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Autor Thema: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!  (Gelesen 3347 mal)

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Offline selbiger

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Der Paritätische Gesamtverband fordert aufgrund der Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns eine Soforthilfe für einkommensschwache Familien, die auf Hartz IV Leistungen angewiesen sind. Demnach sollten die Grundsicherungsleistungen um 100 Euro sofort erhöht werden.

https://www.gegen-hartz.de/news/lockdown-lasst-die-hartz-iv-abhaengigen-familien-nicht-im-stich

Online crazy

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #1 am: 06. Januar 2021, 09:21:58 »
Und weshalb? Alle zu hause, was fällt da extra an? Hatten wir ja nun schon zu genüge und da die Regelsätze für die Kiddies die sonst in der Kita verpflegt werden gerade angehoben wurden ist das Problem, " Mist nu muss ich fürs Kind mit kochen" zumindest finanziell gelöst. Dass einige das weder mit 100 Euro noch  mit noch mehr tun werden, andere Geschichte. Verwahrlosung, Vereinsamung etc  der Menschen ist kein Problem des Geldes

Online Fylou

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #2 am: 06. Januar 2021, 09:37:48 »
Notebooks zum lernen bezahlen: ja, allerdings sehe ich da auch die Schulen in der Pflicht. Stellt die kein Gerät, sollte das JC einen Betrag übernehmen. Wobei dann wieder die Frage nach dem Internet zu Hause wäre. Haben eh viele, aber nicht alle.

Die angesprochenen "Mietschulden" versteh ich allerdings nicht. Mit ALG2 wird die Miete doch übernommen, selbst wenn sie erst einmal unangemessen hoch ist? Und wenn ich keinen ALG2-Anspruch habe, dann sollte entsprechend genug Geld für die Miete vorhanden sein, denn sie wird ja 1:1 in den Bedarf gerechnet. Wer keine Sozialleistungen beantragt, dem hilft eine Erhöhung der Leistungen nicht.

Zitat
"pandemiebedingten Mehrausgaben,"
Mehr Strom habe ich nicht, wenn ich sowieso zuhause war als Arbeitssuchender. Essen muss ich sowieso, Wasser für Toilettenspülung fällt kaum ins Gewicht. Für Kinder vielleicht die Kosten fürs ausdrucken der Arbeitsblätter?  :weisnich: Diese "Mehrausgaben" werden öfter erwähnt, aber eine Aufstellung was anfällt findet man kaum.

Online crazy

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #3 am: 06. Januar 2021, 10:27:51 »
Ausdrucken fällt mittlerweile nahezu aus. Dank der Module lädt man die am PC bearbeiteten Sachen einfach hochl und abschicken. Wovon man sich einfach verabschieden muss ist der Gedanke man müsste zwingend die Linien des Arbeitsblattes beschreiben. Dafür gibt es zwar auch Apps ist aber viel zu aufwändig. So wie früher einfach Frage und Antwort in Word und gut ist. Fotos reichen auch für die Plakate, in der GS fpr Schreibübungen etc  oder Matheaufgaben ... Mit einem ausgedruckten Blatt kommt man nicht weit, müsste dann ja per Post an den Lehrer zur Kontrolle😀.
Kosten für Drucken? Ich hab wegen dem besonderen Kind eine Flat für 100 Seiten/Monat, kostet 4,50 , ist eine Patrone leer bekomm ich eine neue geschickt dafür. Paket 500 Blatt Papier 3.99 Euro. Die 100 Seiten/Monat sind gerade maßlos übertrieben, da Home Office geht darüber und auch mal privat was drüber.

Online Sheherazade

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #4 am: 06. Januar 2021, 10:33:49 »
Ausdrucken fällt mittlerweile nahezu aus.

Ja, sowohl im Homeschooling als auch im Home-Office und im privaten Bereich. Sogar bei uns im Büro wird kaum noch gedruckt.
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Vergesst die Achse des Bösen, es ist die Achse des Blöden, die uns das Genick brechen wird.

