hartz.info erhebt und verarbeitet Daten um seine Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Fehler zu analysieren.
Teilweise benötigen wir dazu deine Zustimmung, diese kannst du jederzeit widerrufen. Mehr Infos dazu gibt es hier.
Mit Klick auf "Cookies ablehnen" kannst du die erforderliche Zustimmung ablehnen.

Ich stimme zu

Autor Thema: Einkünfte durch Tilgung eines privaten Darlehens und Zinsen bei Hartz4  (Gelesen 1247 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline FabianLex

  • neu dabei
  • Beiträge: 6
Hallo zusammen,

Ich habe folgendes Problem. Aufgrund eines Unfalls war ich die letzten 2 Jahre arbeitslos und werde demnächst Hartz IV beantragen müssen. Ich möchte davor meinem Sohn ein privates Darlehen für ein Autokauf gewähren, das dann monatlich zurück bezahlt wird. Jetzt würde mich interessieren ob und wie das am besten gestaltet werden müsste. Wird die Darlehensforderung als Vermögen angerechnet und muss ich da etwas beachten damit die monatlichen Tilgungen nicht als Einnahmen angerechnet werden? Wie sieht es dabei ebenfalls mit Zinszahlungen aus?
Wie wird es gewertet wenn vor Antragstellung Geld vom Bankkonto entnommen und danach monatliche Zahlungen durchgeführt werden? Benötige ich eine fremdüblichen Darlehensvertrag?

Offline Harald53

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 138
Du vergibst Darlehen und willst gleichzeitig Arbeitslosengeld II beantragen?
Arbeitslosengeld II ist doch nur für bedürftige.

Offline FabianLex

  • neu dabei
  • Beiträge: 6
Du vergibst Darlehen und willst gleichzeitig Arbeitslosengeld II beantragen?
Arbeitslosengeld II ist doch nur für bedürftige.

Meine Frau und Ich sind beide über 60, also hätten wir beide ein Schonvermögen von etwa 19.000 €. Wenn ich das geplante Darlehen von 9.000 € als Vermögenswert angebe, würde ich mit meinen restlichen Vermögen noch unter den Schonvermögen liegen, und folglich bedarfsbedürftig sein. Ich will lediglich wissen was zu beachten wäre damit die Tilgungen (die ja eigentlich keine Einnahmen sind) nicht als Einnahmen angerechnet werden, und ob und in welcher Höhe Zinsen angesetzt werden müssen damit das ganze rechtlich nicht als Schenkung oder Unterhalt angerechnet wird.
« Letzte Änderung: 30. Juni 2020, 19:24:23 von FabianLex »

Offline Wuff

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 1256
Zinsen sind immer Einkommen, daran wird sich auch niemals etwas ändern.

Was den Rest angeht, so enthalte ich mich mal, denn für mich ist wäre es sonstiges Einkommen, auch wenn man es vom persönlichen Schonvermögen gewährt wurde.

Offline crazy

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 7199
Was man mit seinem Vermögen macht ist erstmal Privatsache.
Was man nicht machen darf ist Geld verschenken/verleihen,um dieses Vermögen vor der Verwertung vor Bezug von Sozialleistungen zu schützen.
Bei Ü 60 kann ggf das JC bei Antragstellung auch zum Rentenantrag auffordern,wenn die Rente möglich und dadurch die Hilfebedürftigkeit entfällt.
Einfach mal schauen wie viel man als Alg2 Empfänger bekommen würde. Das ist sehr wenig!

Offline Fettnäpfchen

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 16485
  • Optionskommune
FabianLex

Zitat von: FabianLex am 30. Juni 2020, 19:06:09
Wenn ich das geplante Darlehen von 9.000 € als Vermögenswert angebe, würde ich mit meinen restlichen Vermögen noch unter den Schonvermögen liegen, und folglich bedarfsbedürftig sein.
Das es so nicht klappt hast du ja erfahren.
Habt Ihr ein Auto? Deine Frau ein extra Auto?
Ist der Sohn im Leistungsbezug?

