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Autor Thema: Absolut verwirrt bzgl. Antrag  (Gelesen 978 mal)

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Offline Wolke5

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Absolut verwirrt bzgl. Antrag
« am: 13. Januar 2021, 14:18:50 »
Hallo Freunde,

verzeiht mir meine Unwissenheit, vll gibt es dazu auch schon bereits Threads. Jedoch habe ich nichts gefunden.

Folgende Situation: Bin 30. Noch nie Hartz 4 gewesen. Aktuell beziehe Ich Alg 1. Dieses endet am 30. März 2021. Wohne als Untermieter bei meinen Eltern und es besteht weder eine Hausgemeinschaft noch eine gemeinsame Bedarfsgemeinschaft. Also eher eine Wohngemeinschaft. Bisher habe ich meinem Vater die "Pauschalmiete" bar ausgehändigt. Wahrscheinlich wird das jobcenter das so nicht durchgehen lassen.

Frage 1: Soll ich einen schriftlichen Untermietvertrag machen bzw. soll ich da das aktuelle Datum nehmen in dem der schriftliche Vertrag gemacht wird oder ein älteres Datum reinschreiben. Kann das amt sagen wieso der Vertrag ausgerechnet kurz vor Hartz 4- Antrag gemacht wurde?

Frage 2: Möchte ab dem 31. März Hartz 4 beziehen. (also nach ablauf des ALG 1). Im Antrag ist nirgendswo ein Feld wo Ich eintragen kann wann der Leistungsbeginn starten soll. Kann ich den Antrag nicht jetzt schon stellen. Sollte Ich einfach ins Formular reinschreiben das der Beginn am 31. März seien soll?

Frage 3: Irgendwo steht "Berechtigter nach Asylrecht" sollte ich dieses Feld frei lassen. Bin hier geboren hab jahrelang gearbeitet hab auch eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis. soll ich da mit ja oder nein anworten bzw. freilassen.

Nochmals Sorry für die laienhaften Fragen


Gruß

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Re: Absolut verwirrt bzgl. Antrag
« Antwort #1 am: 13. Januar 2021, 14:26:09 »
Zitat von: Wolke5 am 13. Januar 2021, 14:18:50
Frage 1: Soll ich einen schriftlichen Untermietvertrag machen bzw. soll ich da das aktuelle Datum nehmen in dem der schriftliche Vertrag gemacht wird oder ein älteres Datum reinschreiben. Kann das amt sagen wieso der Vertrag ausgerechnet kurz vor Hartz 4- Antrag gemacht wurde?
Hier kannst du eine Kostenbeteiligungsvereinbarung mit Pauschalmiete mit deinen Eltern abschließen.
Wie du deine Miete zahlst, bar oder überwiesen, spielt keine Rolle.
Zitat von: Wolke5 am 13. Januar 2021, 14:18:50
Frage 2: Möchte ab dem 31. März Hartz 4 beziehen. (also nach ablauf des ALG 1). Im Antrag ist nirgendswo ein Feld wo Ich eintragen kann wann der Leistungsbeginn starten soll. Kann ich den Antrag nicht jetzt schon stellen. Sollte Ich einfach ins Formular reinschreiben das der Beginn am 31. März seien soll?
3 Monate wäre schon wirklich früh, da kann sich in deinen Verhältnissen noch einiges ändern.
Du kannst natürlich im Rahmen der Antragstellung mitteilen, dass du aufgrund von ALG I, Leistungen nach dem SGB II erst zum 01.04.2021 begehrst.
 
Zitat von: Wolke5 am 13. Januar 2021, 14:18:50
Frage 3: Irgendwo steht "Berechtigter nach Asylrecht" sollte ich dieses Feld frei lassen. Bin hier geboren hab jahrelang gearbeitet hab auch eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis. soll ich da mit ja oder nein anworten bzw. freilassen.
Nein ankreuzen, du bist kein Berechtigter mit Asylrecht.


Bei einer Frau ist das wie bei einem Mercedes.
Da kann man mitunter noch einiges Optimieren
*Ralf Richter

Online Fylou

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Re: Absolut verwirrt bzgl. Antrag
« Antwort #2 am: 13. Januar 2021, 15:24:14 »
Du kannst entweder für die Barzahlung Quittungen ausstellen oder dein Vater bescheinigt dir, dass du seit Datum X monatlich Miete in Höhe Y in bar zahlst. Es gibt ja sicherlich Abhebungen vom Konto die das in etwa belegen, oder hast du das vom Bargeld beglichen dass du zu hause "rumliegen" hast?

