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Autor Thema: Schonvermögen.. gilt es auch für nach Antragstellung angespartes Geld ?  (Gelesen 1028 mal)

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Offline dreameline

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Hallo, ich hab gelesen, dass als Bargeld nur unter Schonvermögen zählt wenn es
1. VOR dem Antrag auf Hartz4 besessen wurde
und 2. nicht mehr als 150,00 je Lebensjahr und Person im Haushalt ist.

Meine Frage ist: 
Männe und ich beziehen seit Jahren ALGII als Aufstocker und wir dürfen von unseren Einkünften monatlich ca. 400,00 EUR behalten (Rest wie üblich mit Regelsatz verrechnet).
Einen Großteil dieses zusätzlich verdienten Geldes sparen wir aus Angst vor Abzügen bar seit Jahren zuhause, um davon bei eventuellen Dingen wie defekten Kühlschrank / Waschmaschine diese ersetzen zu können - was auch schon einige Male nötig war. Unser Bargeld übersteigt natürlich nicht die 150,00 EUR je Lebensjahr (Beide Ü50).
Trotzdem würde ich das Geld lieber auf der Bank wissen als zuhause. Aber wie verhält sich das. ich wurde seit fast 2 Jahren nicht gefragt wieviel ich besitze, haben aber vorher immer das Bargeld angegeben was wir derzeit dann hatten. Nun ist die Summe schon einige tausend hoch und ich würde das Geld gern einzahlen. Ich habe natürlich Angst, das dies dann wieder irgendwie abgezogen werden kann. obwohl das Geld nachweislich als anrechnungsfreier Zuverdienst bereits deklariert ist.
Hat jemand genaues wissen, ob man Bargeld einfach so einzahlen kann das man vorher zuhause über Monate/Jahre gespart hat ?
Oder kommt jetzt ein riesen Verwaltungsakt auf uns zu, in dem wir erklären müssen wo das herkommt. Und wie soll ich das denn dann bitte beweisen ? Ich denke unsere Sorge ist berechtigt, zumal die schon mal nachfragen woher 15 EUR Erstattung der Krankenkasse für Taxifahrt zur Klinik kommt - was ist dann erst mit 5.000.00 ?
Wäre für Anworten sehr dankbar - aber bitte nur wenn jemand genaue Informationen hat. " ich denke, das verhält sich so....."  ist lieb aber hilft nicht :-) Frohe Weihnachten noch Euch allen - und bleibt gesund

Online Fylou

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Bei deinem Weiterbewilligungsanträgen muss man in der Anlage VM doch immer angeben, wie viel Bargeld man besitzt? Oder habt ihr das seit den 2 Jahren nicht mehr gemacht?

Du musst nachweisen, dass das Geld im Bezug angespart wurde. z.B. durch Belege über regelmäßige Auszahlung/Abhebung. Das Jc wird meiner Erfahrung nach trotzdem u.U. Stress machen, vor allem wenn das steigende Barvermögen nicht angegeben wurde bei den WBA. Anrechnen dürfen -> nein. Aber es kann sein, dass das JC das trotzdem versucht.

Solange ihr plausibel nachweisen könnt, dass das Geld eures ist und woher es stammt ist die Einzahlung kein Einkommen und darf nicht angerechnet werden.

Wann steht denn euer nächster WBA an?

Offline dreameline

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Zuletzt beantragt und dort natürlich alles angegeben was wir hatten war im Juni 2019 (da waren es noch um die 2.000,00 EUR bar) und da wurde 1 Jahr bewilligt und das läuft ja jetzt immer antragslos weiter seit COVID. - Der atuelle Bescheid gilt bis 30.06.2021. Geändert hat sich sonst ja nix, weder das Einkommen noch unsere Kosten.
Ich bin schon fast geneigt das Geld für wichtige Dinge auszugeben, (Da wäre schon einiges das dieses Jahr zu bruch ging und noch nicht ersetzt wurde), als das ich es sicher zu Bank bringe und dann noch Stress bekomme. Dieses als Gehalt bekommene Geld doppelt als Einkommen verrechnet zu bekommen ist mir wahrlich zu riskant.