MfG FN
Meine Beiträge beinhalten oder ersetzen keine anwaltliche Beratung oder Tätigkeit.
Für eine verbindliche Rechtsberatung und -vertretung suchen Sie bitte einen Anwalt auf.
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern. (Konfuzius)

Offline FabianLex

  • neu dabei
  • Beiträge: 6
FabianLex

Zitat von: FabianLex am 30. Juni 2020, 19:06:09
Wenn ich das geplante Darlehen von 9.000 € als Vermögenswert angebe, würde ich mit meinen restlichen Vermögen noch unter den Schonvermögen liegen, und folglich bedarfsbedürftig sein.
Das es so nicht klappt hast du ja erfahren.
Habt Ihr ein Auto? Deine Frau ein extra Auto?
Ist der Sohn im Leistungsbezug?

MfG FN

Der Sohn bezieht keine Leistungen, er ist ganz normal angestellt. Wir haben ein Auto dessen Wert in etwa auf 7000 kommen würde.

Offline Fettnäpfchen

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 16485
  • Optionskommune
FabianLex

Wenn sich deine Frau auch ein Auto leistet dass ja 7500.- Wert haben darf fehlt nicht mehr viel um unter das Schonvermögen zu kommen. Von den 9000.- ausgehend also in etwa 1500.- reicht dann noch eine Miele Waschmaschine oder ein Vorwerkstaubsauger (oder ähnlich teure Geräte o. AMC Kochtopfset o.ä.) mit entspr. Zusatzmaschinen und Ihr seid auch unter dem Schonbetrag.

Zitat von: FabianLex am 30. Juni 2020, 17:12:16
Wie wird es gewertet wenn vor Antragstellung Geld vom Bankkonto entnommen
Solange es nicht verschwenderisch ausgegeben wird passiert eigentlich nichts.
Lies mal den Ratgeber Vermögen da besonders auch die Erklärung am Anfang.
Evtl. kannst du auch bestehende LV die angerechnet wird in den Verwertungsausschluss nehmen, dann wird diese Summe nicht zum normalen Schonvermögen gerechnet. Je nach Summe braucht es dann kein Zweitwagen oder was sonst oben steht.......

MfG FN
Meine Beiträge beinhalten oder ersetzen keine anwaltliche Beratung oder Tätigkeit.
Für eine verbindliche Rechtsberatung und -vertretung suchen Sie bitte einen Anwalt auf.
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern. (Konfuzius)

Offline Fettnäpfchen

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 16485
  • Optionskommune
FabianLex

Ab sofort gilt die erleichterte Antragstellung bis 30.09.2020!
Von daher sollte es gar kein Problem sein wenn du über dem Schonvermögen liegst.
Änderungen des SGB II durch das Sozialschutz-Paket infolge der Corona-Pandemie
Hier ist lediglich darauf zu achten dass dein Vermögen nicht über 60 000.- liegt, aber das dürfte in den Antragsunterlagen genauer beschrieben sein.

MfG FN
Meine Beiträge beinhalten oder ersetzen keine anwaltliche Beratung oder Tätigkeit.
Für eine verbindliche Rechtsberatung und -vertretung suchen Sie bitte einen Anwalt auf.
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern. (Konfuzius)

Offline FabianLex

  • neu dabei
  • Beiträge: 6
FabianLex

Ab sofort gilt die erleichterte Antragstellung bis 30.09.2020!
Von daher sollte es gar kein Problem sein wenn du über dem Schonvermögen liegst.
Änderungen des SGB II durch das Sozialschutz-Paket infolge der Corona-Pandemie
Hier ist lediglich darauf zu achten dass dein Vermögen nicht über 60 000.- liegt, aber das dürfte in den Antragsunterlagen genauer beschrieben sein.

MfG FN

Gehen wir davon aus, das ich so oder so unter den Schonvermögen lande. Wird es hier zu Problemen kommen wenn folglich monatlich Tilgungen auf das Konto eingehen? Ich hab hier die Sorge das wenn monatlich Geld aufs Konto landet das Job Center Rückfragen stellt. Dann müsste ich einen Darlehensvertrag vorweisen, welche eventuell nicht akzeptiert wird wenn ich hier keine Zinsen verlange. Am Ende ignorierer die mir den Darlehensvertrag und bewerten die Tilgungen als Geschenk und somit Einkünfte.

