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Autor Thema: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben  (Gelesen 529 mal)

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Offline Svenja

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Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« am: 20. Mai 2020, 16:41:28 »
Guten Tag,
Ich war dieses Jahr in Reha auf Grund psychischer Erkrankung. In der Reha wurde festgestellt das mein Beruf nicht leidensgerecht ist und somit nicht mehr in meinem Beruf arbeiten kann. Außerdem soll ich eine Therapie machen. Mir wurden Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (Berufsfindung+eine Umschulung) empfohlen durch die Reha  die ich bereits bei der DRV beantragt habe.
So steht es auch in meinem Bericht drin.
Das Jobcenter verlangt jetzt von mir das ich Bewerbungen schreibe ich allerdings einige Einschränkungen habe und es zu Problemen am Arbeitsplatz kommen wird (laut Bericht) und deshalb auch durch die Teilhabe am Arbeitsleben geschaut wird was überhaupt für mich geeignet ist. Ich weiß überhaupt nicht welcher Bereich für mich leidensgerecht ist darum auch die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Das Jobcenter verlangt von mir jetzt Bewerbungen.
Dazu kommt das das Jobcenter schon angekündigt hat das ich nach der Corona Geschichte an einer Maßnahme teilnehmen soll obwohl ich Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bei der DRV beantragt habe und es eben noch ein paar Monate dauern kann bis das genehmigt wird und ich eine Umschulung anstrebe und nicht irgendeine Sinnlos Maßnahme die mir wieder nur Energie kostet (ich habe schon an 2 Stück teilgenommen die mir 0 weitergeholfen haben)
Meine Frage ist jetzt: was kann ich tun damit das Jobcenter mich für die paar Monate bis die LTA durch die DRV genehmigt werden (was der Fall sein wird durch meinen Reha Entlassungsbericht) "in ruhe" lässt?? Ich könnte mich auch krank schreiben aber ich weiß nicht ob das so gut rüberkommt zwecks LTA die ich beantragt habe bei der DRV. Nicht das die auf Grund meiner Krankschreibung abgelehnt werden.
Dazu kommt noch das ich noch eine Therapie brauche und ich gerne gestärkt mit der Umschulung beginnen möchte.
Danke im vorraus für Antworten

Online Sheherazade

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #1 am: 20. Mai 2020, 16:48:28 »
Ich könnte mich auch krank schreiben

Dann mach das. Du bist bis zur Klärung durch die DRV ohne AU arbeitsfähig - so wird dich das Jobcenter nicht in Ruhe lassen.
"Wie hast du den Vogel zum Singen gebracht, Momo? Niemand hat das bisher geschafft!" "Ich denke, man muss ihm auch zuhören, wenn er nicht singt!" (M.Ende)

Meine Grundrechte sind weder bedroht noch eingeschränkt. Aber ich fühle mich bedroht von Beschränkten und Rechten.

Offline Wuff

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #2 am: 20. Mai 2020, 16:48:55 »
Bist du beim JC nicht in der Reha-Abteilung?

Wenn nicht, hast du einen GdB (beantragt)?

Edit: Was mir noch einfällt: Erstellt die DRV ein Gutachten über deine Leistungsfähigkeit oder hat dein SB den ärztlichen Dienst beauftragt, das festzustellen?

Offline Svenja

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #3 am: 20. Mai 2020, 16:58:14 »
Okay alles klar. Hat das denn keinen Nachteil für mich zwecks Genehmigung der LTA wenn ich AU bin?
Schwerbehinderten Ausweis habe ich nicht beantragt da mir der Sozialdienst in der Reha davon abgeraten hatte da ich erst Ende 20 bin, Anspruch hätte ich allerdings. In der Reha Abteilung bin ich nicht sondern im ganz normalen Fallmanagment. Die medizinische Reha habe ich eigenständig beantragt ebenso die LTA. Da hat mich kein Jobcenter darauf hingewiesen.
Ein Gutachten wurde bis jetzt keines erstellt. Es gibt einen Entlassungsbericht der Reha in dem drin steht das mein Beruf nicht leidensgerecht ist und somit aufgehoben gilt (unter 3 Stunden) + meine Defizite sind aufgezählt und das LTA durch die DRV empfohlen sind + eine Umschulung und eine Therapie

Offline Wuff

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #4 am: 20. Mai 2020, 17:04:13 »
Was das denn für eine Begründung?

