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Autor Thema: Inkasso schickt Briefe an andere Person  (Gelesen 1751 mal)

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Offline mystik-1

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Inkasso schickt Briefe an andere Person
« am: 29. Dezember 2020, 12:47:00 »
Hallo,

mich erreichte kurz vor Weihnachten ein Mahnbescheid und ich fiel (auch wütend) aus allen Wolken.

In einer strittigen Sache hatte ich in der Vergangenheit mit einem "Gläubiger" und Inkassounternehmen einen Anwalt ein Mandat erteilt.
Nach Monaten der Brieffreundschaft teilte der Gläubiger mit doch eine Rechnung zu erstellen und alle Nebenkosten fallen zu lassen, da ohne Rechnung kein Verzug.
Seitdem warte ich auf Rechnung. Monate später ging der Bevollmächtigte in den Ruhestand.

Endet damit ein Mandat?

Fast 2 Jahre später kommt ein Mahnbescheid und es meldete sich telefonisch ein anderer RA.
Der ehemalige RA hat wohl einen Nachfolger an gleicher Adresse und dieser teilte mir erst jetzt mit, dass da regelmäßig in meiner Angelegenheit Briefe ankommen.
In diesen Briefen befinden sich nur Forderungen, aber auch keine Rechnung. Dafür Briefe des alten Anwalts an das Inkasso, dass er nicht mehr für mich tätig sei.

Die Nebenforderungen sind deutlich höher als die Hauptforderung (Rechnung aber bis heute nicht zugestellt/unbekannt) und ich war verzweifelt und wütend, dass die Gegenseite nicht mir schreibt sondern einem Anwalt, der schriftlich mitgeteilt hat nicht mehr für mich tätig zu sein.

Wie kann sowas passieren?  Wer haftet für sowas? Hätte ich gewusst, dass dort die ganze Zeit Briefe hingeschickt werden, hätte ich umgehend den Gläubiger Faxe zugeschickt mir zu schreiben. Meine Adresse ist auch dem Inkassounternehmen bekannt. Habe in der neuen Kanzlei die Briefe lesen dürfen.  :sad:

Ehemalige Bevollmächtigte meint er sei raus und nicht verantwortlich mir die Briefe weiterzuleiten, weil er doch nicht mehr zuständig sei im Ruhestand. Und niemand sagt mir mal Bescheid. Letzteres finde ich am Schlimmsten und habe nun den teuren Schlamassel

Offline Sheherazade

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #1 am: 29. Dezember 2020, 13:25:53 »
In einer strittigen Sache hatte ich in der Vergangenheit mit einem "Gläubiger" und Inkassounternehmen einen Anwalt ein Mandat erteilt.
Nach Monaten der Brieffreundschaft teilte der Gläubiger mit doch eine Rechnung zu erstellen und alle Nebenkosten fallen zu lassen, da ohne Rechnung kein Verzug.
Seitdem warte ich auf Rechnung.

Echt jetzt? Nichts unternommen in den ganzen Jahren? War denn keine Fristsetzung vereinbart bis wann die ominöse Rechnung einzutrudeln hat, bevor die ganze Forderung für nichtig erklärt wird?
Prävention ist keine Hysterie, Ignoranz kein Mut.

Vergesst die Achse des Bösen, es ist die Achse des Blöden, die uns das Genick brechen wird.

Offline Wuff

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #2 am: 29. Dezember 2020, 13:41:57 »
Das ist ein Versäumnis das der Gläubiger zu tragen hat und nicht du, denn dein ehemaliger Rechtsanwalt hat mitgeteilt, dass er nicht mehr für dich tätig ist und daher ist er raus aus der Nummer.

So bleibt es beim gängigen, der Gläubiger muss den Zugang der Rechnung beweisen und ähnliches. Bzgl. des Mahnbescheides, sofern noch nicht rechtskräftig, kannst du dich auch darauf berufen, wie du es zuvor getan hast, nämlich die noch immer fehlende Rechnung und wenn schon Rechtskräftig geworden, dann das zuständige Mahngericht anschreiben und einen Antrag auf Einsetzung in den vorherigen Stand stellen mit eben der entsprechenden Begründung, dass der Gläubiger alles an den nicht mehr für dich tätigen Rechtsanwalt übersandt hatte, trotz des Hinweises des Rechtsantwaltes, dieser sei nicht mehr als solcher tätig aufgrund des Renteneintrittes (hier solltest du dir die Unterlagen besorgen, die der Rechtsanwalt (alt wie neu) dem Gläubiger gesendet hat).

Offline 2000johndoe

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #3 am: 29. Dezember 2020, 16:17:24 »
Wenn die ursprüngliche Forderung berechtigt war, wieso hast du diese nicht bezahlt?