Offline Fettnäpfchen

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 16485
  • Optionskommune
FabianLex

Offiziell gibt es keine Prüfung und auch keine Nachprüfung der ersten sechs Monate,
zumindest wenn ich es richtig verstanden habe.

https://hartz.info/index.php?topic=121896.msg1399090#msg1399090

MfG FN

Zitat von: FabianLex am 05. Juli 2020, 16:07:49
Problemen kommen wenn folglich monatlich Tilgungen auf das Konto eingehen? Ich hab hier die Sorge das wenn monatlich Geld aufs Konto landet das Job Center Rückfragen stellt.
Möglich ist alles, den Glauben das irgendetwas korrekt gemacht wird habe ich bis auf Kleinigkeiten aufgegeben. Um solchen Verdachtsmomenten vorzubeugen kann man ja andere Wege beschreiten als es über das Konto laufen zu lassen.
Meine Beiträge beinhalten oder ersetzen keine anwaltliche Beratung oder Tätigkeit.
Für eine verbindliche Rechtsberatung und -vertretung suchen Sie bitte einen Anwalt auf.
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern. (Konfuzius)

Offline FabianLex

  • neu dabei
  • Beiträge: 6
Um solchen Verdachtsmomenten vorzubeugen kann man ja andere Wege beschreiten als es über das Konto laufen zu lassen.

Ja, wenn ich keine eindeutige Antwort finde, bleibt die einzige Option Tilgungen in bar zu nehmen und dem jobcenter im dunklen lassen.

Offline Nixnick

  • neu dabei
  • Beiträge: 4
Zinsen sind immer Einkommen, daran wird sich auch niemals etwas ändern.
Aber eine Tilgung ist kein Zins. Auch daran wird sich niemals etwas ändern.  :zwinker:

Generell wäre ich mit solchen Kreditvergaben vorsichtig, wenn die dazu dienen, Vermögen zu verringern, um Bedürftigkeit herzustellen. Darauf könnten die Mitarbeiter allergisch reagieren, der Vorwurf des Betrugs steht im Raum. Den einzigen Vorteil, den ich hier sehe, ist das vereinfachte Antragsverfahren ohne Bedürftigkeitsprüfung.
Tipps dazu wurden ja schon gegeben.

Offline FabianLex

  • neu dabei
  • Beiträge: 6

Generell wäre ich mit solchen Kreditvergaben vorsichtig, wenn die dazu dienen, Vermögen zu verringern, um Bedürftigkeit herzustellen. Darauf könnten die Mitarbeiter allergisch reagieren, der Vorwurf des Betrugs steht im Raum. Den einzigen Vorteil, den ich hier sehe, ist das vereinfachte Antragsverfahren ohne Bedürftigkeitsprüfung.
Tipps dazu wurden ja schon gegeben.

In der Konstellation würde ich das Darlehen als Vermögen (auf das ich aktuell nicht zugreifen kann) melden, also würde sich Vermögen hier nicht verringern. Problem sehe ich bei den Rückzahlungsraten und ob diese so einfach akzeptieren werden.  Wenn ich keine Zinsen verlange würde buchhalterich das Vermögen bloß von Forderung auf Bankguthaben ungeschichtet. Beim jobcenter befürchte ich, die sagen ich habe das Geld an den Sohn verschenkt und er zahlt mir monatlich Unterhalt, was dann anrechenbare Einkünfte wären.

Offline Wähler

  • neu dabei
  • Beiträge: 8
In der Konstellation würde ich das Darlehen als Vermögen (auf das ich aktuell nicht zugreifen kann) melden, also würde sich Vermögen hier nicht verringern. Problem sehe ich bei den Rückzahlungsraten und ob diese so einfach akzeptieren werden.  Wenn ich keine Zinsen verlange würde buchhalterich das Vermögen bloß von Forderung auf Bankguthaben ungeschichtet. Beim jobcenter befürchte ich, die sagen ich habe das Geld an den Sohn verschenkt und er zahlt mir monatlich Unterhalt, was dann anrechenbare Einkünfte wären.
Solang Du mit der Schenkung nicht Deine Hilfsbedürftigkeit erhöhst, ist der Vorwurf doch Unsinn.
Mach einen vernünftigen Darlehensvertrag und fertig.
Du gibst die Forderung als Vermögensgegenstand an und damit ist die Rückzahlung lediglich eine Vermögensumwandlung oder ein Aktivtausch.
Bei Weiterbewilligungsanträgen gibst Du die reduzierte Höhe der Förderung an, um die Rückzahlung zu berücksichtigen.

Klar kann ein SB immer sagen, die Rückzahlung sei Einkommen, aber dagegen müsstest Du einfach vorgehen oder Dir die Rückzahlung in Bar geben lassen, um Missverständnisse zu vermeiden.