Ich habe meine Schwerbehinderung schon seit dem ich 19 bin und das ist eine ganze Weile her und da spielt das Alter überhaupt keine Rolle, außerdem ist das praktisch bei Behörden wie dem JC. Den Schwerbehindertenausweis brauchst du im übrigen nicht zu beantragen, es reicht der Bescheid zur Feststellung des GdB vollkommen aus.

Weiter hättest du mit dem GdB eben den Anspruch gegenüber dem JC, dass man dich in der Reha Abteilung betreut und da würden die u.a. auch abwarten bis dein Antrag auf LTA durch ist und dann den Kostenträger von der LTA alles machen lassen und dich nur noch einladen, entweder um zu hören ob es etwas neues gibt oder einfach mal pauschal so.

Außerdem wäre zu empfehlen, dass du deinem SB mitteilst, dass du einen Antrag auf LTA gestellt hast, sowie darüber informierst, dass du einen Bericht hast aus welchen hervorgeht, dass du diese und jene Arbeiten nicht mehr ausüben darfst, so dass diese mal eine Begutachtung bei ärztlichen Dienst anstößt.

Eine AU wäre dann nur nötig, wenn sich deine SB hierbei komplett querstellt.

Offline Svenja

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #5 am: 20. Mai 2020, 17:09:17 »
Welcher Bescheid? Meinst du den Reha Bericht oder den Hartz 4 bescheid und wo kann ich den Ausweis beantragen? Gut zu wissen dann werde ich das in Angriff nehmen. Mich hat das nämlich schon gewundert warum ich nicht in der Reha Abteilung gelandet bin! Meinem SB habe ich das schon mitgeteilt. Das mit der Begutachtung soll ich dann ansprechen oder sollte sie das wenn dann tun? Sie hat mich auch nicht darauf hingewiesen das ich einen Schwerbehindertenausweis beantragen könnte.

Offline Wuff

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #6 am: 20. Mai 2020, 17:14:16 »
Der Bescheid vom Versorgungsamt über den dann festgestellten Grad der Behinderung, den du dann bekommen wirst.

Beantragen kannst du den halt beim Versorgungsamt.

Und wie du das machst, bleibt dir überlassen. Entweder du sprichst an, dass die dort in der Reha im Bericht geschrieben haben, dass du diverse Arbeiten nicht mehr machen darfst und zeigst ihr den, wenn du da keine bedenken hast oder du lässt dir von deinem behandelnden ambulanten Arzt ein Attest ausstellen, wo er eben reinschreibst, dass du diese und jene arbeiten nicht mehr ausführen darfst.

Beides sollte bei deinem SB dazu führen, dass selbiger eine Begutachtung durch den ärztlichen Dienst veranlasst um deine Leistungsfähigkeit feststellen zu lassen.

Offline Svenja

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #7 am: 20. Mai 2020, 17:20:46 »
Einen Teil des Berichtes habe ich dem Jobcenter vorgelegt (der Teil in dem die berufliche Situation festgestellt wurde)
Kommt man denn nur in die Reha Abteilung des Jobcenters wenn man eine "Schwerbehinderung" nachweisen kann, reicht denn da der Reha Bericht nicht aus?

Offline Wuff

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #8 am: 20. Mai 2020, 17:24:10 »
Als ich mal eine Zeitlang fäschlicherweise nur einen GdB von 40 beim JC hatte, war ich nur in der RehaAbteilung, weil ich da gerade in der LTA war. Dann wurde die LTA erst einmal ruhend gestellt und ich kam wieder zurück zum normalen Fallmanagement.

Also ja, man kommt da entweder rein mit einem laufenden LTA Verfahren oder mit festgestellter Schwerbehinderung.

Edit: Und mit dem Bericht hätte dein SB eigentlich schon den ärztlichen Dienst einschalten müssen ...

