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Autor Thema: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit  (Gelesen 1610 mal)

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Offline Aragorn79

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1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« am: 20. April 2020, 13:57:32 »
Zur Zeit läuft noch mein Vertrag mit dem Jobcenter und dem Maßnahmeträger bis einschließlich 24.05.2020.
Diesen 1€ Job mache ich sogar sehr gerne. Es gibt 1,50€ die Stunde plus Fahrtkosten. Das ganze ist ja zum Glück anrechnungsfrei.
Doch jetzt kam Corona dazwischen und seit dem 17. März 2020 bin ich zu Hause, weil der "Laden" quasi dicht ist. Jeden Freitag werde ich angerufen vom Maßnahmeträger. Wie es mir geht und so.
Anfang April bekam ich die Aufwandsentschädigung pünktlich gezahlt. Die 1,50€ wurden berechnet vom 01.03. bis 17.03. . Jetzt wurde mir telefonisch mitgeteilt, das es während der Corona-Zeit kein Geld gibt. Also Fahrtkosten sowieso nicht. Aber die 1,50€ pro Stunde gibt es nicht oder nicht einmal einen Pauschalbetrag bekomme ich überwiesen.

Wer hat ähnliche Erfahrungen? Kann ich dagegen angehen? Beschweren beim Maßnahmeträger oder beim Arbeitsamt? Ich war jeden Tag der AgH anwesend bis zur Corona Schließung. Natürlich weiß ich, das nur bei Anwesenheit gezahlt wird, aber es ist doch ein Außergewöhnlicher Grund, weswegen ich Fernbleiben muss. Ich bin nicht krank und ich habe keinen freien Tag genommen. Ich muss zu Hause bleiben.
Ich sehe es nicht ein, das mir vom 18.03.2020 bis voraussichtlich 04.05.2020 kein Geld zustehen soll?

Oder kann ich beim Jobcenter einen Antrag stellen, das mir die Corona-Zeit hinten rangehangen wird? Also ab 24.05.2020?
« Letzte Änderung: 20. April 2020, 14:16:14 von Aragorn79 »

Offline Ghostwriter

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #1 am: 20. April 2020, 15:13:51 »
....und was ist so schwer zu akzeptieren:

Keine Arbeit = keinen "Lohn" und natürlich auch keine Fahrtkosten!

Dein "Lohn" ist eine sog. Aufwandsentschädigung und kein Lohn im üblichen Sinne. Deshalb:

Kein Aufwand = keine Aufwandsentschädigung!

Zitat von: Aragorn79 am 20. April 2020, 13:57:32
einen Antrag stellen, das mir die Corona-Zeit hinten rangehangen wird

Du kannst selbstverständlich versuchen, eine Verlängerung zu beantragen.

Offline Sabine13

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #2 am: 20. April 2020, 15:19:17 »
Zitat von: Aragorn79 am 20. April 2020, 13:57:32
Beschweren beim Maßnahmeträger oder beim Arbeitsamt?
Das bringt dir nichts, da es hier um eine Maßnahme mit Mehraufwandsentschädigung geht, worauf du aber keinen Rechtsanspruch hast. Wäre es ein rechtliches Arbeitsverhältnis, hättest du u. U. einen Geldanspruch, auch wenn du nicht arbeitest, nicht aber bei einer solchen Maßnahme.

Offline Wuff

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #3 am: 20. April 2020, 15:25:55 »

Oder kann ich beim Jobcenter einen Antrag stellen, das mir die Corona-Zeit hinten rangehangen wird? Also ab 24.05.2020?

Das steht bereits auf deiner Zuweisung, ob Fehltage nachgeholt werden müssen oder nicht

Offline Quinky

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #4 am: 20. April 2020, 22:31:02 »
Fahrtkosten für März:

Fährst Du mit dem eigenen PKW, so wird Tageweise abgerechnet

Fährst Du mit dem ÖPNV und hast eine Monatskarte, so muss die Monatskarte erstattet werden.
Hast Du beim ÖPNV allerdings Einzelkarten, werden auch nur die Tage mit Einzelkarten erstattet.

Die Aufwandsentschädigung wird nur für die gearbeitete Zeit erstattet.

