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Autor Thema: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen  (Gelesen 886 mal)

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Offline GBK667

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Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland soll von derzeit 9,35 Euro auf 10,45 Euro steigen – allerdings in vier Stufen und über zwei Jahre. Das empfiehlt die zuständige Kommission einstimmig.


Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland soll in vier Stufen bis zum 1. Juli 2022 von derzeit 9,35 Euro auf 10,45 Euro steigen. Das empfiehlt die zuständige Kommission in einem am Dienstag in Berlin vorgelegten Beschluss. Das Votum in dem Gremium, dem Vertreter von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Wissenschaft angehören, fiel einstimmig. Die Bundesregierung muss die künftige Höhe des Mindestlohns noch per Verordnung umsetzen. Sie richtet sich dabei in der Regel nach dem Vorschlag der Kommission.

Konkret soll der Mindestlohn laut der Empfehlung zunächst zum 1. Januar 2021 auf 9,50 Euro steigen. Zum 1. Juli 2021 soll eine zweite Anhebung auf 9,60 Euro folgen, zum 1. Januar 2022 eine dritte auf 9,82 Euro. Die vierte Stufe sieht zum 1. Juli 2022 eine Anhebung auf 10,45 Euro vor.

https://www.welt.de/wirtschaft/article210718781/Mindestlohn-soll-bis-2022-in-vier-Stufen-auf-10-45-Euro-steigen.html
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Offline anne

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Re: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen
« Antwort #1 am: 01. Juli 2020, 13:47:32 »
Die Steigerung ist ja gigantisch!

Der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer – außer für Langzeitarbeitslose nach einer Arbeitsaufnahme in den ersten sechs Monaten. Auch für Azubis, Menschen mit Pflichtpraktikum oder Praktika unter drei Monaten gilt er nicht. Daneben gibt es in mehreren Branchen tarifliche Mindestlöhne, die über der Lohnuntergrenze liegen.

Naja

Offline Angie69

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Re: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen
« Antwort #2 am: 01. Juli 2020, 17:31:28 »
Eine Senkung der Lohnnebenkosten wäre sinnvoller.

Mehr Geld für den arbeitenden und weniger Belastung für das Geschäft.
Eine Steigerung des Mindestlohn ist meiner Meinung nach nicht die Lösung des Problems.
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Offline red1765

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Re: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen
« Antwort #3 am: 01. Juli 2020, 20:40:41 »
Eine Steigerung des Mindestlohn ist meiner Meinung nach nicht die Lösung des Problems.

Und bringt auch nichts. Ich habe immer noch genaso viel übrig als mit 8,50€.
Werden ja auch die Preise entsprechend angepasst. Der ML ist eh nur eine Beruhigungspille.
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Offline Angie69

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Re: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen
« Antwort #4 am: 01. Juli 2020, 22:30:11 »
Das meinte ich damit das die Lohnnebenkosten gesenkt werden müssten.

Was passiert wenn kleinere Arbeitgeber zu hohe Löhne zahlen müssen? Sie entlassen und verlagern die Arbeit auf die Leute die da sind. Nix gewonnen unterm Strich.

Aber solang ich denken kann sind die Lohnnebenkosten Thema und die Politik taub auf diesem Ohr.

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Offline selbiger

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Re: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen
« Antwort #5 am: 02. Juli 2020, 08:13:06 »
jaaa..und all die preise gleich mit..also wer hatt was davon..?? :wand:
« Letzte Änderung: 02. Juli 2020, 08:30:47 von selbiger »

Offline Orakel

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Re: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen
« Antwort #6 am: 02. Juli 2020, 09:55:11 »
Was passiert wenn kleinere Arbeitgeber zu hohe Löhne zahlen müssen?

Der gesetzliche Mindestlohn ist zu hoch?
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Offline AlterGaul

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Re: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen
« Antwort #7 am: 02. Juli 2020, 10:06:39 »
Was passiert wenn kleinere Arbeitgeber zu hohe Löhne zahlen müssen? Sie entlassen und verlagern die Arbeit auf die Leute die da sind.
Was sind denn zu hohe Löhne bzw. kleine Arbeitgeber? Grade bei kleineren Arbeitgebern heisst es nicht das die Mindestlohn zahlen. In meinem Bekanntenkreis sind viele bei kleineren Arbeitgebern beschäftigt und bekommen eher das Gegenteil von einem Mindestlohn. Deine pauschale Aussage ist einfach falsch.

