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Autor Thema: Behörden und Sozialleistungen oder : Pflichten ja, Rechte nein?!  (Gelesen 1099 mal)

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Offline mikro

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hallo ihr lieben,

da ich im zuge meiner arbeit immerwieder mit menschen zu tun habe, die in lebenslagen geraten, in welchen sie sozialleistungen in anspruch nehmen müssen, entsteht ein bild, das mir gar nicht gefällt. nicht von den menschen die beziehen, sondern von den bürokratischen strukturen. kurz: die meisten menschen haben keine ahnung wo ihnen was wann bei wem und wie zusteht und was wie damit zusammenhängt.
oke.. gehen wir mal an den anfang: habt ihr in der schule gelernt, was ihr tun müsst, wenn ihr auszieht? dass ihr ausbildungsbeihilfe, kindergeld, evtl. wohngeld bekommen könnt? das ist erst der anfang. nehmen wir alle situationen zusammen, in die mensch eingehen kann, sich selbst finanziell nicht mehr halten zu können. wer nicht von anfang an mit deratigem konfrontiert ist, hat keine ahnung davon .

ich erlebe es immerwieder, das ämter nicht aufklären. sei es bafögamt, wobei noch halbwegs geht... liegt vielleicht an der haltung, dass studies ja keine "richtigen smarotzer sind"..... (nein ich halte sozialleistungsbezieher nicht für schmarotzer)
zum einen ist das prozedere meist enorm hochschwellig. anträge und das was sie beinhalten wird häufig nicht verstanden. zum zweiten wird mensch nicht aufgeklärt, was ihm zusteht. der einzige weg, den ich bisher kenne, ist, das der zugang zu einer beratungsstelle für derartige fragen, dasein muss.
wer keine ahnung von beratungsstellen hat und deren funktion, kann das sgb nehmen oder durch erfahrung lernen. für manche endet die erfahrung in obdachlosigkeit. behörden fordern - aber sie klären einen nicht auf über das, was mensch für möglichkeiten auf sozialleistungen hat. was ihm zusteht, was er beantragen kann unter welchen vorraussetzungen. und damit meine ich nicht ämterübergreifend. bei mir entsteht der eindruck, dass es ein ziemlich bewusstes unterfangen ist. wer nix weiß beantragt auch nix. umsoweniger menschen über ihre rechte in bestimmten situationen in welchen sie anspruch hätten, wissen, umsoweniger nehmen den anspruch in anspruch.

gesellschaftlich wird weder die möglichkeit auf zugang zu wissen : wie z.b. beratungsstellen
noch die möglichkeiten in bestimmten situationen auf den sozialstaat zurückzugreifen kommuniziert.

und das ist übergreifend - zumindest entsteht bei mir der eindruck. die hürden möglichst hoch setzen und möglich wenig infos rausgeben.

was denkt ihr darüber, und gibt es vereine, menschen, die sich diesem thema bereits widmen?

danke fürs lesen und eure gedanken zu diesem thema

mikro

Offline Fettnäpfchen

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Re: Behörden und Sozialleistungen oder : Pflichten ja, Rechte nein?!
« Antwort #1 am: 19. August 2020, 17:33:36 »
 :flag:

Schlicht gesagt > Deutsches Recht
Der Deutsche hat das recht sich zu informieren, allerdings sollte er seine Fragen so stellen das er auch die passende, bzw. für Ihn richtige, Antwort bekommt.

MfG FN
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Offline CCR

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Re: Behörden und Sozialleistungen oder : Pflichten ja, Rechte nein?!
« Antwort #2 am: 19. August 2020, 18:33:22 »
Zitat von: mikro am 18. August 2020, 19:55:24
aber sie klären einen nicht auf über das, was mensch für möglichkeiten auf sozialleistungen hat. was ihm zusteht, was er beantragen kann unter welchen vorraussetzungen. und damit meine ich nicht ämterübergreifend. bei mir entsteht der eindruck, dass es ein ziemlich bewusstes unterfangen ist. wer nix weiß beantragt auch nix. umsoweniger menschen über ihre rechte in bestimmten situationen in welchen sie anspruch hätten, wissen, umsoweniger nehmen den anspruch in anspruch.
hab ich auch immer wenn ich zu einen Arzt gehe und je mehr wissen einer hat um so mehr arbeitet bedeutet das für einen Angestellten im Amt.
In den grossen Städten tranken viele Männer weniger aus Langeweile als vielmehr wegen des Lebens in permanenter Unterdrückung.

