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Autor Thema: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?  (Gelesen 1477 mal)

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Online Fylou

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #15 am: 21. Februar 2021, 23:07:38 »
Rein biologisch hat man eben keinen großen Mehrbedarf als Schwangere. Das sagt auch meine Frauenärztin: 200-300kcal, anfangs weniger später mehr. Und auch mit wenig Geld kann man sich gesund ernähren.

Ein bloßes "Mehr" an Geld hilft da herzlich wenig, da müsste man schon mit Ernährungsberatungen arbeiten.

Zitat von: Cor Caroli am 21. Februar 2021, 22:16:09
Und dummerweise gibt es eine Statistik, die zeigt, das Menschen Armut sogar noch am Gesicht erkennen können (schlechte Hautfarbe etc.). Stress durch Sozialmobbing ist auch keine Kleinigkeit. Sexuelle Übergriffe auf arme Frauen sind z.B. 12 mal so häufig wie auf Reiche.

Das hat doch alles nichts mit dem Mehrbedarf für Schwangere zu tun. Du führst eine Grundsatzdiskussion zur Höhe von ALG2. Und dazu kannst du gerne vor Gericht klagen, muss aber deine Argumente belegen. Und da wird jede Klage vorerst scheitern.

Offline Birgit63

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #16 am: 22. Februar 2021, 07:12:13 »
Deutschland ist sehr wohl ein sozialer Staat. Hier muss keiner unter der Brücke schlafen, der es nicht selber will. Wie schon geschrieben ist Schwangerschaft keine Krankheit. Wenn du Schulden hast und das Inkassobüro dir jetzt Druck macht, dann hast du selbst schuld. Dann hättest du mit der Familiengründung noch warten sollen bis deine Schulden abbezahlt sind. Ich bin kein Kinderhasser, hab selbst eine Tochter und zwei wundervolle Enkelkinder. Die sind sogar gut geraten, obwohl meine Tochter bis 6 Wochen vor der Entbindung gearbeitet hat. Da lassen sich keine Anzeichen erkennen, die darauf hindeuten, dass ihr Gehirn geschädigt ist, weil meine Tochter gearbeitet hat  :lachen:

Online NevAda

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #17 am: 22. Februar 2021, 07:13:34 »
Vielleicht weil es Deiner Tochter vorher schon gut ging und sie zufrieden war mit ihrer Situation?
Wir sind hier nicht bei Wünschdirwas sondern bei ISSO.

Offline Cor Caroli

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #18 am: 22. Februar 2021, 09:40:18 »
Rein biologisch hat man eben keinen großen Mehrbedarf als Schwangere. Das sagt auch meine Frauenärztin: 200-300kcal, anfangs weniger später mehr. Und auch mit wenig Geld kann man sich gesund ernähren.

Ein bloßes "Mehr" an Geld hilft da herzlich wenig, da müsste man schon mit Ernährungsberatungen arbeiten.

Zitat von: Cor Caroli am 21. Februar 2021, 22:16:09
Und dummerweise gibt es eine Statistik, die zeigt, das Menschen Armut sogar noch am Gesicht erkennen können (schlechte Hautfarbe etc.). Stress durch Sozialmobbing ist auch keine Kleinigkeit. Sexuelle Übergriffe auf arme Frauen sind z.B. 12 mal so häufig wie auf Reiche.

Das hat doch alles nichts mit dem Mehrbedarf für Schwangere zu tun. Du führst eine Grundsatzdiskussion zur Höhe von ALG2. Und dazu kannst du gerne vor Gericht klagen, muss aber deine Argumente belegen. Und da wird jede Klage vorerst scheitern.

Der Grossteil des gemessenen(!) also zweifellsfrei bestehenden epigenischen (aka biologischen) Schadens an Kindern aus armen Familien (Studie immer noch nicht gelesen, Fylou?!?), wird nicht mal viel mit Ernährung zu tun haben, sondern nur mit Stress durch Mobbing und soziale Exclusion. Da wird die Ärztin nicht so viel drüber wissen, denn als Mitglied der Oberschicht interessiert sie sich für solche Studien nur extrem wage. Plus: sie hat in ihrem Studien auch eher gelernt den Körper unter sehr mechanischen Gesichtspunkten zu betrachten (Ausser es ist eine Psychaterin).

