hartz.info erhebt und verarbeitet Daten um seine Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Fehler zu analysieren.
Teilweise benötigen wir dazu deine Zustimmung, diese kannst du jederzeit widerrufen. Mehr Infos dazu gibt es hier.
Mit Klick auf "Cookies ablehnen" kannst du die erforderliche Zustimmung ablehnen.

Ich stimme zu

Autor Thema: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?  (Gelesen 1553 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Online Sheherazade

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 38224
Re: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?
« Antwort #30 am: 18. November 2020, 16:13:02 »
Hilfsweise zum nächstmöglichen Termin (= fristgerechte Kündigung) gilt, wenn der AN gegen die fristlose Kündigung angeht.
Prävention ist keine Hysterie, Ignoranz kein Mut.

Vergesst die Achse des Bösen, es ist die Achse des Blöden, die uns das Genick brechen wird.

Offline Fivefingerfan

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 26
Re: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?
« Antwort #31 am: 18. November 2020, 16:13:21 »
Ne, fristlos, aber falls die damit nicht durchkommen, direkt zum nächsten Zeitpunkt.

Hab meinen Anwalt angeschrieben. Der soll mir helfen was Beratungsschein etc angeht. Ich klage jetzt dagegen
Aber bis dahin muss ich dem Amt ja trotzdem Rede und Antwort stehen.

Online Sheherazade

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 38224
Re: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?
« Antwort #32 am: 18. November 2020, 16:15:00 »
Hab meinen Anwalt angeschrieben. Der soll mir helfen was Beratungsschein etc angeht.

Schade, dass du nicht liest, was ich dir schreibe.

Zitat von: Sheherazade am 18. November 2020, 14:03:27
Beim Arbeitsgericht ist in der 1. Instanz kein Anwaltszwang (ergo kein Beratungsschein).
Prävention ist keine Hysterie, Ignoranz kein Mut.

Vergesst die Achse des Bösen, es ist die Achse des Blöden, die uns das Genick brechen wird.

Online Fylou

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2688
Re: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?
« Antwort #33 am: 18. November 2020, 16:17:21 »
Ich würde schriftlich  trotzdem den Grund beim AG erfragen damit man ggfs. die normale Kündigungsfrist hat.

Ist das jetzt so schwer zu verstehen? Die fristlose Kündigung ist ohne Angabe von Gründen GEGENSTANDSLOS, also nicht wirksam!

Zitat
Das Arbeitsrecht setzt voraus, dass eine fristlose Kündigung immer aus einem wichtigen Grund erfolgt. Es spielt hierbei keine Rolle, ob das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) schon greift oder der Arbeitnehmer sich noch innerhalb der ersten sechs Monate nach Beginn seines Arbeitsvertrages befindet.
Bei uns finden Sie für eine fristlose Kündigung in der Probezeit einige Muster.Bei uns finden Sie für eine fristlose Kündigung in der Probezeit einige Muster.

Für eine fristlose Kündigung in der Probezeit durch Arbeitnehmer oder Arbeitgeber ist demnach ein triftiger Grund Voraussetzung. Das setzt wiederum voraus, dass eine Weiterführung des Arbeitsverhältnisses laut Arbeitsvertrag nicht mehr tragbar für die geschädigte Seite wäre.
Quelle

Ein Grund liegt wohl vor, wird aber im Schreiben nicht genannt. Das sind 2 Paar Schuhe!

Zitat
In der Regel müssen Arbeitgeber bei einer fristlosen Kündigung die Kündigungsgründe nicht im Kündigungsschreiben angeben. Dazu das Landgericht Mainz: Die Angabe eines Kündigungsgrundes gehört nicht zum notwendigen Inhalt der Kündigungserklärung bei einer Kündigung aus wichtigem Grund gemäß § 626 BGB (LG Mainz, Urteil vom 12. August 2016 – 2 O 329/13 –, juris).
Quelle

Daher muss der Grund auf Verlangen angegeben werden. Da die meisten AN das eh machen, gehört der Grund meistens schon ins Kündigungsschreiben, ist aber rechtlich nicht von Belang.