Gruß
Ernie

Offline Aragorn79

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #5 am: 22. April 2020, 13:34:00 »
Vielen Dank für die vielen Antworten.

Ich werde auf jeden Fall eine Verlängerung beantragen.

Offline Moni234

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #6 am: 28. Juli 2020, 22:33:52 »
Hallo, ich mache gerade auch AGH, also 1-EUR Job. Wir habe auch kein Geld bekommen. Dann aber haben wir doch Home-Office gemacht. Alle haben Bescheide von JC bekommen, dass die Teilnahme freiwillig ist, klar wegen Corona. Nun jetzt hat meine Chefin gesagt und entsprechende Briefe an die Teilnehmer verschickt, dass die Freiwilligkeit zum 01.08.2020 augehoben ist. Also ich dachte ,wenn alle Bescheide vo JC bekommen haben über die Freiwilligkeit, dann müss auch JC neu mitteilen, dass die vorbei ist! Ich habe schon nach Weisung usw. gesucht aber nichts gefunden, die alte gillt bis zum 30.06.2020 aber dann keine Neuerung diesbezüglich. Hilfe!

Offline crazy

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #7 am: 29. Juli 2020, 08:54:05 »
Dann müsstest Du wenn die Maßnahme noch läuft ab da wieder hin gehen. Und ob freiwillig oder nicht ist eig egal, wer im Home Office was tun wollte hats getan. Erwartest Du jetzt eine Anweisund, dass ab August alle im Home Office arbeiten müssen?

Offline Moni234

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #8 am: 30. Juli 2020, 16:07:47 »
Also du hast das falsch verstanden! Ich erwarte nix. Ich arbeite schon seit langen freiwillig dort. Ich dachte nur wenn eine Weisung über Freiwilligkeit gegeben hat, dann müss auch eine geben, die die Sache auch offiziel beendet. Dazu sage ich nur, wir sind in s.g Service Center, d.h, Kundenkontakt tagtäglich. Briefe schreiben, Formulare ausfüllen usw.

Offline Quinky

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #9 am: 30. Juli 2020, 17:58:57 »
Ein 1€-Job kann kein Home-Office sein, denn dann ist es ein normalem Lohn.
Beim 1€-Job sind die Arbeiten zusätzlich, d.h. sie können auch 2 Jahre liegen bleiben. Wenn diese Arbeiten jedoch 2 Jahre liegen bleiben können, ist kein Home-Office während der Corona-Zeit erforderlich. Niemand kann das einfordern.
"Moni234" ich sehe das so, Du wirst über den Tisch gezogen und sollst kostenlos arbeiten.

Offline Reno Jackson

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #10 am: 30. Juli 2020, 18:35:25 »
Ein 1€-Job kann kein Home-Office sein, denn dann ist es ein normalem Lohn.
Beim 1€-Job sind die Arbeiten zusätzlich, d.h. sie können auch 2 Jahre liegen bleiben.

Da sieht die Realität aber nicht selten komplett anders aus. Vor allem was die Zusätzlichkeit anbelangt. Ich war jahrelang in verschiedenen Maßnahmen bei einem großen gemeinnützigen Verein. Da habe ich so viele 1-Euro-Jobber kennengelernt und deren Tätigkeiten. Von Zusätzlichkeit konnte man da fast nie sprechen. Und es gab auch manche Heimarbeiter, teilweise feste, teilweise nur phasenweise.

Online Fylou

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #11 am: 30. Juli 2020, 18:39:50 »
Hallo, ich mache gerade auch AGH, also 1-EUR Job. Wir habe auch kein Geld bekommen. Dann aber haben wir doch Home-Office gemacht. Alle haben Bescheide von JC bekommen, dass die Teilnahme freiwillig ist, klar wegen Corona. Nun jetzt hat meine Chefin gesagt und entsprechende Briefe an die Teilnehmer verschickt, dass die Freiwilligkeit zum 01.08.2020 augehoben ist. Also ich dachte ,wenn alle Bescheide vo JC bekommen haben über die Freiwilligkeit, dann müss auch JC neu mitteilen, dass die vorbei ist! Ich habe schon nach Weisung usw. gesucht aber nichts gefunden, die alte gillt bis zum 30.06.2020 aber dann keine Neuerung diesbezüglich. Hilfe!