In der Realität ist gute Ernährung und Stress auch sehr schwer auseinanderzuhalten. Wenn Du sehr gestresst bist und kaum geschlafen hast, wirst Du durch Konzentrationsmangel z.B. Zubereitungs- und Lagerfehler bei Deinen Lebensmitteln machen.

Wenn Du gestresst bist, verändert sich eigentlich alles zum Schlechteren: Dein Imunsystem, die Länge und Qualität des Schlafes, wie stark Du Schmerzen fühlst, die Rate mit der der Körper sich selbst repariert, wie stark Du prokrastinierst. Das Kind hat einen gewissen Schutz davor, was im Körper der Mutter passiert, denn hier geht die Evolution keine Risiken ein.

Die Effekte von Stress wirken sich auf das Kind deshalb erst dann aus, wenn der Stress öfter und länger besteht, und recht hoch ist. Man vermutet sogar einen ganz einfachen "Uinversal"Mechanismus, was den Föten hier so zusetzt: 

Bei einem starken Stresslevel der Mutter nimmt der Körper an, dass die Mutter wohl in einer zu gefährlichen Umgebung ist, um bis zum Ende der Schangerschaft zu überleben. Er beschleunigt deshalb die Entwicklung des Fötus auf Kosten des "Finetunings" seines Körpers und Gehirns. Wenn der Stress dann sehr hoch wird, leitet er eine Frühgeburt ein.  Die Logik der Evolution ist hier: Hoffentlich hat das Kind höhere Überlebenschancen, wenn es aus dieser offfensichtlich bald sterbenden Mutter raus ist. Und wenn es zu jung ist um zu überleben, und die Schnellmontage also nicht erfolgreich wahr, dann hat wenigstens die Mutter selbt wieder eine höhere Chance zu überleben. Sie kann dann von der Stressquelle zum Beispiel besser wegrennen...

Nun zur Nachweisbarkeit:  Ich verstehe, das Ihr hier alle skeptisch seit, denn viele Hartz Vier Klagen werden verlohren, und das obwohl alle der Meinung sind Hartz Vier deckt eh nicht das Existenzminimum. Aber was sicher ganz nicht nachweisbar sein wird, ist das die Methode, mit der der Mehrbedarf von der Bundesregierung ausgrechnet wurde, epigenetische Schäden verhindern kann. Denn als dieses Gesetzt gemacht wurde (wann?) wusste man wahrscheinlich von diesen Schäden zu wenig, um sie überhaupt zur berücksichtigen.

Was hingegen aber mit der Methode aus der zitierten Havard-Studie ausrechenbar sein wird, ist, ab welchem Einkommen keine epigenetischen Veränderung versus der Normalbevölkerung bei Neugebohrenen mehr erkennbar sind. Dieses Level gibt es nämlich und dieses Einkommen ist der wahre Mehrbedarf für Schwangere. (Und nicht irgendein sophistisches Gedankenkonstrukt, dass sich ein narzistischer Blödhamster ausgrechnet hat, den die Bundesregierung speziell dafür einstellte, sich solche Dinge schönzurechnen).

Ernähriungsberatung kann zusätzlich nie schaden, aber da sie das Problem Mobbing/Exclusion nicht abdeckt, ist sie nicht ausreichend.

Solange man diese Studie auf die Messsung und den Vergleich epigenetische Schäden bei Neugebohrenen bezieht, ist das auch kein Generalangriff auf Hartz Vier. Man könnte über diese Methode vielleicht so etwas versuchen. Aber Erwachsene, und speziell das Gehirn von Erwachsenen sind doch deutlich weniger formbar und deshalb weniger leicht zu schädigen, als das bei Kindern und speziell Föten der Fall ist.

Gesundheitliche Schäden durch Armut auch bei Erwachsenen sind real, keine Frage, sonst würden arme Menschen nicht deutlich kürzer leben. Aber hier verläuft die Diskussion sich dann wieder in Vorwürfen um das Themenfeld Eigenverantwortung: "Hättest Du Dich mal besser ernährt. Oder weniger getrunken." Es kommen übrigens immer mehr wissenschaftliche Erklährungen herein, dass solche Dinge wie Übergewicht oder stark zuckerlastige Ernährung nicht wirklich eine freie Entscheidung sind, sondern eine biologisch vorprogrammierte Reaktion des Körpers auf Stress (und das Übergewicht alleine unnd ohne Stress auch kaum gesundheitlich schädlich ist: man hat hier aus Versehen mehr die Korrelation mit Stress mitgemessen, als man die Korrelation zwischen Gesundheit und Übergewicht messen wollte).


