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Autor Thema: erstrantrag eigene kündigung alg1 oder alg2?  (Gelesen 329 mal)

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Offline gsatir

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erstrantrag eigene kündigung alg1 oder alg2?
« am: 21. November 2020, 17:38:09 »
Hallo Tag zusammen,


ich bin 30 Jahre alt habe eine unbefristete Niederlassungserlaubnis und habe jetzt Mitte Oktober meinen letzten Job gekündigt,
da ich einfach nicht mehr mit der Arbeit klargekommen bin.
Einen Antrag auf Alg1 oder ALG2 habe ich auch noch nicht gestellt. Grund waren Unstimmigkeiten mit meinen Lohnabrechnungen, ob ich das rechtlich anfechten kann, das weiß ich noch nicht.
Ich habe die türkische Staatsangehörigkeit und habe eigentlich die meiste Zeit auch in Deutschland verbracht.
Meine letzte Arbeit habe ich über ein Jahr lang ausgeübt.
 
Jetzt zu meinen Fragen:
Muss ich mit einer Sperre von 12 Monaten rechnen, da ich den Job selber gekündigt habe, oder habe ich Chancen, dass aufgrund von Corona mildere Bedingungen gelten, keine Sanktionen?
Finanziell komme ich selber nicht über die Runden.
Beantrage ich Hartz 4 oder Alg1, da mein Job ein Teilzeit Job und sehr schlecht bezahlt war vermute ich dass ich mit Hartz 4 wohl besser dran wäre. Brutto habe ich durchschnittlich 800 Euro verdient.








Online Fylou

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Re: erstrantrag eigene kündigung alg1 oder alg2?
« Antwort #1 am: 21. November 2020, 17:44:56 »
Du musst immer zuerst ALG1 beantragen. Du kannst nicht einfach direkt ALG2 beantragen, da ALG1 vorrangig ist.

Bei einer Eigenkündigung wird nachgefragt, warum du gekündigt hast. Wenn das kein wichtiger Grund (für die Agentur für Arbeit) war, bekommst du eine bis zu 12-wöchige Sperre.
Du kannst ergänzend zu ALG1 noch ALG2 beantragen. Wenn du eine Sperre beim ALG1 hast, bekommst du auch 30% weniger ALG2.

Am Besten stellst du noch im November deine Anträge, denn ALG2 gibt es dann rückwirkend bis 01.11. . Die werden verschiedene Unterlagen haben wollen, u.A. auch die Bescheinigung ob dir ALG1 zusteht oder nicht.

Online The Witch

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Re: erstrantrag eigene kündigung alg1 oder alg2?
« Antwort #2 am: 21. November 2020, 17:47:02 »
Du kannst dir nicht aussuchen, was du beantragst. Du wirst zunächst ALG I beantragen müssen (wo dir zunächst eine Sperre von bis zu zwölf Wochen wegen der Eigenkündigung droht) und kannst dann ggf. aufstockend ALG II beziehen.

Offline Beluga2

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Re: erstrantrag eigene kündigung alg1 oder alg2?
« Antwort #3 am: 22. November 2020, 06:14:09 »
ich bin 30 Jahre alt [und] habe eine unbefristete Niederlassungserlaubnis [in Deutschland] und habe jetzt Mitte Oktober [2020] meinen letzten Job gekündigt,
da ich einfach nicht mehr mit der Arbeit klargekommen bin.
Einen Antrag auf Alg1 oder ALG2 habe ich auch noch nicht gestellt. Grund waren Unstimmigkeiten mit meinen Lohnabrechnungen, ob ich das rechtlich anfechten kann, das weiß ich noch nicht.
Ich habe die türkische Staatsangehörigkeit und habe eigentlich die meiste Zeit auch in Deutschland verbracht.
Meine letzte Arbeit habe ich über ein Jahr lang ausgeübt.
Für einen Antrag auf ALG I,
wird Dein ehemaliger Arbeitgeber eine sogenannte „Arbeitsbescheinigung“, gem. § 312 SGB III, ausfüllen müssen.
Den Vordruck der Arbeitsbescheinigung erhälst Du von der Agentur für Arbeit.
Oder Du/Dein Arbeitgeber nutzt den Link für eine Datei (mit ausfüllbaren Feldern) im Internet:
https://www.arbeitsagentur.de/datei/arbeitsbescheinigung_ba013140.pdf

Für den korrekten Inhalt der Daten in der "Arbeitsbescheinigung"
bist aber Du als Antragssteller verantwortlich.

D.h. bei unkorrekten Daten,
musst Du bei Deinem ehemaligen Arbeitgeber
die unkorrekte ausgestellte Arbeitgeberbescheinigung reklamieren.

Die Behörde kann eine sogenannte Ersatzbescheinigung mit den korrekten Daten ausstellen.

Eine vorab ausgestellte Ersatzbescheinigung durch die Behörde ist zweckdienlich,
damit Du als schneller Leistungen nach SGB I bekommst.
Zitat
Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__312.html

§ 312 SGB III Arbeitsbescheinigung
(1) Der Arbeitgeber hat auf Verlangen der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers oder auf Verlangen der Bundesagentur alle Tatsachen zu bescheinigen, die für die Entscheidung über den Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Übergangsgeld erheblich sein können (Arbeitsbescheinigung); dabei hat er den von der Bundesagentur hierfür vorgesehenen Vordruck zu benutzen. In der Arbeitsbescheinigung sind insbesondere
  • die Art der Tätigkeit der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers,
  • Beginn, Ende, Unterbrechung und Grund für die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses und
  • das Arbeitsentgelt und die sonstigen Geldleistungen, die die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer erhalten oder zu beanspruchen hat,
anzugeben. Die Arbeitsbescheinigung ist der Arbeitnehmerin oder dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber auszuhändigen.
[...]
« Letzte Änderung: 22. November 2020, 06:35:48 von Beluga2 »