Offline vanessa

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 287
Re: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?
« Antwort #34 am: 18. November 2020, 16:20:57 »
Zitat von: Fivefingerfan am 18. November 2020, 16:13:21
Hab meinen Anwalt angeschrieben
Wozu macht doch nur unnötige Kosten.

Der AG weiß vermutlich selbst, das es mit fristlos nicht so ganz Koscher ist.
(ausser es lag an deinem Verhalten)
Widerspreche einfach der Kündigung und er zahlt evtl. gleich von sich aus noch die 14 Tage.

Online Sheherazade

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 38224
Re: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?
« Antwort #35 am: 18. November 2020, 16:31:12 »
Ich gebe auf. Keiner liest, was wichtig ist, sondern interpretiert einfach nur irgendwelche Einzelurteile.
Prävention ist keine Hysterie, Ignoranz kein Mut.

Vergesst die Achse des Bösen, es ist die Achse des Blöden, die uns das Genick brechen wird.

Offline Fivefingerfan

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 26
Re: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?
« Antwort #36 am: 18. November 2020, 16:35:28 »
Sheherazade ich lese was Du schreibst! Und ich bin dankbar.
Den Anwalt deswegen da ich trotz allem auch seelische Probleme habe.
Ich bekomme einen Beratungsschein.
Der Anwalt kennt mich, hab ihm direkt alles in Kopien geschickt. Er soll das einfach für mich machen. Kein Anwaltszwang schön und gut. Aber es erleichtert es mir.
Und notfalls soll er den Arbeitgeber anschreiben.

Offline Meph1977

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2530
Re: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?
« Antwort #37 am: 18. November 2020, 16:54:16 »
Ich gebe auf. Keiner liest, was wichtig ist, sondern interpretiert einfach nur irgendwelche Einzelurteile.

dann nehmen wir doch deine Quelle https://www.arbeitsrechte.de/fristlose-kuendigung-ohne-grund/

Zitat
m Allgemeinen ist gesetzlich keine Verpflichtung festgelegt, dass im fristlosen Kündigungsschreiben eine Begründung für die Kündigung angegeben werden muss. Dabei spielt es keine Rolle, ob die fristlose Kündigung vom Arbeitgeber oder -nehmer ausgeht.

Nichtsdestotrotz kann der Vertragspartner, welcher die fristlose Kündigung ohne Begründung erhalten hat, den Kündigenden dazu auffordern, ihm den Grund mitzuteilen. Die Benachrichtigung darüber muss immer in Schriftform erfolgen – und das möglichst zeitnah.

Mal frage kann es sein das wir das gleiche meine und es nur unterschiedlich ausdrücken.
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Offline hamburgerjung

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 91
Re: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?
« Antwort #38 am: 19. November 2020, 08:25:51 »
Ist das jetzt so schwer zu verstehen? Die fristlose Kündigung ist ohne Angabe von Gründen GEGENSTANDSLOS, also nicht wirksam!
Das ist immer noch falsch und bleibt falsch!

Der Arbeitgeber muss gar keinen Grund angeben. Bei einer fristlosen Kündigung muss der AG nur auf Verlangen des AN den Grund nennen, dafür muss der AN aber erstmal den Grund anfragen.

Desweiteren: wird vom AN nicht innerhalb von drei Wochen Kündigungsschutzklage eingereicht, ist die Kündigung gültig. Unabhängig von Gründen, falschen Fristen o.ä. Dann gilt das, was im Kündigungsschreiben steht.

Offline Nirvana

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 367
Re: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?
« Antwort #39 am: 19. November 2020, 10:15:03 »
Na dann klag mal gegen eine fristlose Kündigung ohne den Grund für die fristlose Kündigung zu kennen. Das Arbeitsgericht wird dem TE da die Arbeit nicht abnehmen da es dort keinen Amtsermittlungsgrundsatz gibt is wird nur das bewertet was die Parteien vorlegen.
Das Vorliegen eines "wichtigen Grundes" für die außerordentliche Kündigung ist ein für den AG günstiger Umstand, weshalb die Beweislast dafür beim AG liegt. Der TE muss beweisen, dass ein Arbeitsverhältnis besteht (Beweis: Arbeitsvertrag). Die ordentliche Kündigung mit 2-Wochen-Frist wird akzeptiert, das Vorliegen eines wichtigen Grundes wurde vom AG bisher nicht vorgetragen und wird vom TE zumindest mit Nichtwissen bestritten. Damit liegt der Ball im Spielfeld des AG. Kann der nicht beweisen, dass ein wichtiger Grund für die außerordentliche Kündigung vorgelegen hat, geht die Klage zu Gunsten des TE aus.