Online Fylou

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #5 am: 06. Januar 2021, 10:39:04 »
Ich kenn das Problem nur von einer Bekannten mit 2 Kids (12 und 14), die wurde wahnsinnig bei dem ganzen ausdrucken, da sie als Umschüler das auch machen musste. Allerdings war das im Frühjahr, noch ohne die Lernplattformen. Ich persönlich habe schon lange keinen Drucker mehr, die Patronen sind immer vertrocknet. Und selbst dann waren es nur die Refill-Dinger.

Zitat
Mit einem ausgedruckten Blatt kommt man nicht weit, müsste dann ja per Post an den Lehrer zur Kontrolle😀.

Wurde hier wirklich so gemacht an der örtlichen Grundschule: Montags mussten die Blätter geholt werden und zu einem bestimmten Termin wieder abgegeben. Wurde dann bei der Sekretärin durchs Fenster gereicht.  :schock:

Mehrausgaben durch Lebensmittel seh ich auch kaum. Vielleicht eher in größeren Städten?  :scratch: Bis auf die Hamster-Produkte wie Mehl, Hefe oder auch Milch gab es immer alles. Die Versorgung durch die Tafel ist auf dem Land sowieso kaum ausschlaggebend, da sie nur in den größeren Städten austeilen.
Kita-Essen kostet bei uns 2,20€, dafür kann man zuhause auch kochen. Vielleicht hat ja jemand noch Ideen, was unter "pandemiebedingte Mehrausgaben" zu verstehen ist.

Online crazy

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #6 am: 06. Januar 2021, 10:52:47 »
Fylou, die Mehrausgabe besteht wohl in den 2,20 bei euch z.B. Wer Alg2 bekommt bekommt die mittlerweile komplett oben drauf. Isst das Kind dann statt dessen zu hause werden die 2. 20 aber gerade nicht auf das Konto der LE zusätzlich überwiesen. Auch die kostenlosen Speisungen teils ganzer Familien fällt wohl gerade aus. Da war ja dann teilweise sogar Lieferdienst der Arche etc  ob das immer noch so ist?

Online Fylou

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #7 am: 06. Januar 2021, 11:12:22 »
Auf dem Land wohl wirklich anders, kostenlose Speisungen etc gibts hier halt nicht. Dazu sind a) die Menschen zu verstreut und b) wer ein Auto hat, der muss damit zur Arbeit und ist tagsüber eh nicht da.  Sowas gibts maximal in der Kreisstadt.

Online Sheherazade

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #8 am: 06. Januar 2021, 11:15:58 »
Sowas gibts maximal in der Kreisstadt.

In unserer Kreisstadt noch nicht mal das, mehr als die Tafel gibt es hier nirgends.
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Offline eder

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #9 am: 06. Januar 2021, 21:30:25 »
Zitat von: crazy am 06. Januar 2021, 09:21:58
Und weshalb? Alle zu hause, was fällt da extra an?

Was fällt weg? Genau, die Einkommen aus Minijobs .

Online crazy

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #10 am: 06. Januar 2021, 22:08:57 »
Ja und?

Offline selbiger

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #11 am: 08. Januar 2021, 09:25:54 »
naja..der kleine man könnte ja reich werden..und dadurch besser leben als einer der arbeitet..und sowas geht ja nunmal absolut nicht in einem staat wie diesem..was denkt sich das faule pack eigendlich was es ist..also wirklich..

 :ironie:

Offline Last Man Standing

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #12 am: 09. Januar 2021, 19:09:49 »
Alleine aufgrund der Beiträge hier erhoffe ich mir eine solche Erhöhung. Alleine aufgrund der Beiträge erhoffe ich mir eine Erhöhung des Regelsatzes wie es die Grünen fordern. Einfach nur, dass den Neider hier vor lauter Missgunst morgens beim Kaffee der Mund offensteht. Leistungsbezieher von Sozialhilfe oder Alg2 geht es nachweislich nicht gut. Eine Vielzahl kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten. Dann noch die vielen anderen Fälle aufgrund derer sie unverschuldet im Leistungsbezug stecken. Die Aufstocker etc. Diesen Menschen 100,- € abzusprechen ist einfach nur noch heftig. Mit ethischen Grundsätzen hat dies m.M.n. nichts mehr gemein.

