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Autor Thema: Aufwandsentschädigung aus Ein-Euro-Job ist (kein) Einkommen  (Gelesen 3710 mal)

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Offline Quinky

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Re: Aufwandsentschädigung aus Ein-Euro-Job ist (kein) Einkommen
« Antwort #60 am: 30. Januar 2021, 20:16:47 »
Ich habe ingesamt 4 1€ Jobs angeboten bekommen, von meinem JC.
Wobei 3 nicht den Anforderungen entsprachen und einer sogar bei einer Sekte stattfinden sollte.
Alle wurden restlos von meinem Sozialarbeiter und mir abgelehnt.

Nicht das ich keinen machen wollte aber wenn dann schon Gesetzeskonform.

1-€-Jobs sind das größte Verbrechen. Ausbeutung. Sklavenhandel und Zwang. 99% der 1-€-Jobs ersetzen normale Jobs. Leute werden entlassen, dafür 1€-Jobber eingestellt, die die gleiche Arbeit machen. Die Firmen bzw. Gesellschaften bzw. Kommunen verdienen sich "dumm und dämlich" an den 1-€-Jobbern.
Wie geht dakommt?
1€-Jobber macht 130 Stunden Arbeit im Monat, bekommt 130€ dafür. Der "Arbeitgeber" bekommt vom Staat 500€ und mehr pro Monat dafür das er einen 1€-Jobber einstellt! Der "Arbeitgeber" wird belohnt, das ein Arbeitnehmer kostenlos die Arbeit für ihn macht, kassiert Prämie vom Staat und den Erlös aus der kostenlosen Arbeit.
Was ist mit dem 1€-Jobber?
Keinen Lohn
Keine Rentenversicherung
Kein Anrecht auf Arbeitslosenversicherung
Keine Lohnfortzahlung (bei Krankheit keine 1€-Aufwandsentschädigung)
Bei Krankheit keine Rückerstattung von anteiliger vorauslegter Fahrtkosten (Monatsticket im ÖPNV) = Beispiel:
Monatskarte gekauft, Kosten 75€ (es gibt nicht überall ein Sozialticket oder ähnliches), 2 Wochen krank nur 65 Stunden tatsächlich geleistet, daher 65€ Aufwandsentschädigung, jedoch 75€ Fahrtkosten!!!
Wer arbeitet soll Lohn bekommen, kein Arbeitsgeber hat kostenlose Arbeit zu verlangen, wer das durchführt ist ein Sklavenhändler.
Das Leute zur Arbeit herangezogen werden und nicht faulenzen können, dafür bin ich auch, jedoch was jahrhundertelang gültig war und ist:
JEDE Arbeit ist seines Lohnes wert.
FALLS nach Beendigung der Arbeit keine weitere Anstellung möglich ist:
Lohn bekommen mit Verrechnung nach den Bedingungen des ALGII
Auszahlung von ALGI MIT Renteneinzahlung (sofern Wartezeit erfüllt)
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, wie es Millionen Beschäftigten zusteht (niemand ist Abschaum damit nichts gezahlt werden muss).
Rentenversicherungseinzahlung über die Dauer der Arbeit.

Warum werden arbeitende ALGII-Empfänger wie der letzte Dreck behandelt?
Damit sie gnadenlos ausgebeutet werden!

Ich bin nie zu einem 1€-Job herangezogen worden. Falls es mir passiert wäre, es wäre MASSIG einiges kaputtgegangen, ich bin ein Mensch und kein Sklave!