Aber bei solch komplexen Gesundheits-Themen (und da Erwachsenen Hartz Vier Empfängern nicht mehr dem Schutz durch das Kindchenschema unterstehen) fürchte ich hier massives ADHS sowohl bei Amtspersonen als auch bei der Öffentlichkeit (Apro po ADSH: hast Du die Studien gelesen....) Das ein Fötus für gesellschaftliche Probleme nichts kann, die Erwachsene um ihn herum anrichten, ist hingegen eine sehr einfache Message. Dass sollte auch zu der zerstreutesten und gedanklich verbohrtesten Authoritätsperson noch durchdringen.


Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Klage ist (da die Existenz sozialen Menschenrechte in diesem Land ja anscheinend wirklich nur "postuliert" also behauptet ist) hier zu finden: "In der Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland wäre eine Sippenhaftung nicht mit dem strafrechtlichen Schuldprinzip vereinbar. Auch die zivilrechtliche Verschuldenshaftung setzt eine persönliche Vorwerfbarkeit voraus. Die gilt auch für verwaltungsrechtliche Sanktionen wie eine Leistungskürzung beim Arbeitslosengeld II.[9][10]   [/b]

Aus meiner Sicht ist ein dauerhaft zu niedrieg berechneter Bedarf für Schwangere aber genau eine solche dauerhafte Sanktion. Der Familien, dass sie so dreist sind, Kinder zu bekommen, obwohl sie arm sind. Weil ihre Kinder der Armen ja angeblich so minderwertig sind (Sozialdarwinismus fährt bei soetwas immer mit). Und diese Leibstrafe trifft fast auschliesslich das Kind selbst, und eben nicht die Eltern. Die Führung von Nordkorea würde sich freuen, dass es soviele kulturelle Gemeinsamkeiten zwischen unseren beiden Nationen gibt  :sehrgut:


Offline Cor Caroli

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #19 am: 22. Februar 2021, 10:27:10 »
Deutschland ist sehr wohl ein sozialer Staat. Hier muss keiner unter der Brücke schlafen, der es nicht selber will. Wie schon geschrieben ist Schwangerschaft keine Krankheit. Wenn du Schulden hast und das Inkassobüro dir jetzt Druck macht, dann hast du selbst schuld. Dann hättest du mit der Familiengründung noch warten sollen bis deine Schulden abbezahlt sind. Ich bin kein Kinderhasser, hab selbst eine Tochter und zwei wundervolle Enkelkinder. Die sind sogar gut geraten, obwohl meine Tochter bis 6 Wochen vor der Entbindung gearbeitet hat. Da lassen sich keine Anzeichen erkennen, die darauf hindeuten, dass ihr Gehirn geschädigt ist, weil meine Tochter gearbeitet hat  :lachen:

Ich sage ja auch die ganze Zeit, das Arbeiten alleine dem Gehirn nicht schadet, sondern soziökonomischer Stress. Im Übrigen: Deine Beweismethode das Arbeit nicht schadet ist unzureichend, weil Du auf einen Einzelfall keine wissenschaftlichen Schlüsse für die Allgemeinheit ziehen kannst. Gerade weil es ein Einzelfall ist, lässt sich auch nicht mal ansatzweise erkennen, ob das Kind keinen Schaden genommen hat.  Denn es lässt sich daraus nichts über seine maximale Leistungsfähigkeit interferieren. Vielleicht währe es ein Genie, wenn es aus einer Oberschichtsfamilie käme. Ich komme aus einer Oberschichtsfamilie und ich bin ein gemessenes Genie.

Nur Du verstehst wohin mich meine Recherchen die ganze Zeit führen: Ich habe bei dieser Datenlage ernsthafte Zweifel ob ich irgendwelche "Genie" Gene habe. Vielmehr scheint es einfach nur das Glück zu sein, eine priviligierte Schwangerschaft und Kindheit gehabt zu haben.  :help:

Deine Hähme gegen Leute mit Schulden macht mich unglaublich traurig. Ich weiss, dieser Standpunkt gegenüber Schuldnern ist weit verbreitet. Aber ich werde nie verstehen, wieso ein großer Anteil der Menschen so wenig Mitgefühl mit den Schwachen hat, es ist komplett unchristlich so zu denken. Die Haupgründe für Schuldenprobleme sind statistisch gemessen: Krankheit und Behinderung, Scheidung und Verwittwung. Bei mir kommt übrigens Gutherzigkeit dazu, ich habe die meisten Schulden aus Versehen von jemand anderem übernommen, der auch krank und hilfsbedürftig wahr. So eine Untat.