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Re: Absolut verwirrt bzgl. Antrag
« Antwort #3 am: 13. Januar 2021, 15:39:49 »
Ich würde die Kostenbeteiligungvereinbarung nutzen wie sie hier zu finden ist.
https://hartz.info/index.php?topic=64069.0

Einen Untermietvertrag würde ich nicht machen, da dies dann unter Umständen auch steuerrechtliche Probleme für die Eltern mitbringen kann. Es kam bereits auch schon vor, dass das Jobcenter einen Nachweis gefordert hatte, in wie fern die Mieteinnahmen steuerrechtlich gemeldet sind bzw. werden. Ob dies zulässig ist eine andere Sache. Es kann aber sein, dass das Jobcenter selbst eine Mitteilung an das Finanzamt macht. Bei der Kostenbeteiligungsvereinbarung ist klar und transparent, dass kein Gewinn erwirtschaftet wird.
Auch gegenüber dem Jobcenter würde ich dann stets von einer KBV sprechen und nicht von einem Untermietvertrag.

Offline Wolke5

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Re: Absolut verwirrt bzgl. Antrag
« Antwort #4 am: 13. Januar 2021, 21:26:43 »
Danke erstmals für die Antworten.

1. Ist eine "Kostenbeteilungsvereinbarung mit Pauschalmiete" mit einem Untermietvertrag gleichzusetzen da man hierbei ja auch das Wort "Pauschalmiete" verwenden?

2. Die Wohnung "gehört" meinen Eltern (bzw. muss noch Jahrzehnte erstmal abbezahlt werden). Irgendwo glaube ich gelesen zu haben dass KBV nur dann geht wenn die Wohnung in meinem Fall von den Eltern gemietet ist. Also keine EIgentümer.

3. Gibt es bei Kostenbeteilungsvereinbarung (KBV) steuerliche vorteile. bzw müssen meine Eltern dann keine Steuern zahlen?

4. Könnte das Jobcenter aufgrund von KBV behaupten das Ich doch zu einer Haushaltsgemeinschaft zähle weil man sich ja wie im Wort KBV entahlten ist, sich beteiligt. (zusammen wirtschaftet)

5. Wie soll ich die Pauschalmiete von der KBV im Formular reinschreiben. Einfach die 3 felder durchstreichen -->Grundmiete
(ohne Nebenkosten) Nebenkosten (ohne Heizkosten) und Heizkosten...und einmal die Pauschalmiete reinschreiben.

6. Kann Ich einfach ne Pauschalmiete vereinbaren wo diese 3 Kostenpunkte mit inkludiert sind oder muss ich nebenkosten etc. seperat aufschreiben.


Wiedermal SORRY für die blöden Fragen aber wäre über kurze Antworten schon sehr erfreu:)

Online Fylou

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Re: Absolut verwirrt bzgl. Antrag
« Antwort #5 am: 13. Januar 2021, 21:40:33 »
Ein (Unter-)mietvertrag wird bei Eigentum empfohlen. Das kann und sollte eine Pauschalmiete sein, denn deine Eltern werden die Kosten nicht separat aufschlüsseln können. Allerdings steht ihnen dann auch keine Nachzahlung zu. Daher sollte sie so angesetzt werden, dass die Kosten auch abgedeckt sind.

In dieser Pauschalmiete kann man nach Kaltmiete + Nebenkostenpauschale aufschlüsseln oder alles zusammenfassen. Was du nicht machen musst, ist Abrechnungen oder Nachweise bringen über die Höhe der Kosten die deine Eltern an den Versorger/Bank zahlen. Deine Eltern müssen also keine Rechenschaft darüber ablegen, wie sich die Pauschalmiete zusammensetzt.

Sollte in der Pauschalmiete Strom mit drin sein, darf das JC diesen nicht rausrechnen. Eigentlich muss Strom vom Regelsatz bezahlt werden, bei einer Pauschalmiete aber nicht. Da du keinen extra Stromzähler für deinen Verbrauch hast bietet sich das an, diesen Anteil mit in die Pauschalmiete zu nehmen.

Ob und in welcher Höhe die Mieteinnahmen versteuert werden müssen hängt von deinen Eltern ab, da man den Einnahmen natürlich die Kosten gegenüber stellt. Angeben ja, aber ob daraus eine Steuerschuld entsteht ist noch einmal gesondert zu prüfen. Dazu muss ein Gewinn erzielt werden.

Was aber nicht Aufgabe des JC ist, dazu kann man bei den entsprechenden Stellen nachfragen (Steuerberater, Fachanwalt...).

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Re: Absolut verwirrt bzgl. Antrag
« Antwort #6 am: 14. Januar 2021, 12:42:45 »
Eine Pauschalmietvertrag hat in der Verbindung mit dem Jobcenter erhebliche Nachteile.

Nach der Heizkostenverordnung dürfen Heiz- und Warmwasserkosten nicht pauschal abgerechnet werden. Selbst dann nicht, wenn dies im Mietvertrag ausdrücklich so festgehalten wurde. Ein paar kleine Ausnahmen gibt es aber. Zum Beispiel eben auch wenn nur ein Zimmer untervermietet wird. Nachteil von einer pauschalen Abrechnung. Die Kosten können nur für die Zukunft erhöht werden z.B. nach einer Abrechnung die dem Vermieter vorliegt.

