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Autor Thema: Halbes Haus / Grundstück erben mit H4? Was bedeutet das für mich?  (Gelesen 1566 mal)

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Offline Sabine13

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Zitat von: crazy am 11. Mai 2020, 18:05:59
Deine Mutter hat bei Zugewinngemeinschaft sowieso schon die Hälfte des Grundstücks. Die andere Hälfte wird,wenn kein Testament da ist zur Hälfte deiner Mutter vererbt . Du erbst die andere Hälfte,also 25 % vom Vermögen deines Vaters.
Du meinst sicherlich, dass der TS 50 % des Vermögens des Vaters erbt, was dann 25 % der Gesamt(Grund/Haus)vermögens ausmacht.

Dass der Mutter jetzt bereits 50 % gehören, hängt nicht mit einer etwaigen Zugewinngemeinschaft zusammen, sondern das sie mit 50 %  als Eigentümerin im Grundbuch eingetragen ist.

Offline RedChili

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Und dein Kenntnisstand ist nicht ganz korrekt..
Und deiner ist, was Erbrecht angeht, mit "nicht ganz korrekt" noch gelobt.  :nea:

Zitat von: crazy am 11. Mai 2020, 18:05:59
Deine Mutter hat bei Zugewinngemeinschaft sowieso schon die Hälfte des Grundstücks.
Hat nichts mit Zugewinngemeinschaft zu tun. Wenn beide als hälftige Eigentümer im Grundbuch eingetragen sind, dann, weil das damals beim Kauf eben so festgelegt wurde, wer mit welchem Anteil eingetragen wird.

Zitat von: crazy am 11. Mai 2020, 18:05:59
ie andere Hälfte wird,wenn kein Testament da ist zur Hälfte deiner Mutter vererbt .
Das stimmt sogar und bestimmt sich nach der gesetzlichen Erbquote, die sich in dem Fall aus einem Viertel gem. § 1931 BGB und einem Viertel aus § 1371 BGB zusammensetzt. Allerdings bezieht sich "die andere Hälfte" nicht auf den Grundbesitz, sondern auf den Gesamtnachlass.

Zitat von: crazy am 11. Mai 2020, 18:05:59
Du erbst die andere Hälfte,also 25 % vom Vermögen deines Vaters
Nein. Gemäß §1924 BGB iVm § 1931 BGB erhält TE 50% vom Gesamtnachlass des Vaters.

Zitat von: crazy am 11. Mai 2020, 18:05:59
Und zwar in Geld!
Völlig falsch. Einen Anspruch rein in Geld gibt es nur beim Pflichtteil. Haben wir hier aber nicht.

Zitat von: crazy am 11. Mai 2020, 18:05:59
Genau das ist das Problem,Du willst dein Erbe und deine Mutter kann dir schlecht einen Berg Steine und Erde geben. Sie muss dich also auszahlen. So sieht das im Gesetz aus.
Völliger Quatsch, denn die Mutter muss den TE überhaupt nicht auszahlen. Der TE ist Miterbe und ihm gehört ein Teil des Hauses. Punkt.

Zitat von: crazy am 11. Mai 2020, 18:05:59
Im Bezug schwierig,aber Du könntest dein Erbe dann auch abwohnen.
Da ist überhaupt nichts schwierig. Der TE bewohnt einen selbstgenutzten und angemessenen Teil des Hauses, welcher somit gemäß § § 12 Abs 3 Nr 4 SGB II auch anrechnungsfrei ist.

Zitat von: crazy am 11. Mai 2020, 18:05:59
Denn dein Erbe in Geld wird festgelegt am Todestag deines Vaters.
In Geld? Nein, immer noch nicht. Richtig ist, dass für die Wertberechnung des Nachlasses der Todestag der Stichtag ist. Das ist hier aber überhaupt nicht relevant.

Zitat von: crazy am 11. Mai 2020, 18:05:59
Deine Mutter muss Dir sogar ein Nachlassverzeichnis erstellen und dies ggü dir mit Kontoauszügen belegen.
Ebenfalls völliger Quatsch. Die Forderung hinsichtlich eines Nachlassverzeichnisses kann ein Pflichtteilsberechtigter ggü den Erben anmelden. Aber wie bereits gesagt, geht es hier nicht um einen Pflichtteil.

Zitat von: crazy am 11. Mai 2020, 18:05:59
Abziehen darf sie die Kosten der Beerdigung.
Diese Kosten sind ohnehin von den Erben zu tragen und schmälern den Nachlasswert für beide.

