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Autor Thema: Anrechnung des Einkommens - Mehr Zahlen, als Verdient wurde?  (Gelesen 522 mal)

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Offline DTDT

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Hey Leute,
ganz kurz zu mir. Ich bin 19, beziehe Bafög ihv. 243€ und wohne mit meiner alleinerziehendeb Mutter und bilde mit meinen 2 weiteren Geschwistern eine BG. Wobei meine älteste Schwester ihre eigene BG hat, da sie über 25 ist.

ich hab zur Zeit ein paar Probleme mit dem JC. Ich habe vor ein paar Tagen eine Anhörung bekommen und muss mich zu einem Sachverhalt äußern. Kurzgefasst geht es darum, dass ich einen Minijob ausübe (JC wusste von anfang an bescheid, Kontoauszüge & Entgeltbescheide wurden direkt weitergeleitet). Naja die ersten 5 Monate hab ich in meinem Job sehr wenig verdient (98€-280€) und das JC meinte zu mir wir müssen erstmal von 450€ ausgehen, da wir das noch nicht einschätzen können. Ab Mai bleib mein Einkommen bis jetzt bei um die 300€. Nun hab ich, weil man von einem Einkommen von 450€ ausging Miete ihv. 280€ monatlich zahlen müssen (Gesamtmiete beträgt 730€). Dies geht bis heute noch so. Ich hab das JC gebeten die Miete wie vor meinem Job es so war wieder komplett zu übernehmen, da ich das Geld an manchen Monaten überhaupt nicht zur Verfügung hatte. Es gab Monate wo ich um die 100 Euro verdient habe und 280 Euro Miete zahlen musste. Meine SB meinte nur ja ihre Geschwister kriegen Unterhaltsvorschuss sie kriegen Kindergeld irgendwie. werden sie es schon schaffen zu zahlen. Davor meinte sie auch ich müsste bis zum Bewilligungszeitraumende warten, damit eine korrekte Anrechnung meines Einkommens erfolgen kann! Nachdem ich dann hier mein Problem geschildert hab, hat man mir geraten eine sofortige Anrechnung zu bitten.

Dies hab ich auch getan und TADA - ich solle dem JC doch bitte um die 414 € zurückzahlen. Begründung ich hätte zu den Zeiten ... Leistungen zu Unrecht bezogen, da ich in dem Zeitraum Einkommen aus meiner geringfügigen Beschäftigung erhalten habe.
Außerdem steht jetzt plötzlich da, dass  nur in zwei Monaten ein geschätztes Einkommen von 450 Euro angerechnet wurden. Jetzt frag ich einfach nur WIESO sie so tun, als würden sie erst jetzt davon Bescheid wissen?? Ich gebe mal ein Beispiel: Ich soll KdU im Monat Dezember zurückzahlen ihv 68,15€ und habe in diesem Monat NUR 98€ verdient!! Hier frage ich mich auch was mit den 100€ Freibetrag ist, worüber ich so viel gelesen hatte. Auf dem Bescheid, wo meine SB alles „korrekt“ angerechnet hat sieht man im Monat Dezember zb. dass als Einkommen die 98 Euro, Bafög 243 Euro und Kindergeld 204 Euro stehen. und als Abzüge dann zweimal  „Freibetrag“ ihv 30€ (§82 abs. 3 sgb xii & §11b abs. 3 sgb ii) und eine Versicherungspauschale für Kindergeld ihv. 30.

Nun frag ich mich: WIESO musste ich dann 280€ Miete zahlen, wenn nur in zwei Monaten ein Einkommen von 450€ angerechnet wurden. Und WIESO habe ich nicht wie jeder andere ein Freibetrag von 100€. und WAS kann ich jetzt in diese Erklärung schreiben? Ich bin mega verzweifelt. Es zieht mich einfach nur runter und ich habe gar keine Lust mehr zu arbeiten, obwohl ich meinen Job liebe. Ich wäre sowas von bereit abzüglich meines Freibetrages 80% abzudrücken, aber so hab ich ja laut dem Bescheid auf mein Einkommen von 98 Euro nur zwei mal den Freibetrag von 30€. Verstehe ich absolut alles falsch, oder was meint ihr woran kann das alles liegen..?

Online Deadpool

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Re: Anrechnung des Einkommens - Mehr Zahlen, als Verdient wurde?
« Antwort #1 am: 28. Juni 2020, 15:40:49 »
Dein Bafög wird sicher schon um 100 Euro bereinigt, da gibt es für das Erwerbseinkommen nicht nochmal 100 Euro.