Die Kostenbeteiligung kann in der Hinsicht sehr viel freier gestaltet werden und lässt auch zeitnahe und rückwirkende Änderungen zu. Was insbesondere ein Vorteil ist, wenn man den Wasserverbrauch noch nicht abschätzen kann. Der Pauschalmietvertrag dagegen lässt nur Änderungen für die Zukunft zu.

Ich würde mich mit den Eltern hinsetzen und alle Kosten die sie haben aufschreiben. Dazu gehört dann m.E. auch die Darlehensrate die auf die Quadratmeterbezogen als Beteiligung rechtens sein müsste.

Dinge die das Haus direkt betreffen:
Schornsteinfegerkosten, Steuern, Versicherungen, Wartungskosten der Heizung. Kosten der Entwässerung, Straßenreinigung. Mindestendens all die Kosten die man auch auf einen Mieter umlegen kann. Dabei min. den Müll und Wasser auf die Personenanzahl umlegen ansonsten auf die Quadratmeter.

Offline Fettnäpfchen

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Re: Absolut verwirrt bzgl. Antrag
« Antwort #7 am: 14. Januar 2021, 17:25:27 »
 :flag:

Nur zur Klarstellung weil:
Zitat von: Wolke5 am 13. Januar 2021, 21:26:43
2. Die Wohnung "gehört" meinen Eltern
Zitat von: Fylou am 13. Januar 2021, 21:40:33
Ein (Unter-)mietvertrag wird bei Eigentum empfohlen
Kostenbeteiligungsvereinbarung/Mietvertrag  Kind im Elternhaushalt
daraus
Zitat
Hinweise zur richtigen Vertragsart: Bei Mietwohnungen "Kostenbeteiligungsvereinbarung" oder "Untermietvertrag" nutzen, bei Wohneigentum der Eltern "Mietvertrag".

MfG FN
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Offline oldhoefi

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Re: Absolut verwirrt bzgl. Antrag
« Antwort #8 am: 14. Januar 2021, 18:52:12 »
:offtopic:   @Last Man Standing,

Die Wohnung "gehört" meinen Eltern (bzw. muss noch Jahrzehnte erstmal abbezahlt werden).

Zitat von: Last Man Standing am 14. Januar 2021, 12:42:45
Ich würde mich mit den Eltern hinsetzen und alle Kosten die sie haben aufschreiben. Dazu gehört dann m.E. auch die Darlehensrate die auf die Quadratmeterbezogen als Beteiligung rechtens sein müsste
Aha - neuerdings soll der SGB II Leistungsträger auch Darlehensraten sprich dessen (anteilige) Tilgungen übernehmen.

Nein, ich spiele nicht wieder den Erklärbär für Dich, da ich mir absolut sicher bin, dass der SGB II Leistungsträger das nicht tun wird und somit Deine Aussage falsch ist.

Der TE kann sich aber gerne aus dem eigenen Geldbeutel an der Tilgung des Immo-Darlehens seiner Eltern beteiligen.

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Re: Absolut verwirrt bzgl. Antrag
« Antwort #9 am: 14. Januar 2021, 21:02:03 »
Zitat von: oldhoefi am 14. Januar 2021, 18:52:12
Aha - neuerdings soll der SGB II Leistungsträger auch Darlehensraten sprich dessen (anteilige) Tilgungen übernehmen.
Ob ich nun einen Untermietvertrag über 200,- mache oder aber innerhalb der Beteiligung einen Anteil von 200,- an der Tilgung ausmache, macht keinen Unterschied.

Offline oldhoefi

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Re: Absolut verwirrt bzgl. Antrag
« Antwort #10 am: 15. Januar 2021, 12:13:31 »
@Last Man Standing,

Zitat von: Last Man Standing am 14. Januar 2021, 21:02:03
Ob ich nun einen Untermietvertrag über 200,- mache oder aber innerhalb der Beteiligung einen Anteil von 200,- an der Tilgung ausmache, macht keinen Unterschied.
Genau - und im Himmel ist Jahrmarkt.

Eine derart grottenfalsche Aussage - in mehrfacher Hinsicht - richtig zu stellen, ist es nicht einmal wert.

Offline domeB

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Re: Absolut verwirrt bzgl. Antrag
« Antwort #11 am: 16. Januar 2021, 03:11:05 »
Die Wortschöpfung "Kostenbeteilungsvereinbarung" ist nix anderes als ein Mietvertrag. Es wird die entgeltliche Überlassung von Wohnraum vereinbart.
Egal in welches Wortgewand man es kleidet, der Vertragstyp ändert sich dadurch nicht.
Ist der Vermietende selbst Mieter, dann spricht man von einem Untermietvertrag.