Offline Svenja

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #9 am: 20. Mai 2020, 17:36:07 »
LTA sind beantragt bei der DRV und ich bin noch im normalen Fallmanagment.
Den Bericht habe ich erst heute eingereicht.
Hat der Schwerbehinderungsgrad den irgendwelche Nachteile bzw die Reha Abteilung des Jobcenters?

Offline Wuff

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #10 am: 20. Mai 2020, 17:38:59 »
Nein, die machen im Prinzip das gleiche wie das normale Fallmanagement, nur immer halt mit Blick auf die persönlichen Einschränkungen des Betroffenen.

Offline Svenja

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #11 am: 20. Mai 2020, 17:40:57 »
Okay Danke für die hilfreichen Antworten 👍

Online The Witch

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #12 am: 21. Mai 2020, 10:35:06 »
Der Reihe nach, ohne jeweils einzelne Aussagen zu zitieren:

1. Eine Begutachtung durch Arbeitsagentur oder Gesundheitsamt ist nicht notwendig. Der Entlassbericht aus der med. Reha hat erstmal Gutachtencharakter.

2. Der Entlassbericht sollte eine Aussage zur Arbeitsunfähigkeit enthalten. Diese ist auch für das Jobcenter bindend. Mit einer weitergehenden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wäre ich vorsichtig angesichts der beantragten LTA. Zumindest sollte der Arzt, der die ausstellen soll, genauestens über den ganzen Stand des Verfahrens informiert sein.

3. Zum Schwerbehindertenausweis: Wie Wuff schon sagte, kann man den nicht beantragen. Was beantragt werden muss, ist die Festsetzung eines Grades der Behinderung, der Ausweis ist nur ein Nebenprodukt, falls der GdB mindestens 50 beträgt. Da das Verfahren von Bundesland zu  Bundesland unterschiedlich ist, hier ein Link zu einer Seite, wo du dein Bundesland auswählen und dann die nötigen Formulare runterladen kannst:
https://www.einfach-teilhaben.de/DE/AS/Ratgeber/01_Schwerbehindertenausweis/Schwerbehindertenausweis_node.html
Leider ist durch diese schwachsinnige Aussage der Reha-Tante das Verfahren für dich jetzt sehr viel mühseliger geworden, schade. Aber mach es schnellstmöglich, die Verfahren dauern meistens lange.

4.  Ob man im Jobcenter im Reha-/Schwerbehindertenbereich betreut wird (ggf. in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit) oder nicht, macht sehr wohl einen Unterschied. Dort stehen andere Fördermittel zur Verfügung; manche "normalen" Förderungen dürfen erst gar nicht erbracht werden.

Offline Svenja

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #13 am: 21. Mai 2020, 23:36:59 »
Danke für die Informationen.
Ich bin als arbeitsfähig entlassen allerdings wurde mir das in der Reha so erklärt, dass ich arbeitsfähig entlassen bin da ich sonst keine LTA beantragen könnte.
In meinem Beruf bin ich nicht mehr arbeitsfähig und ich habe einige Einschränkungen deshalb die Empfehlung zur LTA. Der zuständige Träger ist bei mir die DRV. Außerdem steht im Bericht das ich eine Therapie machen soll, also gesund bin ich nicht.
Ich hab die LTA schon beantragt allerdings hab ich jetzt das Jobcenter im Nacken da die LTA durch die DRV ja noch nicht genehmigt sind.
AU also besser nicht....
Wenn ich diese Schwerbehinderten Geschichte beantragt habe sollte ich das dann dem Jobcenter mitteilen? Die nehmen aber wahrscheinlich auch erst Rücksicht wenn sie es schriftlich haben...

Online The Witch

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Re: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #14 am: 22. Mai 2020, 06:34:22 »
Ja, das solltest du unbedingt mitteilen.

Und noch etwas: Die Versorgungsämter (bzw. wer immer in deinem Bundesland zuständig ist) setzen den GdB zunächst immer möglichst niedrig an. Dann solltest du Widerspruch einlegen, wenn der Bescheid dir nicht plausibel erscheint.