Ansonsten müsste man die neue Berechnung sehen und die vorherige.

Online crazy

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Re: Anrechnung des Einkommens - Mehr Zahlen, als Verdient wurde?
« Antwort #2 am: 28. Juni 2020, 15:42:02 »
Zu vwrwirrend. Hast Du den ursprünflichen Berechnungsbogrn und den neuen .
Stummen die Einkommen mit dem neuen Bescheid überein?
Wem wurde das Kindergeld für dich zugerechnet?

Offline DTDT

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Re: Anrechnung des Einkommens - Mehr Zahlen, als Verdient wurde?
« Antwort #3 am: 28. Juni 2020, 15:53:48 »
Sorry leute, es ist gar nicht mein Gebiet, deswegen weiß ich auch nicht was erwähnenswert ist und was nicht. Ich merke selber, dass es schwer zum lesen ist  :yes:.
Jedenfalls ein Beispiel von meinem alten Bescheid, wo man noch von einem Einkommen von 450€ ausging.

In meiner Spalte bei "Ermittlung des anzurechnenden Einkommens" steht als Einkommen:
nichtselbstständige Arbeit = 450 €
Freibetrag nach §82 Abs. 3 SGB XII  = -135 €
Freibetrag nach §11b Abs. 3 SGB II  = -135 €
Leistungen nach dem Bafög = 243 €
Kindergeld 2. Kind = 204 €
Bereinigtes Einkommen = 762,00 €

und jetzt mit der korrekten Anrechnung für zb. Monat Dezember:
nichtselbstständige Arbeit = 98,97 €
Freibetrag nach §82 Abs. 3 SGB XII  = -29,69 €
Freibetrag nach §11b Abs. 3 SGB II  = -29,69 €
Leistungen nach dem Bafög = 243 €
Kindergeld 2. Kind = 204 €
Versicherungspauschale (für Kindergeld) = -30,00
Bereinigtes Einkommen = 486,28€

Online Deadpool

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Re: Anrechnung des Einkommens - Mehr Zahlen, als Verdient wurde?
« Antwort #4 am: 28. Juni 2020, 16:27:02 »
Wieso denn Freibetrag nach SGB XII? Bist du erwerbsgemindert?

Kannst du das bitte hochladen, dass man es selbst lesen kann?

Offline DTDT

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Re: Anrechnung des Einkommens - Mehr Zahlen, als Verdient wurde?
« Antwort #5 am: 28. Juni 2020, 16:34:13 »
Alte Berechnung und neue Berechnung:

Online Deadpool

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Re: Anrechnung des Einkommens - Mehr Zahlen, als Verdient wurde?
« Antwort #6 am: 28. Juni 2020, 17:03:35 »
Was ist mit der Frage nach einer Erwerbsminderung?

Offline DTDT

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Re: Anrechnung des Einkommens - Mehr Zahlen, als Verdient wurde?
« Antwort #7 am: 28. Juni 2020, 17:13:57 »
Hey Deadpool,
um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht was eine „Erwerbsminderung“ ist.  Google sagt mir gerade, dass das vorliegt wenn man Krank ist oder eine Behinderung hat. Das trifft bei mir auf keinen Fall (glücklicherweise) zu. Oder was meinst du genau?

Online Deadpool

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Re: Anrechnung des Einkommens - Mehr Zahlen, als Verdient wurde?
« Antwort #8 am: 28. Juni 2020, 18:54:24 »
Bei dir wird ein Freibetrag nach § 82 SGB XII berücksichtigt. Den gibt es nur für Erwerbsunfähige, die arbeiten. Vielleicht wäre es ratsam, einen Anwalt aufzusuchen. Die Sachlage sieht aus der Ferne zu komplex für ein Forum aus.

Offline Ottokar

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Re: Anrechnung des Einkommens - Mehr Zahlen, als Verdient wurde?
« Antwort #9 am: 29. Juni 2020, 11:00:31 »
das JC meinte zu mir wir müssen erstmal von 450€ ausgehen, da wir das noch nicht einschätzen können.
Das ist grob rechtswidrig.
Das JC darf nur Einkommen in der Höhe berücksichtigen, welches tatsächlich zur Bedarfsdeckung zur Verfügung steht.

Was die parallele Ausweisung der Freibeträge nach SGB II und XII betrifft, so wird rechnerisch nur ein Freibetrag berücksichtigt, nicht beide.
Ich vermute mal, es handelt sich hier um eine sog. Optionskommune und ein Berechnungsprogramm, mit dem sowohl Leistungen nach SGB II als auch nach SGB XII berechnet werden.
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