hartz.info erhebt und verarbeitet Daten um seine Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Fehler zu analysieren.
Teilweise benötigen wir dazu deine Zustimmung, diese kannst du jederzeit widerrufen. Mehr Infos dazu gibt es hier.
Mit Klick auf "Cookies ablehnen" kannst du die erforderliche Zustimmung ablehnen.

Ich stimme zu

Autor Thema: Erneute Sozialmedizinische Begutachtung über das Leistungsbild Jobcenter  (Gelesen 510 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Brummer

  • neu dabei
  • Beiträge: 2

Guten Tag,

bei mir steht jetzt eine erneute sozialmedizinische Leistungsbeurteilung an.

Habe seit vielen Jahren mehrere Hautkrankheiten und davon tritt eine in zweifacher Form auf. (chronische Kälteurtikaria und chronische cholinerge Urtikaria)
Kurze Beschreibung :
Kälteurtikaria (Kältekontakturtikaria): Juckende Quaddeln oder Angioödeme bilden sich innerhalb weniger Minuten, nachdem die Haut Kälte (kalte Luft/Wind, Flüssigkeit oder feste Gegenstände) ausgesetzt wurde und anschließend wieder erwärmt wird. Die Veränderungen halten üblicherweise etwa eine Stunde an. In schweren Fällen kann es zu Allgemeinreaktionen bis hin zur Anaphylaxie kommen.
Cholinerge (cholinergische) Urtikaria: Hautrötung und Quaddelbildung mit Juckreiz nach körperlicher/sportlicher Aktivität und passiver Erwärmung (zum Beispiel durch ein heißes Bad); bei manchen Betroffenen lassen sich auch durch emotionalen Stress und heiße, scharfe Speisen oder Getränke Symptome auslösen. Die Hautveränderungen bleiben in der Regel etwa zwischen 15 und 60 Minuten bestehen.

Die Diagnosen sind 2011 gestellt wurden und haben sich bis heute nicht geändert. Ich möchte betonen, dass der Juckreiz der ausgelöst wird absolut unerträglich und Lebensbestimment
ist! Seit dem hat fast jedes Jahr eine sozialmedizinische Leistungsbeurteilung stattgefunden. Ergebnisse dieser Beurteilungen waren bis zum März 2019  immer die selben. Vollzeit arbeitsfähig und dann kommt die lange Ergänzende Beschreibung des negativen Leistungsbildes. (Alle Beurteilungen sind nach Aktenlage beschieden wurden. Obwohl ich immer aud ein persönliches Verstellen beim Ärztlichen Dienst bestanden habe.)
Alles was ich bis zur meiner Arbeitslosigkeit im Jahr 2010 gemacht habe, geht nicht mehr. Wäre bei den Arbeitsstellen immer den Auslösern der Hautkrankheiten ausgesetzt. Für alle Arbeitsstellen die aus Gesundheitlicher Sicht geeignet wären, fehlt mir das Wissen oder die Nachweise darüber.

Der Amtsarzt der die Beurteilung im März 2019 erstellt hat kam zu dem Urteil, dass ich weniger als 3 Stunden pro Tag leistungsfähig bin. Er hatte zu einer Reha-Maßnahme geraten und diese hat im September 2019 stattgefunden. Dort hat sich dann bestätigt das es keine vertretbaren Therapiemöglichkeiten gibt. Die Hautkrankheiten sind von alleine gekommen und müssen auch von alleine gehen.
Die letzte sozialmedizinische Beurteilung war im Dezember 2019. Die hat kein Amtsarzt bei meinem zuständigen Jobcenter erstellt, sondern ein Vertragsarzt/Honorararzt in Berlin. Wieder nach Aktenlage und welch Überraschung Vollzeit arbeitsfähig mit den bekannten negativen Leistungsbild.
Möchte niemanden was unterstellen, aber das Ergebnis war so gewollt. Für mich sind solche Ärzte nicht frei in Ihrer Beurteilung. Man wird immer zu gunsten des Auftragbebers handeln und rein aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Meine Fragen: Auf was sollte ich achten bei der Schilderung meiner Einschränkungen in Bezug auf meine Leistungsfähigkeit?
                    Welche "Wiederspruch" Möglichkeiten habe ich, wenn die Beurteilung wieder ein Vertragsrzt ertellt?

Mit freundlichen Grüßen

Brummer



Offline BigMama

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 4898
  • Für das Können gibt es nur einen Beweis: das TUN!
Du solltst mal die Begrifflichkeiten Vertragsarzt und Honorarzt googeln.
Die Welt wird nicht von skrupellosen Verbrechern, finstren Kapitalisten oder machtgierigen Despoten regiert, sondern von einer gigantischen, weltumspannenden RIESENBLÖDHEIT.
Wer´s nicht glaubt, ist schon infiziert.
(Michael Schmidt-Salomon, GBS-Sprecher)

Offline Phoenix

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 352
Du hast immer das Recht dem Gutachter Fragen zu stellen und Dir erklären zu lassen wie er zu einem bestimmten Ergebnis kommt.