Aber solang ich denken kann sind die Lohnnebenkosten Thema und die Politik taub auf diesem Ohr.

Hier ist eine Übersicht der Sozialversicherungen über mehrere Jahre. Die Auflistung zeigt das der Anteil der Sozialversicherungen auf einem hohen Niveau sind, aber über die Jahre teilweise gesunken sind.

Quelle: Entwicklung der Beiträge für die Sozialversicherung
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Offline Angie69

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Re: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen
« Antwort #8 am: 02. Juli 2020, 10:36:17 »
Was passiert wenn kleinere Arbeitgeber zu hohe Löhne zahlen müssen?

Der gesetzliche Mindestlohn ist zu hoch?

Wo liest du das heraus  :scratch:
Threadthema ist Mindestlohnerhöhung nicht die aktuellen Mindestlöhne. Wer lesen kann usw...


@AlterGaul
Ist doch schon wenn das in deinem Bekanntenkreis so ist.
Du kannst ja in meiner falschen pauschalen Aussagen deinen Bekannten ausschließen und ein oft miteinsetzen wenn es dich glücklich macht

Achso zu behaupten meine Aussage wäre falsch ist auch pauschal ausgesagt. Nur so nebenbei
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Offline Angie69

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Re: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen
« Antwort #9 am: 02. Juli 2020, 11:16:14 »
Vielleicht in dem Zusammenhang interessant

Der Mindestlohn: Pro und contra Argumente

Der Artikel ist berücksichtigt noch nicht die teilweise angeschlagenen Unternehmen.


Deshalb bin ich, meine Meinung, eher dafür die Lohnnebenkosten zu senken.
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Offline oldhoefi

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Re: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen
« Antwort #10 am: 02. Juli 2020, 18:30:57 »
Zitat von: GBK667 am 30. Juni 2020, 17:17:02
Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland soll von derzeit 9,35 Euro auf 10,45 Euro steigen – allerdings in vier Stufen und über zwei Jahre.
Für diesen Brutto-Stundensatz würde ich persönlich nicht einmal die linke A...backe erheben – auch wenn es jetzt überheblich klingen mag.

Der gesetzliche Mindestlohn mag vielleicht prekären Arbeitsverhältnissen sprich ausbeuterischen Arbeitgebern einen Riegel vorschieben, aber als hoch zu lobende Errungenschaft betrachte ich den gesetzlichen Mindestlohn keineswegs.

Vielmehr findet damit sehr wohl ein Lohndumping statt da sich viele Arbeitgeber auf dem Mindestlohn „ausruhen“. Will heißen, solange der gesetzliche Mindestlohn eingehalten wird, warum soll der Arbeitgeber dann mehr Gehalt/Lohn anbieten geschweige denn bezahlen. Womit auch jegliche Verhandlungsführungen bei Entgeltzahlungen sofort im Keime erstickt werden.

Meine beruflichen Erfahrungen (auch als Personaler) entsprechen denen von @Alter Gaul.

Insbesondere kleinere bis mittelständische Betriebe zahlen meist weitaus mehr als den gesetzlichen Mindestlohn, teilweise sogar über ggf. Tarifvertrag. Denn bei solchen Unternehmen zählen noch der Wert der Arbeitskraft und auch der Mensch der diese erbringt.

Auch sind diese Betriebe daran interessiert, kompetente Mitarbeiter einzustellen und diese zu halten (u. a. durch gute Bezahlung) und nicht ständigem Personal-Wechsel ausgesetzt zu sein (was unnötige Betriebskosten und unruhiges Betriebsklima verursachen).

Im Gegensatz zu Großkonzernen, wo meist häufige Personal-Fluktuationen auf der Tagesordnung stehen und dort nicht großartig auffallen – die wahren Hintergründe dabei bleiben meist im Verborgenen.

Eine ggf. Verringerung der Lohnnebenkosten halte ich persönlich für blauäugig.

