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Autor Thema: Fristlosen Kündigung nach Juli 2020? (Corona)  (Gelesen 457 mal)

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Offline HeikoHammer

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Fristlosen Kündigung nach Juli 2020? (Corona)
« am: 23. Mai 2020, 19:56:51 »
Hallo,

Mieter hat 10 Jahre mit Sozialhilfe vollständig und pünktlich seine Miete (ink. Nebenkosten) gezahlt.

500 € Kalt
185 € Nebenkosten.

Die Stadt übernimmt davon 560€. Den Rest erspart sich der Sozialhilfeempfänger durch frische Küche, eigener Anbau und minimierte Verträge. Oder hat mal 100€ durch sein Nebengewerbe oder mal 200€ durch das Ehrenamt. Nun durch Corona musste er um 125€ stunden. Damit warne die Vermieter nicht einverstandne und sind sofort zum Anwalt gegange. (Total asozial der Umgang)

Nun aber die Frage. Sollte der Mieter zB für Juli auch 125€ nicht zahlen. Kann ihm dann gekündigt werden? Ich meine doch zu wissen, dass eine Kündigung erst ab einer fehlenden vollen Monatsmiete fristlos möglich ist. Oder? Hier der Zitierte Text:


Schreiben des Vermieter:

Zitat
...
Ferner weise ich Sie vorsorglich darauf hin, dass der Kündigungsschutz nur auf
fällig gebliebene Mietzinsen für den Zeitraum April 2020 bis Juni 2020 besteht.
Für Mietzinsen, die ab Juli 2020 fällig werden besteht dieser Kündigungsschutz
nicht mehr, sodass ein weiterer Einbehalt des schuldigen Mietzinses, auch nur
eines Anteils, zu einer außerordentlichen fristlosen Kündigung führen kann.

Das doch falsch, oder?

Lieber frage ich nochmal nach bei euch.  :cool:

Online Angie69

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Re: Fristlosen Kündigung nach Juli 2020? (Corona)
« Antwort #1 am: 23. Mai 2020, 20:05:51 »
Hier die Gründe für eine fristlose Kündigung

Zitat

Der Vermieter darf fristlos kündigen, wenn…
1. Wenn der Mieter nicht zahlen kann.
Kann der Mieter zwei Monate hintereinander die gesamte Miete oder einen erheblichen Teil der Miete nicht bezahlen, darf der Vermieter fristlos kündigen. Das Gleiche gilt, wenn der Mieter über mehr als zwei Monate die Miete nur teilweise bezahlen kann und dem Vermieter einen Betrag in Höhe von zwei Monatsmieten schuldet.


https://mieterengel.de/fristlose-kuendigung-der-wohnung/#Anchor2

April bis Juni dürften meiner Meinung nach nicht bei den zwei Monaten angerechnet werden, dafür hat man zwei Jahre Zeit den Ausstand zu bezahlen.


Trotzdem muss gehandelt werden. Früher oder später wird er seine Wohnung verlieren.
„Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut werden, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist. "

Offline HeikoHammer

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Re: Fristlosen Kündigung nach Juli 2020? (Corona)
« Antwort #2 am: 23. Mai 2020, 20:43:25 »
Ok, Vielen Dank für die Genauigkeit.
Dass die zwei Monate mit gezählt werden, habe ich vermute. Gut dass du mir das auch nochmal bestätigst.

Danke.

PS: Gibt es schon eine Tendenz ob die Maßnahme gegen eine Mögliche Kündigung wegen Corona verlängert wird?

Online Angie69

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Re: Fristlosen Kündigung nach Juli 2020? (Corona)
« Antwort #3 am: 23. Mai 2020, 21:04:00 »
Ich habe dir die genauen Regelungen derzeit herausgesucht

Zitat

Zahlungsrückstände aus dem Zeitraum 1. April bis 30. Juni 2020 berechtigen den Vermieter – für die Dauer von 24 Monaten – nicht zur Kündigung. Diese Einschränkung gilt für die Fälle, in denen die Rückstände auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhen. Die Regelung ist auf den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 begrenzt. Die Pflicht des Mieters oder Pächters zur fristgerechten Zahlung bleibt jedoch auch in dieser Zeit bestehen.

Erst, wenn der Mieter oder Pächter die Zahlungsrückstände auch nach dem 30. Juni 2022 noch nicht beglichen hat, kann ihm wieder gekündigt werden. Mit den Regelungen wird verhindert, dass infolge vorübergehender Einnahmeausfälle durch die Corona-Pandemie Wohnraummieter ihr Zuhause und Mieter oder Pächter gewerblicher Räume und von Grundstücken die Grundlage ihrer Erwerbstätigkeit verlieren. Weiterführende Informationen des Bundesjustizministeriums sowie Fragen und Antworten erhalten Sie hier.

Das Gesetz für leichteren Zugang zu sozialer Sicherung und zum Einsatz und zur Absicherung sozialer Dienstleister aufgrund des Coronavirus soll helfen, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die Bürgerinnen und Bürger abzufedern. Es werden auch dort Übergangsregelungen zur Übernahme der Mieten im Rahmen der Grundsicherung für Arbeitssuchende getroffen. Weitere Informationen zum Sozialschutz-Paket finden sie hier und in diesem Artikel zur Sozialen Sicherung während der Corona-Krise


https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-informationen-miete-verbraucherschutz-1734914


Wie gesagt es bedeutet nicht das er nun Safe ist. Wenn er nicht handelt wird er die Wohnung verlieren.
Notfalls bitte dem Sozialamt sprechen. Es droht Wohnungslosigkeit
„Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut werden, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist. "