Zitat von: crazy am 11. Mai 2020, 18:05:59
Bestenfalls verkauft sie alles, [...]
Was sie gar nicht kann, weil die Erbengemeinschaft nur gemeinschaftlich handeln kann, § 2040 BGB.
Die Mutter kann höchstens ihren Miteigentumsanteil am Haus verkaufen, aber die Wahrscheinlichkeit einen Käufer für 50% eines Hauses zu finden ist recht gering.

Offline Ghostwriter

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Na ja, auch nicht ganz richtig:

Zitat von: RedChili am 11. Mai 2020, 20:36:34
Die Mutter kann höchstens ihren Miteigentumsanteil am Haus verkaufen, aber die Wahrscheinlichkeit einen Käufer für 50% 75% eines Hauses zu finden ist recht gering.

Offline Sabine13

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@Ghostwriter

Dass du den Thread nicht mit vollen Verständnis gelesen hast, zeigt deine falsche Antwort, denn ...

Zitat von: RedChili am 09. Mai 2020, 20:24:21
Der vererbte Teil des Vaters gehört der Erbengemeinschaft bestehend aus Mutter und TE. Eine Erbengemeinschaft ist eine Gesamthand und somit gehört allen alles.

... von dem die Mutter davon nichts alleine verkaufen kann, weil es hier keine Anteilsaufteilung gibt.

Offline sery

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Für den Fall dass Du bis zum Tod im Bezug bleibt und Du möchtest im Haus bleiben, sollte Deine Mutter Wohnrecht auf Lebenszeit ins Grundbuch einsetzten und dann das Haus verkaufen.

Offline RedChili

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Na ja, auch nicht ganz richtig:
Zitat von: RedChili am 11. Mai 2020, 20:36:34
Die Mutter kann höchstens ihren Miteigentumsanteil am Haus verkaufen, aber die Wahrscheinlichkeit einen Käufer für 50% 75% eines Hauses zu finden ist recht gering.
Nein. Der Mutter gehören 50% am Haus und die anderen 50% gehören der Erbengemeinschaft, die nur gemeinschaftlich über den Erbteil verfügen kann. Rechtsgrundlage hatte ich bereits genannt. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

Zitat von: sery am 12. Mai 2020, 08:27:26
Für den Fall dass Du bis zum Tod im Bezug bleibt und Du möchtest im Haus bleiben, sollte Deine Mutter Wohnrecht auf Lebenszeit ins Grundbuch einsetzten und dann das Haus verkaufen.
Ein "halbes Haus" zu verkaufen, ist schon schwer genug. Wer sollte dann auch noch ein "halbes Haus" kaufen, was auch noch mit einem Wohnrecht belastet ist? Der Käufer hat einen fremden Miteigentümer und darf sein Eigentum noch nicht mal nutzen.
Zumal die Erbengemeinschaft zwischen TE und Mutter bleibt, welche erstmal mit notariellem Erbauseinandersetzungsvertrag aufgelöst werden müsste. Dafür müsste entweder TE seiner Mutter den Anteil abkaufen oder umgekehrt. Bei beiden dürften aber nicht die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung stehen.
« Letzte Änderung: 12. Mai 2020, 08:46:42 von RedChili »

Offline Sabine13

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Zitat von: RedChili am 12. Mai 2020, 08:29:57
Dafür müsste entweder TE seiner Mutter den Anteil abkaufen oder umgekehrt. Bei beiden dürften aber nicht die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung stehen.
Was spräche dagegen, wenn die Mutter ihren Anteil an der Erbengemeinschaft dem TS schenkt?

Offline RedChili

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Was spräche dagegen, wenn die Mutter ihren Anteil an der Erbengemeinschaft dem TS schenkt?
Nichts. Aber wer bezahlt den dafür notwendigen Notar? Zumal gerade in Bezug auf den Leistungsbezug und eventuelle Probleme mit dem JC die Erbengemeinschaft "sinnvoller" für den TE sein kann.
Wenn die Erbengemeinschaft auseinandergesetzt ist, dann kann der TE alleine über seinen Anteil verfügen. Mit der Mutter zusammen in der Erbengemeinschaft, besteht immer ein zusätzliches Argument ggü dem JC, falls der SB mal von einem Verkauf fantasieren sollte.

Offline Sabine13

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Zitat von: RedChili am 12. Mai 2020, 09:13:28
Wenn die Erbengemeinschaft auseinandergesetzt ist, dann kann der TE alleine über seinen Anteil verfügen.
Grundsätzlich richtig, wie du schreibst, sehr schwer sein dürfte und es hierzu auch Rechtsprechungen gibt, die den Anteil als nicht verwertbar ansehen. Vorallem wenn der Anteil angemessen ist,  bestünde keine  Verwertungsnotwendigkeit.