Dann gibt es noch Menschen, die am Schuldenmanagment anscheinend auf Grund psychischer Stöhrungen versagen. Hier kannst Du Dir ein Bild darüber machen, ob das wirklich schlechte Menschen sind - unabhängig davon, das man die Kinder wie gesagt nicht für Taten von Erwachsenen bestrafen DARF:
https://www.youtube.com/watch?v=LXo05Ef6wWk


Und ich sage auch gar nicht mehr, Deutschland ist kein Sozialstaat. Viel Schlimmer: Deutschland ist nicht mal ein Rechtsstaat.
Diese Fragestellung hat mir mein Vater mehr aus Versehen beantwortet, als ich mich als Kind über den Iran gewundert habe. Im Iran kann man auch wählen, und die gewählten Vertreter machen auch Gesetzte, diese Gesetzete sind nur alle irgendwie sch...

Hier kommt jetzt also die berüchtigte Kinderfrage "warum ist das so" vor der sich alle Erwachsenen immer fürchten: Ich wollte von meinem Vater wissen: Ist eine Demokratie automatisch auch ein Rechstaat, weil die Gesetze durch die Mehrheit gemacht bzw. initiert werden?

Und das sagte mein Vater sofort und ohne zu zögern: "Nein, nur wenn ein Staat eine Demokratie ist UND sich an die Menschrechte hält, ist er auch ein Rechtsstaat". Das ist beim Iran eben nicht der Fall (er funktioniert im ürbigen auch als Demokratie schlecht). Und bei Deutschland ist die Einhaltung der Menschenrechte auch nicht gegeben, denn Deutschland hat wie gesagt einen großen Teil der Menschenrechte gar nicht mitunterzeichnet.

Speziell die Menschenrechte von Minderheiten werden von der Mehrheit gerne ignoriert, deshalb gibt es die Idee des Naturrechtes/Mescnhenrechtes. Sonst währe ja auch Genozid legal, wenn die Mehrheit das so beschließt.

Offline Birgit63

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Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #20 am: 22. Februar 2021, 10:29:51 »
Stell dir mal vor, ich kenne sogar Leute die von Hartz IV leben und deren Kinder jetzt studieren. Die Eltern selbst haben nie gearbeitet. Trotzdem sind deren Kinder gut geraten. Im Gegenteil, früher gab es noch weniger vom Staat als jetzt. Auch gibt es durchaus Menschen, die von Hartz IV leben und die gar nicht arbeiten möchten, weil sie gut damit zurecht kommen. Wenn man gut mit Geld umgehen kann, mag das sogar möglich sein.

Online Fylou

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #21 am: 22. Februar 2021, 10:44:08 »
Dann bereite eine Klage vor wenn das alles so offensichtlich ist. Und nur an zu wenig ALG2 liegt. Und das natürlich nur in der Schwangerschaft, nicht darüber hinaus.

Genug Zeit scheinst du ja zu haben, hier ist aber definitiv der falsche Ort dafür. Hier geht es um konkrete Fragen von konkreten Fällen und keinen theoretischen Konstrukten.

Online Sheherazade

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #22 am: 22. Februar 2021, 10:44:56 »
Ich komme aus einer Oberschichtsfamilie und ich bin ein gemessenes Genie.

Aha.  :scratch:

Zitat von: Cor Caroli am 22. Februar 2021, 10:27:10
Deine Beweismethode das Arbeit nicht schadet ist unzureichend, weil Du auf einen Einzelfall keine wissenschaftlichen Schlüsse für die Allgemeinheit ziehen kannst. Gerade weil es ein Einzelfall ist, lässt sich auch nicht mal ansatzweise erkennen, ob das Kind keinen Schaden genommen hat.

Hier ist noch so ein Einzelfall: Keines meiner 4 Kinder hat Schaden genommen, weil ich -abgesehen von der Mutterschutzzeit- immer arbeiten gegangen bin. Und alle 4 sind mittlerweile erwachsen, selbstbewusst und finanziell unabhängig vom Staat oder uns Eltern.
Prävention ist keine Hysterie, Ignoranz kein Mut.