Oder vielleicht ich zahle im gesamten nächsten Jahr alle meine Einkäufe bar - dann steigt mein Kontovermögen automatisch und mein Bares schwindet... ich weiss ja auch nicht. Ich mag mich nur für meine Sparsamkeit und Vorsicht nicht noch bestrafen lassen. Es stehen viele Kosten an, schon allein aus gesundheitlichen Gründen momentan - da will ich nicht ohne "Pflaster" dastehen.

Online Fylou

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Zitat
Oder vielleicht ich zahle im gesamten nächsten Jahr alle meine Einkäufe bar

Da vorsichtig sein, manche Jc prüfen dann wie man das machen konnte und vermuten zusätzliches, nicht angegebenes Einkommen. Hier scheinen es ja einige tausend Euro zu sein.

Da ihr beim WBA 2019 die 2000€ bar angegeben habt, könnt ihr die sicherlich schon mal einzahlen. Und dann wird es doch sicherlich erkennbar sein an den Kontoauszügen, dass ihr jeden Monat etwas abgehoben habt? Wenn man davon 100€/Monat spart, ist man noch einmal bei aktuell 18x100€ = 1800€. Also 3800€. Genau so kann man es dem JC dann vorrechnen, falls sie fragen.

Offline 2000johndoe

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@Fylou

wie bitte prüft denn das Amt, ob man seine Wocheneinkäufe Bar oder mit Karte zahlt ?

Ich würd die Kohle auf keinen Fall aufs Konto packen ! Behalte die Moneten daheim und wenn dann doch eine neue Waschmaschine fällig ist oder etwas anderes, dann würd ich einfach bei Amazon shoppen und dort ohne Bank-Konto mit der Bargeld-Option (heisst da "Amazon vor Ort aufladen") zahlen.


Online Fylou

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Wenn das JC bei den Kontoauszügen sieht, dass monatelang kein Geld abgehoben wurde für Einkäufe? Hier geht es ja um tausende Euro, sprich mehrere Monate. Wenn weder Bargeldabhebung noch Kartenzahlung für irgendwas erfolgt, wird nachgefragt. Von Luft und Liebe lebt keiner.

Offline Sheherazade

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Dann gib das Geld (wenigstens zum großen Teil) für das aus, wofür du es gespart hast.
Ich bin schon fast geneigt das Geld für wichtige Dinge auszugeben, (Da wäre schon einiges das dieses Jahr zu bruch ging und noch nicht ersetzt wurde)
Prävention ist keine Hysterie, Ignoranz kein Mut.

Vergesst die Achse des Bösen, es ist die Achse des Blöden, die uns das Genick brechen wird.

Offline Wuff

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Es ist sogar gewünscht, dass du dir etwas ansparst, damit du nicht alle Nase lang ein Darlehen beim JC beantragen musst, um nötige Anschaffungen darüber finanziert zu bekommen.

Es wäre daher von Anfang an angebracht gewesen, dass ganze Geld auf ein Sparbuch oder so einzuzahlen und nicht Bar rumliegen zu lassen. Bei einem Sparbuch musst du übrigens die Zinsen jedes Jahr mit einreichen (50 Euro sind hier Anrechnungsfrei von den Zinsen) und ansonsten gilt bei Vermögen das übliche 150xLebensjahr+750Euro. Da du wohl offensichtlich mit jemanden zusammenlebst gilt das gleiche auch für diesen.

Es bliebe aber grundsätzlich immer dabei, dass man das nachweisen muss, woher das Geld kommt. Da du das zuvor allerdings schon immer angegeben hattest im Barvermögen, sollte es hier keinerlei Probleme geben.

