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Autor Thema: Vermittlungsbudget  (Gelesen 525 mal)

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Offline DesertSnow

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Vermittlungsbudget
« am: 08. April 2021, 17:54:35 »
Hallo zusammen,

dieses Mal frage ich nicht für mich selbst. Folgende Situation: Meine Nachbarin, mit der ich gut befreundet bin, fängt in Kürze wieder an zu arbeiten. Sie wäre bis dahin normalerweise im Arbeitslosengeld-Bezug und nicht im Arbeitslosengeld II-Bezug. Der ALG-Antrag ist noch in der Prüfung, so dass alternativ, um nicht ohne Geld dazustehen, ALG II beantragt und gewährt wurde (da wird, schätze ich mal, später die eine Stelle mit der anderen verrechnen). Aber das soll nicht das Thema sein.

Sie hat bei ihrem Vermittler/Fallmanager nun mehrmals versucht Leistungen aus dem Vermittlungsbudget zu beantragen, bzw. die Formulare, die aufgefüllt werden müssen, übersendet zu bekommen. Er tut dies aber nicht, sondern wollte ein Telefonat. Sie hingegen sagte, sie möchte die Informationen bitte verbindlich in schriftlicher Form (telefonisch hatte er ihr schon beim Vorstellungsgespräch Fahrkosten zugesichert, sich dann aber nicht erinnern können und sie hatte nichts schriftliches zur Hand, wobei dies nicht das Einzige ist, was da in der Kommunikation gegen den Baum ging, aber ich will da nun nicht ins Detail gehen, da haben wohl die meisten von uns skurrile Geschichten auf Lager).

Nun besteht der Fallmanager aber darauf das vor dem Übergeben der Unterlagen unbedingt mit ihm telefoniert werden müsste. Ein Beratungsgespräch wäre notwendig. Ohne dieses würde das mit dem Antrag der Leistungen aus dem Vermittlungsbudget nichts werden und sowieso ist es ja nur eine Kannleistung, die er auch versagen könne. Ich kenne es eigentlich so, man reicht schriftlich den Antrag ein, notfalls formlos und das mit Nachweisen (Vertragskopie, Pendelwege, Nachweis ob Arbeitskleidung gestellt wird oder nicht). Sie startet schon nächste Woche Montag in den neuen Job, muss sich Arbeitskleidung besorgen und benötigt Fahrkosten für den ersten Monat (wird nun wohl erst mal ihr Konto überziehen müssen).

Soll sie nun einfach alles schriftlich mit Nachweisen einreichen, bzw. beantragen und ggf. eine Beschwerde dazu, da er auf ihr Anliegen nicht angemessen reagiert? Ich meinerseits weiß nicht, ob das mittlerweile so üblich ist, vor einem Antrag auf Leistungen aus dem Vermittlungsbudget, kurz vor der Arbeitsaufnahme, ein Beratungsgespräch zu haben, sondern weiß nur, dass man das allgemein nicht telefonisch muss und auf ein persönliches Gespräch bestehen kann, wobei das jetzt terminlich nicht mehr machbar wäre in der kurzen Zeit, denn ab Montag überschneiden sich ihre Arbeitszeiten mit den Bürozeiten des Fallmanagers.

Oder sollte sie ihren Antrag direkt an die Agentur für Arbeit richten? Dort wäre sie ja eigentlich, Leistungsanspruch besteht, nur ist nicht klar wie viel, die berechnen noch, weil arbeitgeberseitig Unterlagen fehlen.

Habt ihr Tipps?

LG
DS

Online BigMama

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Re: Vermittlungsbudget
« Antwort #1 am: 08. April 2021, 17:57:34 »
Die Zuständigkeit für solche Leistungen aus dem Vermittlungsbudget liegt bei Aufstockern bei der Bundesagentur für Arbeit. Sie sollte schnellstmöglich den Antrag dort stellen.
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Offline DesertSnow

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Re: Vermittlungsbudget
« Antwort #2 am: 08. April 2021, 18:38:25 »
Hallo BigMama,

danke Dir, ich habe die Info weitergegeben.

