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Autor Thema: Erst AU dann Wegeunfähigkeitsbescheinung und nun eine noch extremer Variante???  (Gelesen 1004 mal)

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Offline a_good_heart

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Zum 1. Januar 2021 sollen die gelben Scheine abgeschafft werden. Ab da dürften dann auch die geforderten "Fantasie-Bescheinigungen" der Mobcenter Geschichte sein... :blum:


Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont... (Konrad Adenauer)

Offline oldhoefi

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@Cruius,

Zitat von: Cruius am 02. Dezember 2020, 14:46:56
Nun erreichte mich aber ein neuerliches Schreiben/Einladung: Wieder der gleiche Text, dass die AU alleine nicht ausreicht und ich eine Wegeunfähigkeitsbescheinigung vorlegen soll. Weiter heisst es aber: Sollte ich eine solche Bescheinigung vom Arzt vorlegen, müsste ich sobald diese Bescheinigung nicht mehr greift, also einen Tag später direkt beim Jobcenter erscheinen und solle mich da vor Ort melden, also ohne festen Termin oder dergleichen. Das halte ich für äusserst Fragwürdig, denn es würde ja bedeuten das meine normale AU komplett obsolet ist und ich quasi eine "Dauerwegeunfähigkeitsbescheinung" vorlegen soll.

Es gibt auch Diagnosen, die zwar eine längere Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehen, aber der Betroffene dadurch nur vorübergehend wegeunfähig/bettlägerig eingeschränkt wird.

Zum Beispiel eine ansteckende Krankheit (= AU + WU) die nach Behandlung abgeflacht bzw. die Ansteckung verschwunden ist. Aber die „Nachwehen“ noch auskuriert werden müssen (= AU).

Ferner sollte immer in Betracht gezogen werden, dass dem Leistungsträger die Diagnose laut AUB und WUB im Normalfall nicht bekannt ist. Und deshalb nicht wissen kann, weshalb Meldetermine vom Leistungsempfänger laufend nicht wahrgenommen werden können.

Wenn dem Leistungsträger ständig nur AU-Bescheinigungen vorgelegt werden – ob nun gezielt zu Meldeterminen oder durchgehend anhaltend – wird der Leistungsträger (zu Recht) misstrauisch und bohrt hinsichtlich weiterer Nachweise gezielter nach.

Was auch zur Folge haben kann, dass die Erwerbsfähigkeit und somit der Leistungsanspruch nach SGB II in Zweifel gestellt werden, was die Vorstellung beim Ärztlichen Dienst nach sich zieht.

Auch wenn es viele nicht gerne lesen. Manchmal ist es sinnvoller, beim Leistungsträger die Karten offen auf den Tisch zu legen
(z. B. warum man lange AU ist, ohne eine konkrete Diagnose zu nennen) anstatt sich eine ggf. Leistungseinstellung einzufangen.

Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden, ich persönlich bevorzuge gleich Klarheiten zu schaffen – wohlgemerkt für beide Seiten.
"Kaum wird es schwierig, zweifeln viele Deutsche am ganzen System."

Giovanni di Lorenzo (deutsch-italienischer Journalist *1959)

Offline The Witch

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Zum 1. Januar 2021 sollen die gelben Scheine abgeschafft werden.

Das ist Blödsinn. Es soll lediglich das Exemplar für die Krankenkasse direkt vom Arzt elektronisch übermittelt werden. Da aber vermutlich bis um 01.01.2021 nicht alle Ärzte die notwendige Infrastruktur haben, soll es eine Übergangszeit bis zum 30.09.2021 geben, in der das alte Verfahren weitergeführt wird.

Ab dem 01.01.2022 sollen dann auch die Meldungen an den Arbeitgeber elektronisch erfolgen - und zwar durch die Krankenkassen, nicht durch den Arzt.