Ein noch größerer Skandal. FALLS ein Langzeitarbeitsloser bei einem Sklavenhändler anfängt (durch Zwang sonst Strafe nach § 31 SGBII) bekommt er KEINEN Mindestlohn. Diese Sklavenhändler DÜRFEN!! das hat die deutsche Regierung verbrecherischer Weise festgelegt, weniger als den Mindestlohn zahlen, obwohl JEDEM Menschen der Mindestlohn zusteht.
Der Mindestlohn ist ein Lohn für HILFSARBEITEN! d.h. Langzeitarbeitslose sind selbst für Hilfsarbeiten zu dämlich, selbst wenn sie Jahrzehnte Berufserfahrung, studiert, abgeschlossene Ausbildung/en haben, so ist diese Regelung zu. interpretieren.
Eine hohe Zahl (gegen 85-90%) der älteren Arbeitslosen haben diese Berufserfahrung/Ausbildung usw., trotzdem wird Mindestlohn oder weniger gezahlt.
Immer wenn ich von einem Arbeitgeber solche Aussagen höre wie: wir bezahlen Mindestlohn, kommt mir die Galle hoch, DENN
nur 1 Cent/Stunde weniger ist eine STRAFTAT = Lohn und Sozialbetrug, d.h. solche Arbeitgeber sind stolz darauf, keine Straftäter zu sein.
Oder 45 Jahre zum Mindestlohn arbeiten ergibt ein Rentenanspruch zwischen 610-650€ netto/Monat = Zwang zum lebenslangen dahinvegitieren (Vom Mindestlohn sind kaum Rücklagen für das Alter möglich).
Für Millionen Menschen ist normales Leben unmöglich (ich rede dabei nicht von Urlaub oder ähnlichem), das hat die Regierung zu verantworten, da die Auszahlungen der Rentenversicherung dermassen zurückgeschraubt wurden, das viele Millionen Menschen keine vernünftige Rente mehr bekommen können.
1 Punkt in der Rentenversicherung müßte Vollzeit bei Mindestlohn ergeben, davon sind wir meilenweit entfernt = weniger als die Hälfte.

Offline OfWler

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Re: Aufwandsentschädigung aus Ein-Euro-Job ist (kein) Einkommen
« Antwort #61 am: 04. Februar 2021, 15:08:51 »
Bin ich aktuell nicht auf dem neusten Stand aber meines Wissens nach, muß eine Arbeitsgelegenheit (1€ Job) gemeinnützig sein und darf keine Arbeitsplätze gefährden.

Da ich ein sehr kommunikativer Mensch bin, hätte ich mich über einen gesetzeskonformen 1 € Job sogar gefreut.
Wieder einmal andere Menschen kennenlernen, wiedereinmal eine - wenn auch kleine - Aufgabe zu haben.
Vielleicht sogar das Gefühl, "Gebraucht" zu werden. Auch wenn dieses bei einem solchen 1 € eine reine Illusion ist.

Was aber eine Frechheit ist, und da gebe ich Dir recht, ist, das ein Hartz IV Bezieher keinen Anspruch auf Mindestlohn hat.

Gruß

Offline UW

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Re: Aufwandsentschädigung aus Ein-Euro-Job ist (kein) Einkommen
« Antwort #62 am: 07. Februar 2021, 10:37:45 »
Vor etlichen Jahren hatte ich die Rechtskonformität eines 1-€-Jobs in Frage gestellt und eine Wertersatzklage teilweise gewonnen. Das Jobcenter musste 900,00 € für 2 Monate nachzahlen, angeblich waren 4 Monate "verjährt" = 1800,00 € Einbuße!
https://www.beispielklagen.de/klage033.html

Verzinst wurden die Nachzahlungen damals nicht. Als ich Kenntnis davon erhielt, habe ich die Zinsen gem. § 44 SGB I  nachgefordert. Und wieder heißt es "verjährt". Die Klage läuft.




Offline selbiger

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Re: Aufwandsentschädigung aus Ein-Euro-Job ist (kein) Einkommen
« Antwort #63 am: 07. Februar 2021, 17:46:15 »
das mit dem verjähren hatt einen bitteren beigeschmack..weil man sich von der verantwortung drücken will..wie so offt der staat sich vor seinen verpflichtungen drückt..