen unwichtig wenn Betriebe jetzt reihenweise am Abgrund stehen
Wir haben wenigstens noch das Glück nur mir Einschränkungen den Betrieb weiterzumachen.
Also nicht ganz bankrott zu gehen weil noch Umsatz gemacht werden kann
Also jammere ich nicht rum sondern sehe was noch sicher getan werden kann
Auch wenn es bei uns nicht um ein wichtiges Zusatzeinkommen geht
Bei uns geht es ja NUR um zwei Vollzeitarbeitsplätze die nur 8-10 Tausend Vorsteuer per anno bringen
Vorsteuer die rechnerisch mindestens einem Stützebezieher sein Einkommen sichert
Was ich jetzt nun mal wichtiger finde als den Verlust eines Zusatzeinkommens


Online Sabine13

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #17 am: 22. März 2020, 19:33:26 »
@Floeti

Lass dich nicht von den "wertvollen Tipps" von Ronald BW irritieren.

Auch wenn nun deine Bekannte gegen den Lohnanspruch klagen muß, wäre auch im Falle einer Insolvenz des Gastrobetreibers das Einkommen sicher, weil ihr Insolvenzgeld zusteht. Dieses müßte sie spätestens zwei Monate nach dem Insolvenzereignis bei der Arbeitsagentur beantragen.

Offline Floeti

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #18 am: 22. März 2020, 19:33:51 »
Zitat von: Ronald BW am 22. März 2020, 19:12:08
Klar es geht um eine Studentin die ein Zusatzeinkommen verliert, dadurch Einbußen hat
auch sonst bescheiden haushaltet und jetzt das Geld braucht.
Es geht um eine Studentin, die ihr Haupteinkommen verliert. Am Ende steht sie genauso mit nichts da wie jeder andere.

Online Ronald BW

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #19 am: 22. März 2020, 19:53:26 »
Darum sind ja Hilfen auf dem Weg
Recht oder was steht mir zu und wie kann ich das einklagen ist nun mal kurzfristig jetzt keine Option

Mal ganz davon abgesehen würde ich die befristete Einführung eines BGE von 1500 pro Kopf und Monat für 1 Jahr
als die machbarste und sozial gerechteste Lösung befürworten um eben allen ein Einkommen zu sichern

Ich halte wenig von Stütze nach Klassenzugehörigkeit hier Unternehmer dort ALG2

Online Sabine13

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #20 am: 22. März 2020, 20:01:34 »
Zitat von: Ronald BW am 22. März 2020, 19:53:26
Recht oder was steht mir zu und wie kann ich das einklagen ist nun mal kurzfristig jetzt keine Option
Wer hat denn dazu geraten?

Die junge Frau läßt sich das ihr zustehende Geld für März auszahlen und bietet dann weiter ihre Arbeitskraft an.

So einfach! Wo gibt es hier zeitliche Probleme?

Schwieriger wird es nur, wenn der Gastrobetreiber ihr gleichzeitig einen Auflösungsvertrag unterschreiben läßt, was ich allerdings nicht glaube, zumal sich diese Person wohl weniger in Arbeitsrechtssachen auskennt.


Offline asus1402

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #21 am: 22. März 2020, 20:45:19 »
alleine das "die Tochter einer Freundin" sagt doch schon alles

Online Sabine13

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #22 am: 22. März 2020, 20:49:30 »
... und was ändert sich an der Problematik deswegen?

Offline crazy

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #23 am: 22. März 2020, 22:27:29 »
Dass sie gearbeitet hat ist durch die Lohnzahlung nachgewiesen. Ein schriftlicher AV ist nicht unbedingt zwingend erforderlich,bei Streit jedoch vorteilhaft...
Letztendlich brauchts die schriftliche Kündigung wobei ggf jetzt auch Sonderkündigungsmöglichkeiten bestehen könnten.
Gute Nachricht: Für Studenten besteht wohl in Fällen die sie ohne Arbeit mittellos wären die Möglichkeit Alg2 zu bekommen. Es gibt ja einige im Zweitstudium ohne Kige und BaföG die sich mit Arbeit das Studium finanzieren

Offline Ghostwriter

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #24 am: 23. März 2020, 07:17:29 »
Wenn ich diesen Thread - die Frage - lese, frage ich mich:

• was besteht für ein (Arbeits-)Verhältnis zwischen AG und AN?
• das Arbeitsverhältnis ist ein Minijob
• jetzt auf eine Formalie (schriftl. Kündigung) "rumreiten"?

Das Arbeitsverhältnis wird beendet, und wenn nicht auf diese mdl. Basis spätestens ein 14 Tagen/4 Wochen. D.h. also, diese Studentin gewinnt höchstens 1 Monatseinkommen, aber dadurch verbaut sie sich auch den Weg, dort jemals wieder arbeiten zu können.

Der Weg zum Arbeitsgericht ist verwehrt, weil aufgrund der Betriebsgröße die Zugangsvoraussetzungen nicht gegeben sind (eine Voraussetzung ist, das der Betrieb mehr als 10 Angestellte haben muss!).