Meinst du mit dem 30.06. dass die Maßnahme nur bis dahin bewilligt war?
Wenn man alle Gesetze studieren wollte, so hätte man gar keine Zeit mehr, sie zu übertreten.  :blum:
___Johann Wolfgang von Goethe___

Offline Moni234

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #12 am: 30. Juli 2020, 19:00:46 »
nein, die Weisung u.a über Freiwilligkeit der Teilnahme wegen Corona gilt bis 30.06.2020 und die Frage, ob sich das ab 01.07.2020 ändert?

Offline Quinky

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #13 am: 30. Juli 2020, 20:06:50 »
Ein 1€-Job kann kein Home-Office sein, denn dann ist es ein normalem Lohn.
Beim 1€-Job sind die Arbeiten zusätzlich, d.h. sie können auch 2 Jahre liegen bleiben.

Da sieht die Realität aber nicht selten komplett anders aus. Vor allem was die Zusätzlichkeit anbelangt. Ich war jahrelang in verschiedenen Maßnahmen bei einem großen gemeinnützigen Verein. Da habe ich so viele 1-Euro-Jobber kennengelernt und deren Tätigkeiten. Von Zusätzlichkeit konnte man da fast nie sprechen. Und es gab auch manche Heimarbeiter, teilweise feste, teilweise nur phasenweise.

Das fast alle 1€-Jobs rechtswidrig sind, ist allezeit bekannt. Leider lassen sich viele ELOS,s vereinnahmen bzw. sind mit dem 1€ mehr/Stunde zufrieden, da dieser 1€ ja nicht angerechnet werden darf. Das hat an der Rechtswidrigkeit allerdings nichts geändert.
1€-Jobber arbeiten für den Träger kostenlos, d.h. der Träger braucht keinen Lohn zu zahlen, im Gegenteil, zusätzlich bekommt der Träger sogar noch Geld, das er einen 1€-Jobber risikolos beschäftigt, bis zu 500€/Monat!!! Davon bezahlt er die 130 Stunden x 1€ = 130€ Almosen. Kein Risiko, denn wenn der 1€-Jobber krank, keine Aufwandsentschädigung, komplett des Risiko des 1€-Jobbers. Zusätzlich trägt der 1€-Jobber in vielen Fällen noch das Risiko der Fahrtkosten.
Beispiel:
Monatskarte gekauft, 80€ Kosten (es gibt nicht überall Sozialfahrkarten), dann nach 1 Woche krank geworden, 3 Wochen krank, 30 Stunden so nur in dem Monat gearbeitet und 30€ bekommen. Mit diesen 30€ MUSS!!! er die 80€ bezahlen, Ersatz gibt es NICHT!!!
Das die Träger seit 2005 Milliarden € abgegriffen haben, ist weit bekannt!!!
Lediglich durch den 1€-Job fällt der Elo aus der Arbeitslosenstatistik heraus, das Einzige, was das Jobcenter will. Das der Elo durch den 1€-Job tatsächlich einen wirklichen Job bekommt, liegt im niedrigen 1-stelligen Prozent-Bereich, was auch ALLEN Jobcentern und Jobcenter-Mitarbeitern seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt ist!!!
Nur wegen Statistikbereinigung werden Milliarden Steuergeld verschwendet. Dem Arbeitslosen hilft es NICHT!!!

WENN Arbeit vorhanden ist, soll sie bezahlt werden, gaaaanz einfache Regelung!!

Gruß
Ernie

Online CCR

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Re: 1€ Job in der Corona-Krisenzeit
« Antwort #14 am: 30. Juli 2020, 20:16:36 »
Ernie,
Zitat von: Aragorn79 am 20. April 2020, 13:57:32
Diesen 1€ Job mache ich sogar sehr gerne. Es gibt 1,50€ die Stunde plus Fahrtkosten. Das ganze ist ja zum Glück anrechnungsfrei.
In den grossen Städten tranken viele Männer weniger aus Langeweile als vielmehr wegen des Lebens in permanenter Unterdrückung.