Gast49594

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #4 am: 30. Dezember 2020, 11:40:45 »
Die Nebenforderungen sind deutlich höher als die Hauptforderung (Rechnung aber bis heute nicht zugestellt/unbekannt) und ich war verzweifelt und wütend, dass die Gegenseite nicht mir schreibt sondern einem Anwalt, der schriftlich mitgeteilt hat nicht mehr für mich tätig zu sein.[/quote]

Sowas ähnliches kenne ich.
Wenn gar nichts mehr geht (z.B. Wiedereinsetzung in vorigem Stand) eine Vollstreckungsabwehrklage geht immer.
Dann wird der Fall komplett aufgerollt und die Beweispflicht ist ja klar zu erkennen

Offline blaumeise

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #5 am: 30. Dezember 2020, 12:01:30 »
Wenn die ursprüngliche Forderung berechtigt war, wieso hast du diese nicht bezahlt?
Wenn die ursprüngliche Forderung ev. nicht berechtigt war, wieso sollte der TE diese dann bezahlen?

Offline vanessa

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #6 am: 04. Januar 2021, 16:21:54 »
Zitat von: mystik-1 am 29. Dezember 2020, 12:47:00
habe nun den teuren Schlamassel
Erst mal nicht, da ja die Post offenbar Nachweislich nicht bei dir Angekommen ist.
Da du keinerlei Kenntnis davon hattest, würde ich besser auch nicht auf diese Forderung eingehen.

Weiß ja nicht um was genau es geht, aber das gesamte Verfahren sollte hier noch einmal von vorn beginnen.
Weil die gesamte Post gar nicht bei dir gelandet ist, sondern ohne dein Wissen in irgendeiner Kanzlei rum lag.

Wobei das Verhalten von dem (anderen) Anwalt hier auch recht seltsam ist.
Warum hat er sich nicht sofort an dich gewendet?

Offline Meph1977

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #7 am: 04. Januar 2021, 17:57:27 »
vielleicht dröseln wir das mal von anfang an auf. Was liegt der Forderung denn Zugrunde? Also wäre die Forderung berechtigt wenn eine ordentliche Rechung eingegangen wäre. Wenn ja in welchem Jahr ist die Forderung entstanden.
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Offline mystik-1

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #8 am: 01. Februar 2021, 10:25:16 »
Inkasso hat auf meinen Widerspruch Mahnbescheid reagiert und tatsächlich eine Rechnung mitgeschickt.

Ich warte auf eine Verbrauchsabrechnung. Wenn ich einen Stuhl kaufe und ewig nicht bezahle, weiss ich im Grunde wie viel der Stuhl kostet.
Anders sieht das bei Wasser, Gas, Strom o.ä. aus. Da weiss ich nur was ich monatlich eingezahlt habe. Am Ende könnte ich Geld bekommen oder muss was zahlen.
Die HF im Mahnbescheid konnte ich ohne Rechnung nicht nachvollziehen.

HF ist von Anfang 2017, Rechnung soll dann endlich 2019 (für 2017!) erstellt worden sein. Jetzt im Januar 2021 habe ich endlich die Rechnung.
Wobei, stimmt so nicht ganz. Das Inkasso hat sich auf meine Mahnbescheidzurückweisung schriftlich an den Anwalt gewandt, der dem Inkasso irgendwann mitteilte das Mandat nicht mehr zu haben.
Inkasso hat eine Frist im Brief gesetzt, sonst Klage.
Zum Glück kam der Mahnbescheid vom Gericht zu mir. Sonst würde ich nach wie vor nicht wissen, dass das Inkasso fleißig Kosten in die Höhe treibt und mir vielleicht die Tage Post vom Amtsgericht zugeschickt wird.

Zum Zeitpunkt der Rechnungserstellung hatte der Anwalt noch das Mandat. Die Kommunikation damals war mit dem Inkasso Zeitverschwendung, die haben inhaltlich nie reagiert. Der damalige Anwalt "versicherte" mir letzte Woche, dass der Gläubiger ihm telefonisch mitteilte, alles sei erledigt. Da keine Rechnung bei ihm eintraf, ging er davon aus, dass alles erledigt sei.
Weitere Inkassoschreiben habe er nicht weiter verfolgt, weil deren Inhalt (HF) gar nicht mehr nachvollziehbar gewesen sei.

Schön für ihn, denn scheinbar ist da nach wie vor nichts erledigt. Und ebenfalls schade, dass ich nur wegen dem Mahnbescheid erfahre, dass er das Mandat dem Inkasso gegenüber als beendet erklärte. Es dürfte klar sein, dass ich über so ein Verhalten stinkewütend bin.

Mir stellt sich die Frage, wer die ganzen Nebenforderungen zahlen muss. Mir schrieb das Inkasso nie.
Und wenn ich eine Rechnung gehabt hätte, hätte ich eine eventuelle Forderung natürlich beglichen. Verbrauchsabrechnungen kann ich nur so schlecht erraten ohne Abrechnung

Offline Wuff

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #9 am: 01. Februar 2021, 11:58:32 »
Du solltest dir da dann einen neuen Anwalt suchen und beauftragen, denn die meisten gewollten Nebenkosten von den Inkassounternehmen nicht zulässig oder stark überteuert.

