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Autor Thema: Dringende Frage zu Widerlegung Haushaltsgemeinschaft  (Gelesen 1117 mal)

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Online Sheherazade

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Re: Dringende Frage zu Widerlegung Haushaltsgemeinschaft
« Antwort #15 am: 26. November 2020, 16:13:07 »
Es könnten als auch 2 ALG2-Empfänger die keine BG/VuE bilden eine WG gründen und jedem würde die maximale volle Angemessenheit für 1 Person zustehen

Was aber intensiv hinterfragt wird, wenn dem Leistungsbezieher kein eigener Raum zur Verfügung steht.
Prävention ist keine Hysterie, Ignoranz kein Mut.

Vergesst die Achse des Bösen, es ist die Achse des Blöden, die uns das Genick brechen wird.

Online Fylou

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Re: Dringende Frage zu Widerlegung Haushaltsgemeinschaft
« Antwort #16 am: 26. November 2020, 16:17:14 »
Es könnten als auch 2 ALG2-Empfänger die keine BG/VuE bilden eine WG gründen und jedem würde die maximale volle Angemessenheit für 1 Person zustehen

Was aber intensiv hinterfragt wird, wenn dem Leistungsbezieher kein eigener Raum zur Verfügung steht.

Das Theorie und Praxis da auseinander liegen steht außer Frage. Spätestens nach einem Jahr wird da eh eine VuE konstruiert.

Offline mimomu

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Re: Dringende Frage zu Widerlegung Haushaltsgemeinschaft
« Antwort #17 am: 26. November 2020, 16:21:07 »
@Fylou Uns reichen die zwei Zimmer^^. Mehr brauchen wir nicht. Ich will auch nicht so viel Geld für die Miete ausgeben, habe wie gesagt noch hohe Schulden. Sorry, wenn ich da nochmal nachfrage, checke es noch nicht. Die maximale Miete für eine Person ist knapp 500 Euro laut dem Mietspiegel. Für zwei Personen zwar höher, aber dennoch pro Person niedriger. Werden aber für meine Mutter, auch wenn wir zu zweit wohnen, in jedem Fall die Kosten für einen Einpersonenhaushalt übernommen, oder?! Also die knapp 500 Euro? Kannst du das evtl in Zahlen mir mal schreiben? Dann kann ich es vll besser nachvollziehen.

@Sheherazade Was kann man mit dem einzelnen Raum also machen? Kann man einfach angeben, dass wir kein Wohnzimmer haben? Ist ja nicht unüblich in einer WG. Dann hätte ja jeder einen einzelnen Raum. Oder sie nimmt das kleinere Zimmer, dann hätte zumindest sie ja einen Raum. Würde das evtl gehen?

Online Fylou

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Re: Dringende Frage zu Widerlegung Haushaltsgemeinschaft
« Antwort #18 am: 26. November 2020, 16:29:18 »
Du darfst von deiner Mutter maximal so viel Untermiete verlangen, wie sie für eine eigene Wohnung zahlen darf. Darf sie alleine eine Wohnung für 400€ warm anmieten, kann sie auch 400€ für das WG-Zimmer ausgeben. Wie viel die gesamte Wohnung kostet ist erst einmal egal, da das Jc den Hauptmietvertrag nicht verlangen darf. Es sei denn, du beziehst dich im Untermietvertrag drauf.

Und mal in Zahlen:
400€ für 1 Person angemessen
Eure 2-Raumwohnung kostet 900€. Dann kann deine Mutter davon die 400€ übernehmen, du den Rest. Die Untermiete darf nur nicht teurer sein als die Miete, die für 1 Person gezahlt wird.

Jetzt verständlicher?

Offline mimomu

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Re: Dringende Frage zu Widerlegung Haushaltsgemeinschaft
« Antwort #19 am: 26. November 2020, 16:38:47 »
Jetzt ist es klarer, danke.
Sofern die Hälfte der Miete teurer ist als das was für eine Person gezahlt wird, darf aber im Untermietvertrag auftauchen, wird dann aber vom JC nicht übernommen & muss von dem Regelsatz meiner Mutter getragen werden, oder ?