Vergesst die Achse des Bösen, es ist die Achse des Blöden, die uns das Genick brechen wird.

Offline Cor Caroli

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #23 am: 22. Februar 2021, 11:00:51 »
Rein biologisch hat man eben keinen großen Mehrbedarf als Schwangere. Das sagt auch meine Frauenärztin: 200-300kcal, anfangs weniger später mehr. Und auch mit wenig Geld kann man sich gesund ernähren.

Ein bloßes "Mehr" an Geld hilft da herzlich wenig, da müsste man schon mit Ernährungsberatungen arbeiten.

Zitat von: Cor Caroli am 21. Februar 2021, 22:16:09
Und dummerweise gibt es eine Statistik, die zeigt, das Menschen Armut sogar noch am Gesicht erkennen können (schlechte Hautfarbe etc.). Stress durch Sozialmobbing ist auch keine Kleinigkeit. Sexuelle Übergriffe auf arme Frauen sind z.B. 12 mal so häufig wie auf Reiche.

Das hat doch alles nichts mit dem Mehrbedarf für Schwangere zu tun. Du führst eine Grundsatzdiskussion zur Höhe von ALG2. Und dazu kannst du gerne vor Gericht klagen, muss aber deine Argumente belegen. Und da wird jede Klage vorerst scheitern.

Fylou, ich will mich entschuldigen, dass ich Dich so hart angegangen bin. Ich habe den psychologischen Mechanimus falsch verstanden: Nicht Du hast keine Ahnung von Biologie, sondern Deine Ärzte hat kaum Ahnung davon. Und was ich damit meine ist: Ein epigenetischer Schaden ist ein biologischer Schaden, biologischer geht es gar nicht.

Du verlässt Dich hier einfach nur zu sehr auf die Frauenärztin. Praktizierende Ärzte haben so gut wie keine Zeit neue wissenschaftliche Studien zu lesen, es kommen järhlich zuviel neue raus. Entweder das Ganze trudelt als Cochran Studie bei ihr ein, oder es MUSS aus Gründen des Zeitmanagments ignoriert werden. Du überschätzt hier den Expertenfaktor eines parktizierenden Arztes einfach. Experten für neue Forschungsfelder sind generell eher solche Ärzte, die tatsählich forschen, denn die haben die Zeit alles relevante zu lesen.

Online Fylou

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #24 am: 22. Februar 2021, 11:19:25 »
Als Kindheitspädagoge der Familienhilfe geleistet hat kann ich schon so ein wenig einschätzen, welche Einflüsse auf ein Kind wie wirken. Das sind meiner Erfahrung nach aber systemisch bedingte Faktoren, weniger der Verlauf der Schwangerschaft an sich (von Drogenkonsum mal abgesehen).

Wichtiger ist die Erziehung und das Aufwachsen, weshalb ich schon immer für kostenlose  qualitative Betreuung für alle Kinder bin. Das hat aber weniger mit ALG2 zu tun als der Bildungspolitik. Mehr Geld hilft Eltern nicht, die in Erziehungsfragen keine Ansprechpartner haben. Die nicht wissen, wie man ein Kind ernährt, fördert oder richtig behandelt. Es gibt kein Unterrichtsfach "Erziehung" in dem man lernt, wie das alles geht. Man macht es wie man es selbst gelernt hat und da sehe ich größere Gefahren als in der biologischen Komponente.

Ich habe im Kindergarten Kinder die materiell alles haben und trotzdem in der Entwicklung zurück sind. Und Kinder als Niedriglohnhaushalten, die wissbegierig und clever sind. Geld regelt nicht alles.

Offline Cor Caroli

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #25 am: 22. Februar 2021, 12:21:02 »
Ich komme aus einer Oberschichtsfamilie und ich bin ein gemessenes Genie.

Aha.  :scratch:

Zitat von: Cor Caroli am 22. Februar 2021, 10:27:10
Deine Beweismethode das Arbeit nicht schadet ist unzureichend, weil Du auf einen Einzelfall keine wissenschaftlichen Schlüsse für die Allgemeinheit ziehen kannst. Gerade weil es ein Einzelfall ist, lässt sich auch nicht mal ansatzweise erkennen, ob das Kind keinen Schaden genommen hat.