In der Tat sollte der AG aber SOFORT aufgefordert werden, den wichtigen Grund für die außerordentliche Kündigung zu benennen.

Offline Fivefingerfan

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 26
Re: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?
« Antwort #40 am: 20. November 2020, 17:11:42 »
So ich habe mit dem Anwalt gesprochen.
Die Kündigung ist gültig, allerdings die fristlose ungültig. Der Arbeitgeber darf mich fristlos entlassen wenn der „Tatbestand“  Verstoß gegen die Nachweis und Anzeigepflicht Paragraph 5..... bestünde, allerdings nur wenn dem eine Abmahnung voraus gegangen wäre, AUCH in der Probezeit.
Da der Arbeitgeber weder nachweisen kann dass ich den Krankenschein nicht rechtzeitig abgegeben habe, noch eine Abmahnung geschickt wurde, muss die fristlose Kündigung zurück genommen werden.
Das Verfahren ist tatsächlich kostenfrei.
Fristlose Kündigungen sind ohne Angabe von Gründen möglich, sofern einer der Tatbestände, die eine fristlose Kündigung voraus setzen, gegeben wären.

In meinem Fall habe ich mit dem Amt gesprochen. Da meine Belastungsstörung bekannt ist, muss ich nicht mit Sanktionen rechnen. Ich habe dort einen Sachbearbeiter der mich lange kennt und dem es wichtig ist, dass ich die Maßnahme und die Schule besuche.
Sonst hätte es tatsächlich Sanktionen gegeben, außer ich würde gehen die fristlose Kündigung vorgehen.
Manchmal sind Ämter halt doch nett, ich habe jetzt einfach Glück gehabt.
Ich werde die Kündigungsschutzklage dennoch durchziehen, einfach aus Prinzip und weil ich im Recht bin. Auch hier haben Menschen wie wir das große Glück einen Anwalt nehmen zu dürfen mit Beratungsschein.
Da ich aufgrund meiner Belastungsstörung nur schwer alleine die Kraft aufbringen könnte, habe ich meinen Anwalt, den ich ebenfalls ewig kenne, beauftragt.

Ich möchte nicht vom Amt abhängig sein, deswegen ziehe ich meine Schule jetzt durch und konzentriere mich vollkommen darauf.
Dennoch bin ich dankbar dass mein Sachbearbeiter auf meine Probleme eingeht und habe zumindest was ihn angeht, ein großes Los gezogen.

Offline hamburgerjung

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 91
Re: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?
« Antwort #41 am: 20. November 2020, 17:15:26 »
So ich habe mit dem Anwalt gesprochen.
...
Da der Arbeitgeber weder nachweisen kann dass ich den Krankenschein nicht rechtzeitig abgegeben habe, noch eine Abmahnung geschickt wurde, muss die fristlose Kündigung zurück genommen werden.
...
Aber nur wenn Du beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage erhebst. Und das innerhalb von drei Wochen, nachdem Du die Kündigung erhalten hast.

Offline vanessa

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 287
Re: Fristlos gekündigt nach 6 Wochen, Konsequenzen?
« Antwort #42 am: 21. November 2020, 17:21:26 »
Zitat von: Fivefingerfan am 20. November 2020, 17:11:42
habe ich meinen Anwalt, den ich ebenfalls ewig kenne, beauftragt.
Ja ist evtl. gar nicht so ein Fehler, damit weiß der AG auch gleich, wie lange er dir noch den Lohn zahlen muss.

Auch den SB würde ich dann darüber Informieren, da gibt es erst recht nichts Unklares mehr.