Offline besserwessi

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Man könnte natürlich auch ganz langsam den Sparbetrag auf dem Konto erhöhen, also 500 oder 600 Euro auf dem Konto lassen jeden Monat und die Differenz bei euren Ausgaben aus dem Barvermögen begleichen, so dürfte das Bargeld allmählig dahinschmelzen und das Ersparte auf dem Konto wird immer mehr. Dauert natürlich eine Weile aber so würde ich das machen. Eure Sparsamkeit darf euch keiner zum Vorwurf machen und dank regelmäßiger Abbuchungen vom Konto wird das JC euch auch nichts können.

Offline dreameline

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Das alles bestätigt meine Gedanken und Pläne. Wir werden das jetzt einfach so machen, dass wir das Geld in Zukunft einfach auf dem Konto  lassen und dort ansparen - und das was wir bislang gespart haben in Höhe des vor 1,5 Jahren gemeldeten Barvernögens einzahlen, den Rest aber nicht. Und ab und zu auch mal EInköufe bar bezahlen - dann passt das.
Wir haben nämlich so unser Gehalt benauso oft in bar wie auch mal aufs Konto bekommen, das lässt sich meiner Meinung nach viel zu schwer nachweisen und Stress wollen wir wie gesagt vermeiden.

Ich hoffe nur , dass wir dann am Ende nächsten Jahres, wenn wir da auch wieder über 5.000 zu liegen haben nicht aufgefordert werden, das zuerst zu verwenden. Wir sparen ja praktisch den gesamten Zuverdienst der uns nicht abgezogen wird, also 300,00 rund pro Monat - da kommt schnell bissl was zusammen auf der Kante.

Ich hoffe wirklich, dass für dieses Geld dann tatsächlich die 150,00 Regelung pro Lebensjahr gilt.
Danke für Eure Tipps !
& bleibt gesund <3

Online Fylou

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Re: Schonvermögen.. gilt es auch für nach Antragstellung angespartes Geld ?
« Antwort #10 am: 27. Dezember 2020, 14:19:50 »
Solange ihr unter dem Vermögensfreibetrag bleibt darf das Jc nicht zur Verwertung auffordern. An den 150€/Lebensjahr pro Partner wird sich auch absehbar nichts ändern. Plus die 750€ für Einmalanschaffungen.
Solltet ihr z.B. davon ein Auto kaufen wollen, wäre das zusätzlich bis 7500€ geschützt. Ebenso bestimmte Formen der privaten Rentenversicherung mit Verwertungsausschluss bis zum Renteneintritt.

Offline hansmeisner

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Re: Schonvermögen.. gilt es auch für nach Antragstellung angespartes Geld ?
« Antwort #11 am: 27. Dezember 2020, 23:33:33 »
Solange ihr unter dem Vermögensfreibetrag bleibt darf das Jc nicht zur Verwertung auffordern. An den 150€/Lebensjahr pro Partner wird sich auch absehbar nichts ändern. Plus die 750€ für Einmalanschaffungen.
Solltet ihr z.B. davon ein Auto kaufen wollen, wäre das zusätzlich bis 7500€ geschützt. Ebenso bestimmte Formen der privaten Rentenversicherung mit Verwertungsausschluss bis zum Renteneintritt.
Nochmal kurz zur Klarstellung, dass ich das auch richtig verstanden habe:
Wenn man sich ein Auto im Marktwert von bis zu 7.500€ von bereits vorhandenem Vermögen kauft, dann darf man sich nach dem Kauf zusätzlich noch bis insgesamt 150€/Lebensjahr + 750€ ansparen?

Online Fylou

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Re: Schonvermögen.. gilt es auch für nach Antragstellung angespartes Geld ?
« Antwort #12 am: 27. Dezember 2020, 23:50:42 »
Richtig, ein Auto ist unabhängig vom sonstigen Schonvermögen. Sonst hätte man mit einem Auto alleine schon mehr als den Freibetrag, benötigt es aber z.B. um zur Arbeit zu kommen. Für jedes erwerbsfähige (!) Mitglied der BG darf ein Fahrzeug vorhanden sein.

Ebenso wird angemessener Hausrat oder eine selbst genutzte, angemessene Immobilie nicht berücksichtigt (§ 12 Abs. 3 SGB II).