Hier ist noch so ein Einzelfall: Keines meiner 4 Kinder hat Schaden genommen, weil ich -abgesehen von der Mutterschutzzeit- immer arbeiten gegangen bin. Und alle 4 sind mittlerweile erwachsen, selbstbewusst und finanziell unabhängig vom Staat oder uns Eltern.

Wenn Du Dich über meine Vergangenheitsversion, also die gefühlfsflache, narzistische reiche Göre lustig machen willst, die ich wahr, als ich noch reich wahr, bist Du herzlich dazu eingeladen. Auch ich kann mit der igrndwie gar nichts mehr anfangen.

Was jetzt die vier Kinder anlangt: dass ist mütterlich gesehen eine beindruckende Leistung (keinerlei Ironie von meiner Seite). Es erreicht wissenschaftlich aber immer noch nicht die erforderliche statistitische Signifikanz. Bei einer Placebo-kontrollierten Studie finge es (mit Glück) vielleicht bei 50 Teilnehmern an, bei einer rein epidemiologischen Studie in freier Wildbahn schätzte ich mal grob, dass man da eher im Berreich von 1000 und mehr ist...

Online crazy

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #26 am: 22. Februar 2021, 12:25:49 »
So ist es.
Geld ist Mittel zum Zweck kann aber niemals die sozialen Gegebenheiten ersetzen.


Und was den Kinderdurchschnitt betrifft.

Wir sind insgesamt überbevölkert, wir vernichten uns gerade selbst in dem wir viel zu viele auf dieser Erde sind!
Wenn wir in Deutschland alle wieder drei Kinder nachzüchten würden, was ergäbe das dann in wenigen Jahren? Ziemlich blöde Idee.

Es gibt kein Recht auf kein Kind, aber jeder darf wie er möchte- und es wird sogar viel Geld darin investiert, dass Paare auch anderen Wegen als dem natürlichen ein Kind bekommen können. Die Schwangerenvorsorge ist umfassend, die Gesetze zum Schutz der Schwangeren und dem Ungeborenen sind erheblich ausgeweitet worden.
Ja, meine Generation hat bis 6 Wochen mal locker noch gearbeitet- in Berufen in denen es jetzt untersagt ist eine Schwangere zu beschäftigen. Schäden ? Keine!
Ich hab noch ein Haus fertig gebaut, noch 2 Wochen vor dem Termin Rasen gewalzt und gesäät. Schäden? Keine.

Große Schäden entstehen bei Ungeborenen bereits in der Frühschwangerschaft. Oft durch Alkoholkonsum,Rauchen,Drogenkonsum. Es gibt auch genug Schwangere die noch ins Heavy Metal Konzert gehen müssen....

Schäden wurde wissenschaftlich nachgewiesen bei Kindern deren Mütter in der Schwangerschaft Naturkatastrophen ausgesetzt waren . Das ist Stress! In einer gewaltbeherrschten Beziehung zu sein, das ist Stress.

Geld nicht zu haben was man sich wünscht? Naja, das ist in sehr vielen Familien so. Nicht nur in Familien die von Alg2 leben.

Und wer bereits da drin hängt, keine Aussicht hat da erstmal rauszukommen, der kann sich genau wie jedes andere Paar überlegen ob jetzt auch noch ein Kind sein muss, wenn die Situation an sich schon so stressig ist. Hilfen gibt es ja genug, wenn es denn so ist. Den Stress die Anträge zu stellen kann man aber nicht auch noch abnehmen

Offline Cor Caroli

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #27 am: 22. Februar 2021, 13:00:42 »
Als Kindheitspädagoge der Familienhilfe geleistet hat kann ich schon so ein wenig einschätzen, welche Einflüsse auf ein Kind wie wirken. Das sind meiner Erfahrung nach aber systemisch bedingte Faktoren, weniger der Verlauf der Schwangerschaft an sich (von Drogenkonsum mal abgesehen).

Wichtiger ist die Erziehung und das Aufwachsen, weshalb ich schon immer für kostenlose  qualitative Betreuung für alle Kinder bin. Das hat aber weniger mit ALG2 zu tun als der Bildungspolitik. Mehr Geld hilft Eltern nicht, die in Erziehungsfragen keine Ansprechpartner haben. Die nicht wissen, wie man ein Kind ernährt, fördert oder richtig behandelt. Es gibt kein Unterrichtsfach "Erziehung" in dem man lernt, wie das alles geht. Man macht es wie man es selbst gelernt hat und da sehe ich größere Gefahren als in der biologischen Komponente.