Was dafür spreche, wäre eine höhere Kostenübernahme der Nebenkosten, auch bei Renovierungen, durch das JC, was langfristig die Kosten es Notars mehr als ausgleichen dürften.

Offline RedChili

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Was dafür spreche, wäre eine höhere Kostenübernahme der Nebenkosten, ...
Das JC übernimmt die angemessenen Kosten. Da könnte es durchaus Probleme geben, wenn das JC 50% der Kosten übernehmen soll, der TE aber bspw nur ein Drittel des Hauses bewohnt bzw nur ein Drittel der Nebenkosten zu tragen hätte.

Zitat von: Sabine13 am 12. Mai 2020, 09:21:28
....auch bei Renovierungen, durch das JC, was langfristig die Kosten es Notars mehr als ausgleichen dürften.
Dafür müsste aber auch erstmal das Geld für den Notar da sein, was ich derzeit nicht sehe.

Offline Ghostwriter

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Na ja, ich wollte auch nur die Möglichkeit einer Teilungsversteigerung als Option einbringen!

Offline Sabine13

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Zitat von: RedChili am 12. Mai 2020, 09:33:23
Das JC übernimmt die angemessenen Kosten.
Du meinst, in der jetzigen Situation wird das JC auch die anteiligen (flächenmäßigen) angemessenen Kosten übernehmen, unabhängig davon ob der TS nun "hälftiger" Hauseigentümer wird oder Erbengemeinschaftsbeteiligter bleibt?

Die Miete, die das JC früher übernommen hat, fällt ja nun weg, was ein zusätzliches finanzielles Loch für die Mutter bedeutet.

@Ghostwriter

Was soll eine Teilungsversteigerung bringen?
Wenn das Geld für den Notar fehlt, fehlt auch das Geld für eine Versteigerung.
Keiner der beiden hat vermutlich das Geld, den zur Versteigerung anstehenden Anteil zu ersteigern.
Es besteht somit die Gefahr, dass eine fremde Person für billiges Geld den Haushälfteanteil ersteigert.

Offline kämpfer

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Was dafür spreche, wäre eine höhere Kostenübernahme der Nebenkosten, ...
Das JC übernimmt die angemessenen Kosten. Da könnte es durchaus Probleme geben, wenn das JC 50% der Kosten übernehmen soll, der TE aber bspw nur ein Drittel des Hauses bewohnt bzw nur ein Drittel der Nebenkosten zu tragen hätte.

Zitat von: Sabine13 am 12. Mai 2020, 09:21:28
....auch bei Renovierungen, durch das JC, was langfristig die Kosten es Notars mehr als ausgleichen dürften.
Dafür müsste aber auch erstmal das Geld für den Notar da sein, was ich derzeit nicht sehe.

Was die KDU angeht wird es keine Probleme geben, erstattungsfähige NK werden prozentual erstattet (bei uns wurde das so geregelt), sie müssen nur angemessen sein. Sollte eine Schwerbehinderung oder Pflegebedürftigkeit vorhanden sein, kann diese um eine Person erhöht werden. Aber dies ist von Stadt zu Stadt evt. unterschiedlich.


Offline RedChili

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sie müssen nur angemessen sein.
Jep. Das ist das alles entscheidende und daran dürfte sich zu den Verhältnissen von vor dem Erbfall ja nichts ändern. Ich persönlich sehe da auch kein Problem, ich wollte nur darauf hinweisen, dass das JC da Probleme machen könnte. Diese wären erst wieder mühselig aus der Welt zu schaffen.

Zitat von: Ghostwriter am 12. Mai 2020, 09:42:14
Na ja, ich wollte auch nur die Möglichkeit einer Teilungsversteigerung als Option einbringen!
Vielleicht solltest du die Möglichkeit einer Nichtbeteiligung am Thema als Option für dich selbst einbringen.  :grins:

Offline kämpfer

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@Redchili, ob der JC Probleme bereitet kann man noch nicht sagen, aber die „Angemessenheit“ ist das ausschlaggebende. Bei den KDUs hatten wir keine Probleme, eher mit dem Notarvertrag. Aber das konnte im Widerspruchsverfahren zügig geklärt werden. Aber hier geht es ja nicht um Vertragsrecht wie in unserem Fall sondern eher im Vordergrund stehendes Erbrecht, hier sieht es schon anderes aus.