Online Fylou

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #13 am: 09. Januar 2021, 19:30:52 »
Was auch immer an der Frage, welche Mehrkosten man durch die Pandemie hat, mit "Neid" zu tun hat. Diese werden als Argument im Artikel genannt, aber nicht begründet. Warum sollte man neidisch deshalb sein?

Hier darf man wohl nichts mehr hinterfragen, ohne dass man als Unmensch hingestellt wird.

Online crazy

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Re: Lockdown: Lasst die Hartz IV abhängigen Familien nicht im Stich!
« Antwort #14 am: 10. Januar 2021, 09:32:53 »
https://www.lpb-bw.de/hartz-iv-aktuell

Hier sind die regelmäßigen jährlichen Erhöhungen und andere Verbesserungen beschrieben.
Der Regelsatz steigt jährlich, das Teilhabepaket   wurde erheblich verbessert. Ja, ein kleiner Teil der Leistungsbezieher ist erwerbs-aber nicht arbeitsfähig und hängt deshalb Jahre fest.
Das ist jedoch nicht der Maßstab an dem es sich zu orientieren gilt da Alg2 nunmal nur eine vorübergehende Überbrückung sein soll. Es ist nicht als dauerhaftes Lebensmodell gedacht.
Der durch Corona jetzt betroffene Teil dem es jetzt wirklich an die Substanz geht ist ein ganz anderer. Da fehlen hunderte Euro jeden Monat. Kurzarbeitergeld ist 1/3 Ausfall, da gibt es nichts oben drauf, Künstler aus allen Bereichen  Selbständige in vielen Branchen kämpfen ums Überleben. Selbst wenn sie dann 446 Euro bekommen/haben  und ihre Miete können sie davon ihre bestehenden Verbindlichkeiten nicht decken.
Es ist nunmal unmöglich jedem seine persönlich empfundene Gerechtigkeit zukommen zu lassen. Stell dir vor es haben nicht alle geschafft ihren ET einzuhalten, ist es ungerecht, dass Eltern A noch 300 Euro bekommen, weil das Kind um 23:59 Uhr am 31.12.2020 geboren wurde und die Eltern im Nachbarkreissaal drei Minuten länger gebraucht haben, 00.02 Uhr am 01.01.2021. Ist es Ungerecht, dass manche 12000 Euro Baukindergeld einstecken und die Nachbarfamilie leider einen Tag zu früh war mit ihrem Grunderwerb und leer ausgeht? Es jedem Recht zu machen geht nun mal nicht. Ist schon so kompliziert genug. Es würde auch ein Bürgergeld nicht zur "Gerechtigkeit" beitragen- dann haben manche sehr gutes Auskommen während andere davon gerade ihre Miete zahlen können. In manchen Gegenden wird ein extra Geld für zu hause bleibenden Elternteil in den ersten drei Jahren der Kinderbetreuung gezahlt ziemlich ungerecht gegenüber denen die das extra Geld nicht bekommen, denn auf Alg2 wird das extra Geld nicht angerechnet.Wir haben also Familien im Bezug die einige hunderter mehr haben als die aus dem Nachbardorf leben sie in unterschiedlichen Bundesländern.
 Es scheint auch manchen komisch, dass hohes Pflegegeld kein Einkommen ist und volle Hilfe zum Lebensunterhalt bezogen wird,. Dabei keine Verpflichtung zur Erwerbstätigkeit für die Pflegeperson besteht obwohl diese doch eig Grundvoraussetzung für Alg2 sein soll-Vermittlungsfähigkeit in Arbeit- deshalb bekommen Studenten z.B. nichts, obwohl sie auch teilweise noch dringend einen Zuschuss gebrauchen könnten, Elternteil der sich auf Erziehungszeit beruft ist ebenfalls unvermittelbar steht dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung bekommt Geld.