Offline mikro

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Re: Behörden und Sozialleistungen oder : Pflichten ja, Rechte nein?!
« Antwort #3 am: 22. August 2020, 14:50:57 »
Versteh ich nicht was du meinst ccr. bitte um erklärung :)

fettnäpfchen:  hab es schon selbst im umgang mit behörden erlebt, dass sie selbst bei nachfrage nicht informieren, oder falsche bis gegensätzliche infos rausgegeben werden.

nenne mir eine stelle, die niedrigschwellig ist, und der mehrheit bekannt, welche genau für eine beratung in sozialleistungen übergreifend berät. ich kenne keine! ausser der allgemeine sozialdienst, welcher dann weiterschicken sollte, und somit beraten kann, wer beraten könnte.


Offline Fettnäpfchen

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Re: Behörden und Sozialleistungen oder : Pflichten ja, Rechte nein?!
« Antwort #4 am: 22. August 2020, 15:37:27 »
mikro

Zitat von: mikro am 22. August 2020, 14:50:57
fettnäpfchen:  hab es schon selbst im umgang mit behörden erlebt, dass sie selbst bei nachfrage nicht informieren, oder falsche bis gegensätzliche infos rausgegeben werden.
Dafür gibt es dann das Recht dich zu beschweren allerdings solltest du dass dann auch beweisen können.
Da kommt dann der Punkt Nicht ohne Beistand zur Arge
hier dem weiterführenden Link folgen!

zum tragen!

Zitat von: mikro am 22. August 2020, 14:50:57
nenne mir eine stelle, die niedrigschwellig ist, und der mehrheit bekannt, welche genau für eine beratung in sozialleistungen übergreifend berät. ich kenne keine!
:weisnich:

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Gast44116

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Re: Behörden und Sozialleistungen oder : Pflichten ja, Rechte nein?!
« Antwort #5 am: 22. August 2020, 19:14:42 »
Ja die Sachbearbeiter halten sich mit ihrer Aufklärungspflicht sehr zurück..Daher stelle ich mittlerweile Fragen schriftlich . Dann habe ich etwas in Händen.

Offline Ottokar

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Re: Behörden und Sozialleistungen oder : Pflichten ja, Rechte nein?!
« Antwort #6 am: 23. August 2020, 10:13:04 »
Ich erkenne zwar die Gründe, aber nicht die Ziele deines Themas.
Willst du nur Dampf ablassen? Dann ist das hier der falsche Bereich.
Hast du Fragen? Dann stelle diese konkret.

Die Regierung (ich verzichte mal auf die Mehrzahl, denn die Personen sind ohnehin beliebig austauschbar, da sie letztlich alle dem gleichen "Herrn" dienen, Stichwort "Konjunkturpolitik") hat mit dem Umbau des Sozialstaates - der Übrigens bereits kurz nach der sog. Wiedervereinigung begann, nicht erst 2005 mit Hartz IV - das Ziel verfolgt, den Zugang zu Sozialleistungen immer mehr zu erschweren. Dazu gehören:
- immer kompliziertere und für viele unverständliche Formulare,
- immer intimiere Fragen über die Person des Antragstellers und dessen Familienmitgliedern, die mittlerweile in einer vom BSG geduldeten eklatanten Verletzung von allgemeinen Persönlichkeitsrechten gipfelt, die in einem anderen Kontext als dem deutscher Behörden eine Strafverfolgung nach sich ziehen würde,
- die Maximierung des psychischen Drucks auf Sozialleistungsbezieher,
- das Ausnutzen von Sozialleistungsbeziehern als billige Arbeitskräfte, die keinen Anspruch auf Mindestlohn haben,
- die allgemeine gesellschaftliche Ächtung von Sozialleistungsbeziehern als Sozialschmarotzer,
- die Beschränkung der Sozialleistungen auf ein absolutes Minimum, welches eine gesellschaftliche Teilhabe nahezu unmöglich macht,
- Nicht- und Falschinformation von Antragstellern und Sozialleistungsbeziehern über deren Rechte als Ergebnis fachlich inkompetenter oder moralisch fragwürdiger Behördenmitarbeiter,
- Rechtswidrige teilweise oder komplette Ablehnung von Sozialleistungen, um Antragsteller zu zermürben und zu deaktivieren nach dem Scheinmotto "Widerstand ist zwecklos, wir sitzen am längeren Hebel." - Scheinmotto deshalb, weil mind. jeder 3 Widerspruch und jede zweite Klage Erfolg haben, was u.a. den Handlungsvorsatz belegt,
- immer schlechtere oder gänzlich fehlende Aus-und Weiterbildung von Behördenmitarbeitern, die unter Androhung der Kündigung gezwungen werden, rechtswidrige interne Arbeitsanweisungen umzusetzen, um die Vorgaben der BA an abzulehnende Leistungen zu erfüllen, die im Bundeshaushalt einkalkuliert sind (z.B. als Einsparungen infolge von Sanktionen),
usw. usf.

Diese Liste ließe sich beliebig erweitern und jede Punkt umfangreich ausführen, aber die imho Wichtigsten dürften darin genannt sein.
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