Online crazy

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Re: Dringende Frage zu Widerlegung Haushaltsgemeinschaft
« Antwort #20 am: 26. November 2020, 21:10:08 »
Es ist egal wie teuer die Wohnung insgesamt ist. Du musst keine Angaben bezüglich deiner Miete machen!
Deine Mutter kann den ihr zugeordneten Teil vom JC bis max der Angemessenheit beantragen, ist das was Du von ihr haben willst  dann mehr , ja zahlt sie aus dem RS zu
Im Übrigen sind größere Wohnubgen günstiger als kleine Wohnungen. Du bekommst durchaus 3 Zimmer, 70 qm für das gleiche Geld wie die 55 qm kosten würden

Offline Fettnäpfchen

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Re: Dringende Frage zu Widerlegung Haushaltsgemeinschaft
« Antwort #21 am: 27. November 2020, 15:21:10 »
mimomu

Zitat von: mimomu am 26. November 2020, 13:57:08
@Fettnäpfchen Heißt das wir MÜSSEN also einen Untermietvertrag privat abschließen, um diesen beim Jobcenter vorzuzeigen?
Es würde es erleichtern wenn es ein schriftlicher Beweis ist das deine Mutter einen Mietzins (sprich KdUH) zu zahlen hat. Wenn das JC keinen mdl. Vertrag akzeptiert trotz dem das es auch mdl. Verträge gibt hilft der alleinige Nachweis mit Kontoauszügen o. Quittungen nicht. Zumindest nicht ohne den Klageweg. Schau mal hier bei den Unterkunftskosten und Urteile nach Urteilen die die Mietzahlung angeht, zu deinem Fall passend sind da 3 o 4 Urteile dabei, eins sogar über Pauschalmiete wie auch gerne mal gemacht wird.

Ich habe gelesen, dass da anscheinend manche Vermieter Probleme machen oder geht in das nichts an? Oder meinst du, dass direkte Verwandte da keine Zustimmung brauchen?
Letzteres und deswegen geht das den Vermieter in dem Sinne nichts an bei nahen Verwandten oder Freund*in

Laut der Tabelle, die du mir geschickt hast, müssten meiner Mutter knapp 486 Euro an Miete zustehen, wenn sie alleine wohnen würde. Heißt das dann aber, dass unsere Wohnung knapp 1000 Euro kosten darf und sie eben knapp 500 Euro zahlt?
Wenn man es so sehen will JA, aber warum so undeutlich arbeite doch mit den tatsächlichen Zahlen schließlich hast diu ja schon eine 2ZKB Whg. in Aussicht
Oder wird das anders gerechnet, da wir ja zu zweit wohnen & man gewisse Räume wie Bad usw. natürlich gemeinsam nutzt?
In einer WG/HG/VuEBG gibt es allermeistens Gemeinschaftsräume die gemeinsam genutzt werden. Deswegen wird da nichts hin oder her gerechnet.
Zur Berechnung braucht es lediglich den Untermietvertrag oder eine KBV. Die eingestellten Muster verweisen allerdings auf den Hauptmietvertrag und den darf das JC ebenfalls anfordern weil :
Zitat von: Fylou am 26. November 2020, 16:29:18
Wie viel die gesamte Wohnung kostet ist erst einmal egal, da das Jc den Hauptmietvertrag nicht verlangen darf. Es sei denn, du beziehst dich im Untermietvertrag drauf.
[/color]
Für zwei Personen darf die Wohnung 594 Euro kosten. Bedeutet dies dann, dass meiner Mutter nur 297 Euro (also die Hälfte) gezahlt werden oder eben die 486 Euro für eine Person?
Das dürfte ja inzwischen geklärt sein.
Vielleicht noch allgemein die Frage: Wäre es nicht generell besser, wenn wir beide den Mietvertrag unterschreiben? Bzw. ist das überhaupt machbar? Meine Mutter hätte mit dem ALG2 ja genügend Einkommen und zur Not könnte ich für sie bürgen (oder würden wir damit eingestehen, dass wir finanziell füreinander einstehen?! Was wir nicht tun, aber ich vertraue meiner Mutter natürlich, dass sie ihre Miete zahlt). Wir wollen ja eigentlich zu gleicher Maßen dort einziehen. Es ist jetzt nicht so, dass ich die Wohnung alleine bezahlen würde, wenn eine Mutter auszieht oder aus welchen Gründen auch immer kein Geld mehr erhalten würde etc. Alleine ist mir die Wohnung zu teuer, da ich wie gesagt noch Schulden habe. Natürlich hätten wir dann eine Kündigungsfrist, aber bis zum Ende der Kündigung müssten wir dann trotzdem beide pro Kopf unsere Miete zahlen; also nicht nur ich dann. Meine Mutter möchte es so klar aufgeteilt.
Wenn es Mutti so will und du auch alleine die Whg. nicht behalten würdest kannst du natürlich zusammen mit Mutti den MV unterschreiben. Da darf dann halt keiner einfach so ausziehen bzw. der Vertrag ist für die betreffende Person immer noch gültig da die Whg. nur gemeinsam gekündigt werden kann.