Ich habe im Kindergarten Kinder die materiell alles haben und trotzdem in der Entwicklung zurück sind. Und Kinder als Niedriglohnhaushalten, die wissbegierig und clever sind. Geld regelt nicht alles.

Ein klares Jein von meiner Seite. Ich verstehe, dass Dir Deine Ausbildung einen speziellen Fokus gegeben hat, und das Du in rein sozialwissenschaftlichen Erkentnissen wahrscheinlich die bessere Bildung hast. Aber es gibt schon seit Jahr und Tag einen versteckten Hahnenkamp zwischen - eben ja - reinen Sozialwissenschaftlern und reinen Natuwissenschaftlern (z.B. Neurologen, Ärzte die sich auf Evolutions-Psychologie spezialisieren, Genetiker) . In der extremen Form möchte dann keine Seite irgendwelche Erkentnisse von der anderen Seite annehmen. Das ist sicher die völlig falsche Strategie, denn sie ist nicht holistisch.

Ich persöhnlich würde - sorry das ich da so authoritär bin - das sogar gerne sehen, wenn Eltern aller Schichten einen Erziehungskurs machen. Aber es gibt hier kein "entweder oder", das nennt man in der Logik einen Bifurkations-Fehler. Man sollte vielmehr solche Beratungen mit mehr Geld für die Armen kombinieren.

Deine Beratung wie man z.B. freundlicher zu Kindern ist, wird zum Beispiel dann nicht mehr funktionieren, wenn das Serotonin-Level des Elternteils sehr weit sinkt. In diesem Fall erhöht sich die Agressionsantwort auf Provokation (apro pro Biologie). Das sind Prozesse die bewusst kaum noch oder gar nicht mehr steuerbar sind. Auch stressbedingte Veränderungen an der die Amyagdala können das, was Du den Eltern beibringst, komplett kurz schalten.  Der Mensch reagiert dann schon, bevor die höheren Gehirnfunktionen sich überhaupt einschalten. Und das kann dann zu sowas führen, wie das ein Mann eine schangere Frau schlägt.

Ich weiss jetzt nicht ob Du das unter "systemischen Faktoren" verstehst? Aber jeder Versuch, die Kinder mit Hinweis auf die systemischen Faktoren zu schützen, wird deshalb schief gehen, weil Du dann den Kapitalimus selbst zerstöhren musst. Das Hauptroblem ist nähmlich Status- und Konkurenzdenken, dass dann zu Sozialmobbing führt, dass dann das Kind schädigt. Aber der Kapitalismus sagt die ganze Zeit, Konkurenzdenken ist gut und förderlich. Niemand wird uns eine Chance geben, den Kapitalismus per Klage zu Fall zu bringen, da unterschätzt Du die Bösartigkeit dieses Systems.

Da würde ich dann doch einen spezifischeren, weniger systemischen Angriff vorschlagen, eben auf diese direkt nachweisbaren biologischen Schäden. Wage Dich doch mal in die reine Biologie und sieh Dir so eine Studie an:  https://www.nature.com/articles/s41598-021-82714-2?utm_source=other&utm_medium=other&utm_content=null&utm_campaign=JRCN_1_LW01_CN_SCIREP_article_paid_XMOL

Du glaubst, dass man sowas wie die beschriebenen epigenetische Imunschäden nur und auschliesslich durch Beratung aka Reden abwenden kann? Wie willst Du das beweisen? Auch Erfahrungen von Experten haben in Wirklichkeit keinen wissenschaftlichen Beweiswert. Der Grund ist hier, dass das Gehirn einfach jedes Menschen mit Informations-Filtern arbeitet.

Offline Birgit63

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #28 am: 22. Februar 2021, 13:08:17 »
So langsam geht das einem auf den Keks. Die TE scheint Langeweile zu haben.

Offline Charlotta

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Re: Wie berechnet sich der Mehrbedarf Schwangerschaft?
« Antwort #29 am: 22. Februar 2021, 13:09:42 »
Statt sich hier im Forum auszutoben, solltest du das wunderschöne Wetter genießen. Damit tust du deinem Körper,  Geist etc. etwas gutes und kannst somit dem negativen Stress aus dem Weg gehen.

Ansonsten finde ich deine extrem langen Texten nicht im richtigen Forum platziert.