Lohnnebenkosten bestehen u. a. aus Versicherungsleistungen (KV, PV, ArblV, RV) die der Versichertengemeinschaft (nicht dem Staat) zu Gute kommen, dessen Aufwendungen sich auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer verteilen.

Wenn diese Sozialversicherungsbeiträge (noch mehr) gesenkt werden, wie sollen dann diese Töpfe hinreichend aufgefüllt werden, um daraus die erforderlichen Versicherungsleistungen zu bedienen.

An der Höhe der Lohnsteuer könnte evtl. etwas geschraubt werden. Aber dafür stehen wiederum entsprechende Absetzbeträge für Arbeitnehmer zur Verfügung, die man dann aber auch in Anspruch nehmen sollte.

Theorie und Praxis sind und bleiben zwei Paar Stiefel – ich persönlich orientiere mich an der Praxis und an meinen Erfahrungswerten.

Meine Meinung, die ich mir weder verdrehen noch nehmen lasse.
„Je höher die Rechthaberei in einem Menschen steigt, desto seltener hat er recht - das heißt desto seltener stimmen seine Aussagen und Behauptungen mit der Wahrheit überein.“

Johann Heinrich Pestalozzi (1746 - 1827) Schweizer Pädagoge und Sozialreformer

Offline AlterGaul

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Re: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen
« Antwort #11 am: 02. Juli 2020, 18:57:11 »
Insbesondere kleinere bis mittelständische Betriebe zahlen meist weitaus mehr als den gesetzlichen Mindestlohn, teilweise sogar über ggf. Tarifvertrag. Denn bei solchen Unternehmen zählen noch der Wert der Arbeitskraft und auch der Mensch der diese erbringt.
Dieses kann ich auch nur bestätigen. Den meisten Betrieben graut es davor neues Personal suchen zu müssen. Auch wenn viele es nicht glauben, je nach Region in Deutschland haben viele Firmen große Probleme neues Personal zu finden trotz guter Bezahlungen und weiteren Zuwendungen. Bei Einstellungen wünschen sich viele das der Mitarbeiter lange bleibt. Dieses wird in vielen Fällen nicht nur mit einem guten Gehalt honoriert. Dabei geht es nicht nur um Akademikerstellen.

Theorie und Praxis sind und bleiben zwei Paar Stiefel – ich persönlich orientiere mich an der Praxis und an meinen Erfahrungswerten.
Viele kennen aus dem Niedrigarbeitslohnmarkt gar keine anderen Bedindungen und demnach kann es ja keine andere Seite geben. Deshalb wird man ja oftmals sehr schräg angesehen, dass es auch eine andere Seite gibt.
Aber das zeichnet ein Forum aus, dass man viele Erfahrungen in den Ring werfen kann.
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Thomas Jefferson

Offline Angie69

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Re: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen
« Antwort #12 am: 02. Juli 2020, 19:16:56 »

Dieses kann ich auch nur bestätigen. Den meisten Betrieben graut es davor neues Personal suchen zu müssen. Auch wenn viele es nicht glauben, je nach Region in Deutschland haben viele Firmen große Probleme neues Personal zu finden trotz guter Bezahlungen und weiteren Zuwendungen. Bei Einstellungen wünschen sich viele das der Mitarbeiter lange bleibt.


Hierbei stimme ich dir zu 100% zu

Und ja es ist ein Problem gutes und zuverlässiges Personal zu finden. Ob das immer nur am Lohn liegt  :weisnich: teilweise ist es auch die Einstellung mancher Leute.
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Offline oldhoefi

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Re: Mindestlohn soll bis 2022 in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen
« Antwort #13 am: 02. Juli 2020, 22:17:28 »
@AlterGaul,

Du sprichst mir aus der Seele, sowohl aus Arbeitgeber- als auch aus Arbeitnehmer-Sicht. :ok:
„Je höher die Rechthaberei in einem Menschen steigt, desto seltener hat er recht - das heißt desto seltener stimmen seine Aussagen und Behauptungen mit der Wahrheit überein.“

Johann Heinrich Pestalozzi (1746 - 1827) Schweizer Pädagoge und Sozialreformer