Offline mousekiller

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #10 am: 01. Februar 2021, 12:10:54 »
Ich kann auch nur einen Anwalt empfehlen.
Inkassofirmen prüfen in der Regel die Forderungen der Auftraggeber nicht und reagieren auch erfahrungsgemäß höchst selten auf anwaltliche Einwände. Es sei denn, man nervt sie mit Mahnungen.

So wie sich das liest, hast du die Rechnung tatsächlich erst jetzt nachweislich erhalten. Demzufolge sind Mahngebühren und Inkassogebühren schon garnicht angefallen. Noch etwas weitergedacht: es könnte wesentlich sein, wohin die Rechnung gegangen ist. Wenn du nachweisen kannst, dass diese an die falsche Adresse ging, trotz Mitteilung der neuen Anschrift, wäre hier ein guter Ansatzpunkt, die Inkassogebühren abzuschmettern.

Sollte die Forderung jedoch berechtigt sein, wirst du (leider) nicht um die Zahlung der Gerichtskosten sowie der anwaltlichen Kosten herumkommen.
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Offline mystik-1

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #11 am: 01. Februar 2021, 13:30:32 »
Es gibt keinen Zustellnachweis.

Wirklich? Man beauftragt einen Anwalt, der übernimmt den Schriftverkehr, teilt irgendwann heimlich dem Inkasso mit kein Mandat zu haben (muss man seine Mandantin darüber eigentlich informieren?), Inkasso ignoriert das, schreibt weiter fleißig und der nichtsahnende Mandant darf den ganzen Schaden  begleichen?

Es existiert 1 Rechnung (2017, Anwalt meinte damals, dass hier kein Verzug stattfindet, weil die total unklar war, falsche Posten enthielt usw.))und gegen die wurde umgehend widersprochen (kein Einzelfall, den Stress hatte ich schon einmal). Die Rechnung enthielt nicht nachvollziehbare Posten und ich vermisste meine Einzahlungen.
Die Position HF jetzt im Mahnbescheid konnte ich nicht nachvollziehen,  weil sie nicht mit der "falschen" HF übereinstimmt.
Die nun jetzt "netterweise" Inkassoantwort (wieder an den falschen Empfänger) nebst Rechnung , beinhaltet tatsächlich meine Einzahlungen.

Die Post vom Inkasso landete bei einer Person, die still mein Mandat beendet hat. Die Briefe habe ich dort fein säuberlich in einer Akte einsortiert überfliegen dürfen (zum Zeitpunkt Ausgangsbeitrag). Jetzt habe ich den neuen  Brief abgeholt und die Akte war sehr dünn. Die Inkassobriefe mit etlichen Klageankündigungen und Rückfragen, ob ich noch unter Adresse XY wohne, habe ich nicht mehr gefunden.  :weisnich:

Inkasso scheint  meine Meldeadresse aber zu kennen, Gläubiger ebenfalls. Schade nur, dass die mir in den 2 Jahren nicht schreiben wollten

Offline Meph1977

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #12 am: 01. Februar 2021, 13:41:46 »
Es reicht bei einer Inkassofirma ein einfacher Widerspruch. Jeder nach dem Widerspruch anfallende ausergerichtliche Kostenpunkt muss ab diesem Moment der Gläubiger tragen. Was die sache mit der Mandatsniederlegung angeht so ist auch da das Inkasso in der Pflicht sich an die richtige stelle zu wenden. Wenn die das ignorieren nicht dein Problem. Gegen Den Mahnbescheid einfach widerspruch einlegen mit der Begründung das du zu dem Zeitpunkt die Hauptforderung aufgrund fehlender Rechnung und Verbrauchsabrechnung nicht nachvollziehen konntest.
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Offline mystik-1

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #13 am: 01. Februar 2021, 14:40:47 »
Mahnbescheid hatte ich schon Ende Dezember widersprochen.
Die Reaktion erfolgte jetzt im Januar mit kurzer Frist zu antworten, sonst Klage über bis dahin nicht erkennbarer HF nebst horrenden Inkassokosten.

Das Mahngericht kontaktiert doch bei Widerspruch den Auftraggeber, richtig? Und dabei verschweigt das Mahngericht sicherlich nicht meine Anschrift,  richtig?

Aber anstatt mir zu schreiben, schreiben sie einen nicht mehr tätigen Anwalt an "Sie haben gegen den Mahnbescheid Widerspruch eingelegt..."  :nea:

Erklärt, warum das Inkassounternehmen so schlechte Googlebewertungen hat, seufz.

Offline mousekiller

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Re: Inkasso schickt Briefe an andere Person
« Antwort #14 am: 01. Februar 2021, 14:50:42 »
Das Inkasso schreibt wieder deinem alten Anwalt? Da hat dort aber jemand gewaltig gepennt.

Und das Mahngericht schreibt und antwortet üblicherweise mit korrekten Angaben. Hast du beim Widerspruch deine aktuelle Rechtsvertretung angegeben?
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