Online Sabine13

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #25 am: 23. März 2020, 07:45:59 »
Zitat von: Ghostwriter am 23. März 2020, 07:17:29
Der Weg zum Arbeitsgericht ist verwehrt, weil aufgrund der Betriebsgröße die Zugangsvoraussetzungen nicht gegeben sind (eine Voraussetzung ist, das der Betrieb mehr als 10 Angestellte haben muss!).
So ein Quatsch.  :wand:

Der Weg zum Arbeitsgericht richtet sich nicht nach der Betriebsgröße.

Ob eine Kündigungsschutzklage möglich ist, hängt zwar von der Betriebsgröße ab, die wie hier nicht kennen.

Zitat von: Ghostwriter am 23. März 2020, 07:17:29
• jetzt auf eine Formalie (schriftl. Kündigung) "rumreiten"?
Was ist falsch, sich auf Rechtsnormen zu stützen?

Zitat von: Ghostwriter am 23. März 2020, 07:17:29
diese Studentin gewinnt höchstens 1 Monatseinkommen,
Wie viele Monate sie gewinnt, hängt von der Kündigungsfrist ab und wann ihr formell gekündigt wird.
Und die Kündigungsfrist hängt wiederum von der Betriebszugehörigkeit ab.

Wenn der Gastrobetrieb nun Insolvenz anmelden muss, steht ihr Insolvenzgeld zu, welches für die letzten drei Monate des Arbeitsverhältnisses bezahlt wird, sofern der Arbeitgeber das Gehalt nicht bezahlt hat.

Online AlterGaul

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #26 am: 23. März 2020, 09:21:51 »
Der Weg zum Arbeitsgericht ist verwehrt, weil aufgrund der Betriebsgröße die Zugangsvoraussetzungen nicht gegeben sind (eine Voraussetzung ist, das der Betrieb mehr als 10 Angestellte haben muss!).
Hast du eine Quelle oder Paragraph für diese Aussage?
"The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants."
Thomas Jefferson

Offline Floeti

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #27 am: 23. März 2020, 09:23:33 »
Zitat von: crazy am 22. März 2020, 22:27:29
Für Studenten besteht wohl in Fällen die sie ohne Arbeit mittellos wären die Möglichkeit Alg2 zu bekommen.
Oh, hast du dazu eine Quelle/einen Paragraphen? Bin noch auf dem Stand, dass das bei Studenten, die nicht bei den Eltern wohnen, nicht möglich ist.

Zitat von: Sabine13 am 23. März 2020, 07:45:59
Zitat von: Ghostwriter am 23. März 2020, 07:17:29

    • jetzt auf eine Formalie (schriftl. Kündigung) "rumreiten"?

Was ist falsch, sich auf Rechtsnormen zu stützen?
Ich verstehe auch nicht, was hier das Problem sein soll. Mir wurde auch schon betriebsbedingt gekündigt. Da spricht man über die Situation, händigt mit Bedauern die Kündigung aus und alle wissen, woran sie sind. Das hat auch einfach was mit Respekt zu tun, dass man sich wenigstens an die verdammten Gesetze hält. Aber egal, Thema ist durch. Jetzt erstmal abwarten, ob in den nächsten Tagen vielleicht doch noch die Kündigung eintrudelt.

Offline petersmicha

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #28 am: 28. März 2020, 10:40:08 »
Was für ein Unsinn wird denn hier verbreitet? Zudem scheinen bei einigen die Glaskugeln in Betrieb zu sein.

Grundsätzlich gilt:
- Mündlicher Arbeitsvertrag ist rechtens
- Kündigung muss schriftlich erfolgen
- Kündigungsfristen sind einzuhalten

Erst mal müssen folgende Fragen beantwortet werden:
- Ist es ein Minijob oder ein Teilzeitarbeitsverhältnis?
- Arbeit auf Abruf?
- Wurden monatliche Gehaltsabrechnungen erstellt?
- Wieviele festangestellte Mitarbeiter (Minijobber, Midijobber, Teilzeitkräfte, Vollzeitkräfte)?
- Seit wann im Unternehmen tätig?

Offline Floeti

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Re: Mündliche "Kündigung" wegen Corona-Schließung
« Antwort #29 am: 28. März 2020, 13:30:09 »
Zitat von: petersmicha am 28. März 2020, 10:40:08
Erst mal müssen folgende Fragen beantwortet werden:
- Ist es ein Minijob oder ein Teilzeitarbeitsverhältnis?
- Arbeit auf Abruf?
- Wurden monatliche Gehaltsabrechnungen erstellt?
- Wieviele festangestellte Mitarbeiter (Minijobber, Midijobber, Teilzeitkräfte, Vollzeitkräfte)?
- Seit wann im Unternehmen tätig?

Minijob ohne feste Arbeitszeiten, wenn ich das richtig verstanden habe, aber mit meist 10 Stunden pro Woche. Etwa 75 Angestellte, vermutlich viele Teilzeitkräfte, aber wie genau sich das aufteilt, weiß ich nicht. Sie hat dort das ganze Studium über gearbeitet, also mittlerweile über 3 Jahre. Ich weiß aber nicht, ob doch noch eine schriftliche Kündigung gekommen ist.