MfG FN
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Offline mimomu

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Re: Dringende Frage zu Widerlegung Haushaltsgemeinschaft
« Antwort #22 am: 27. November 2020, 15:50:25 »
@fettnäpfchen
Vielen Dank für deine Antwort.
Also ob wir den Mietvertrag seitens des Vermieters unterschreiben DÜRFEN wissen wir aktuell nicht. Wenn ja, würden wir das sicherlich machen.
Sofern es aber nicht funktioniert, es wird also vom Jobcenter ganz sicher akzeptiert, wenn wir privat einen Untermietvertrag machen? Also meine Mutter und ich? Irgendwie denke ich da, dass das ja jeder machen kann sozusagen, wenn es privat unter Verwandten ist...
Spielt es eigentlich eine Rolle, ob wir Waschmaschine, Spülmaschine und so Sachen wie Wasserkocher gemeinsam nutzen? Also nur falls mal jemand vom Jobcenter vorbeikommen sollte😂. Ist ja in einer normalen WG auch der Fall.

Offline Fettnäpfchen

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Re: Dringende Frage zu Widerlegung Haushaltsgemeinschaft
« Antwort #23 am: 27. November 2020, 16:20:41 »
mimomu

Zitat von: mimomu am 27. November 2020, 15:50:25
Sofern es aber nicht funktioniert, es wird also vom Jobcenter ganz sicher akzeptiert, wenn wir privat einen Untermietvertrag machen?
Ja * die müssen den sogar akzeptieren und für das JC sogar besser als ein mdl. Vertrag.

Zitat von: mimomu am 27. November 2020, 15:50:25
Spielt es eigentlich eine Rolle, ob wir Waschmaschine, Spülmaschine und so Sachen wie Wasserkocher gemeinsam nutzen?
Ja spielt auch eine Rolle! denn da schreibt man in den Vertrag dass auch Kosten für eine Mitbenutzung vorhandener Geräte dazugehört.

Zitat von: mimomu am 27. November 2020, 15:50:25
Also nur falls mal jemand vom Jobcenter vorbeikommen sollte😂
Die kann man wieder heimschicken > VORSICHT HAUSBESUCH zum Thema BG/VuE

*
Zitat
- Urteil vom 07.05.2009, B 14 AS 14/08 R:
Monatliche Mietgebühren für Einbaugeräte, hier die einer Kücheneinrichtung, gehören zu den Unterkunftskosten nach § 22 Abs. 1 S. 1 SGB II und sind vom Leistungsträger zu bezahlen.

Zitat
- Urteil vom 07.05.2009, B 14 AS 31/07 R:
Arbeitslosengeld-II-Empfänger haben auch dann Anspruch auf Übernahme von Wohnkosten, wenn sie bei Eltern oder anderen Verwandten zur Miete wohnen. Entscheidend sei dabei nicht, dass sie einen förmlichen Mietvertrag vorlegen können, sondern dass sie tatsächlich Geld für ihren Wohnraum zahlen.
Zitat
- Urteil vom 23.11.2006, Az. B 11b AS 1/06 R:
Die Verteilung der Unterkunftskosten erfolgt immer pro Kopf, wenn kein Untermietvertrag vorhanden ist. Dabei ist es absolut unerheblich, ob und welche Personen, die in der Wohnung wohnen, Anspruch auf ALG II haben.
Bei vorhandenem Untermietvertrag sind die dort vereinbarten Kosten anzusetzen, diese mindern die  Unterkunftskosten des Hauptmieters.
Zitat
- Urteil vom 18.06.2008, Az. B 14/11b AS 61/06 R:
Bewohnern in Wohngemeinschaften stehen die vollen angemessenen Unterkunftskosten zu.
Eine Person hat Anspruch auf die vollen Unterkunftskosten für eine Person, Abzüge sind unzulässig.
Zitat
- Urteil vom 03.03.2009, B 4 AS 37/08 R:
Für den Anspruch auf Unterkunftskosten nach § 22 Abs. 1 S. 1 SGB II ist es nicht relevant, ob diese tatsächlich vom Mieter an den Vermieter gezahlt werden/wurden, sondern dass im Bedarfszeitraum eine rechtskräftige Pflicht zur Mietzahlung besteht/bestand.
Bei Vermietung unter Verwandten, hier zwischen Mutter und Sohn, sind ebenfalls die nach § 22 Abs. 1 S. 1 SGB II angemessenen Unterkunftskosten zu zahlen. Bei Verdacht auf überhöhte Unterkunftkosten bietet § 22 Abs. 1 S. 1 SGB II den erforderlichen Schutz.

MfG FN
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