Weiterhin besteht die Möglichkeit dem Inhalt zu widerspreche oder die Möglichkeit der Klage dagegen.
Im Klageverfahren wird das Gericht einen neutralen Gutachter bestimmen, der an die angeordneten Untersuchungs-Vorgaben gebunden ist.

Offline Brummer

  • neu dabei
  • Beiträge: 2


Möchte mich erstmal für die Informationen bedanken.

Habe die Begrifflichkeiten Vertragsarzt und Honorarzt gegoogelt.
Mein Lebensmittelpunkt ist in Oberfranken (Bayern).
Denke das es kein Vertragsarzt laut Definition ist, sondern nur das Jobcenter einen Vertrag mit diesen Ärzten hat.
Warum wird das nach Berlin geschickt? Gibt es in Bayern keine Vertragsärzte?

Hätte schon ein paar Fragen an den gehabt. Glaube allerdings nicht, dass das Jobcenter Ihn aus Berlin anreißen lässt.

Offline BigMama

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 4898
  • Für das Können gibt es nur einen Beweis: das TUN!
Hängt die Beauftragung des Arztes in Berlin vielleicht mit deiner Erkrankung zusammen. Ist dieser Arzt Facharzt für das bei dir vorliegende Krankheitsbild? Erstellt dieser Arzt evtl. auch Gutachen im Rahmen von Sozialgerichtsverfahren? Das könnte evtl. der Grund sein, wieso dieser Arzt gewählt wurde.

Zitat von: Brummer am 24. Oktober 2020, 20:16:34
enke das es kein Vertragsarzt laut Definition ist, sondern nur das Jobcenter einen Vertrag mit diesen Ärzten hat.
Ich glaube, auch hier liegt ein Irrtum oder Missverständnis vor. Das Jobcenter hat in der Regel keine Verträge mit Ärzten, sondern ein Arzt erhält einen Auftrag bzw. eine Anfrage ein Gutachten zu erstellen. Der Arzt erstellt dann das Gutachten entweder nach Aktenlage oder persönlicher Begutachtung. Danach verschickt er das Gutachten und die Rechnung ans Jobcenter oder evtl. das beauftragende Gesundheitsamt.
Die Welt wird nicht von skrupellosen Verbrechern, finstren Kapitalisten oder machtgierigen Despoten regiert, sondern von einer gigantischen, weltumspannenden RIESENBLÖDHEIT.
Wer´s nicht glaubt, ist schon infiziert.
(Michael Schmidt-Salomon, GBS-Sprecher)

Offline blaumeise

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2971
Zitat von: Brummer am 24. Oktober 2020, 16:09:08
Der Amtsarzt der die Beurteilung im März 2019 erstellt hat kam zu dem Urteil, dass ich weniger als 3 Stunden pro Tag leistungsfähig bin. Er hatte zu einer Reha-Maßnahme geraten und diese hat im September 2019 stattgefunden. Dort hat sich dann bestätigt das es keine vertretbaren Therapiemöglichkeiten gibt. Die Hautkrankheiten sind von alleine gekommen und müssen auch von alleine gehen.

Was ist deine eigene Einschätzung, hältst du dich für erwerbsfähig, kannst du arbeiten?

Wenn du ein neues Gutachten möchtest, das nicht vom JC in Auftrag gegeben wurde und immer denselben Text enthält, dann könntest du einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen. Die RV würde deine Lage ebenfalls begutachten und dieses Gutachten steht höher als das des med. Dienstes der Arbeitsagentur. Wenn du persönlich begutachtet werden möchtest, dann würde ich das ausdrücklich hineinschreiben und gut begründen. Ich weiß nicht, ob die RV dazu verpflichtet ist, dem nachzukommen.

Allerdings könnte natürlich dabei herauskommen, dass du für erwerbsgemindert eingestuft wirst und eventuell das JC künftig nicht mehr für dich zuständig ist, sondern dass du zum Sozialamt musst. Da gibt es etwas andere Bedingungen, nicht was den Regelsatz und die KdU betrifft, aber was das Schonvermögen betrifft.

Offline Phoenix

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 352
Die Rentenversicherungsträger haben eigene Richtlinien die für alle gelten.
Hier ein kleiner Auszug:
Die Begutachtungshinweise  richten  sich  an  alle  Gutachter  der  Deutschen  Rentenversicherung. 

Dabei  ist  es  unerheblich,  ob  sie  hauptamtlich  direkt  bei  einem Rentenversicherungsträger angestellt sind, oder ob sie als primär ander-weitig  tätige  Ärzte  Gutachten  im  Auftrag  der  Deutschen  Rentenversicherung   erstellen.

Die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung haben gemeinsam beschlossen,  nach  den  vorliegenden  Begutachtungshinweisen  zu  verfahren  und  den  einheitlichen Vordruck für Gutachten bei Anträgen auf Leistungen zur Teilhabe und Erwerbsminderungsrenten zu nutzen