LG
DS

Offline blaumeise

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Re: Vermittlungsbudget
« Antwort #3 am: 08. April 2021, 18:57:03 »
Deine Nachbarin kann den Antrag auch beim JC stellen. Ratgeber Leistungen aus dem Vermittlungsbudget: https://hartz.info/index.php?topic=1349.0

Zitat von: DesertSnow am 08. April 2021, 17:54:35
Sie hat bei ihrem Vermittler/Fallmanager nun mehrmals versucht Leistungen aus dem Vermittlungsbudget zu beantragen, bzw. die Formulare, die aufgefüllt werden müssen, übersendet zu bekommen.
Das geht auch formlos. Falls das Amt bestimmte Formulare dafür haben will, schickt es diese zu, nachdem der formlos gehaltene Antrag eingegangen ist. Hauptsache, der Antrag ist nachweislich schriftlich erst mal gestellt.

Online BigMama

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Re: Vermittlungsbudget
« Antwort #4 am: 08. April 2021, 19:09:51 »
Zitat von: blaumeise am 08. April 2021, 18:57:03
Deine Nachbarin kann den Antrag auch beim JC stellen. Ratgeber Leistungen aus dem Vermittlungsbudget: https://hartz.info/index.php?topic=1349.0
Der Beitrag ist von 2009 und die Rechtslage hat sich zwischenzeitlich geändert. Die BA ist hier zuständig.
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Re: Vermittlungsbudget
« Antwort #5 am: 08. April 2021, 19:35:24 »
Zitat von: DesertSnow am 08. April 2021, 17:54:35
Sie startet schon nächste Woche Montag in den neuen Job, muss sich Arbeitskleidung besorgen und benötigt Fahrkosten für den ersten Monat (wird nun wohl erst mal ihr Konto überziehen müssen).

Trotzdem ist eine Förderung aus dem Vermittlungsbudget kein Rechtsanspruch sondern eben eine Kann-Leistung.

Und für Arbeitskleidung ist zuerst einmal der Arbeitgeber zuständig!
Wer schlau ist kann sich dumm stellen. Andersrum geht das nicht.

Offline blaumeise

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Re: Vermittlungsbudget
« Antwort #6 am: 08. April 2021, 20:21:45 »
Zitat von: BigMama am 08. April 2021, 19:09:51
Der Beitrag ist von 2009 und die Rechtslage hat sich zwischenzeitlich geändert. Die BA ist hier zuständig.
Es gibt § 16 Abs. 2 SGB II: http://www.buzer.de/gesetz/2602/a37301.htm

Darin wird auf die Leistungen nach dem Zweiten Abschnitt im Dritten Kapitel des SGB III verwiesen, dazu gehört die Förderung aus dem Vermittlungsbudget:
Zitat
2.
    Leistungen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung nach dem Zweiten Abschnitt,

Offline The Witch

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Re: Vermittlungsbudget
« Antwort #7 am: 09. April 2021, 06:59:11 »
Und es gilt § 5, Abs. 4 SGB II:

Zitat
(4)  Leistungen zur Eingliederung in Arbeit nach dem Ersten Abschnitt des Dritten Kapitels werden nicht an oder für erwerbsfähige Leistungsberechtigte erbracht, die einen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Teilarbeitslosengeld haben.

Offline blaumeise

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Re: Vermittlungsbudget
« Antwort #8 am: 09. April 2021, 10:53:45 »
Die betreffende Person bekommt aber zurzeit kein ALG I, sondern ausschließlich ALG II. Nur weil sie Anspruch auf Arbeitslosengeld haben könnte, kann das JC ihr die Leistungen aus dem Vermittlungsbudget nicht von vornherein verwehren.

Offline Fettnäpfchen

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Re: Vermittlungsbudget
« Antwort #9 am: 09. April 2021, 17:01:45 »
DesertSnow

Zitat von: DesertSnow am 08. April 2021, 17:54:35
telefonisch hatte er ihr schon beim Vorstellungsgespräch Fahrkosten zugesichert, sich dann aber nicht erinnern können und sie hatte nichts schriftliches zur Hand,
Diese Fahrtkosten einfach nochmal schriftlich beantragen wenn es sein muss, oder nicht mehr anders geht weil abgelehnt und die Widerspruchsfrist vorbei ist, über einen Überprüfungsantrag. Wenn es mehrere Fahrten waren dann gebündelt beantragen.

MfG FN
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Offline bebe82

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Re: Vermittlungsbudget
« Antwort #10 am: 10. April 2021, 03:59:37 »
Oder, ganz absurd, kurz mit dem Typen telefonieren und ihn um Zusendung der Anträge bitten...

Und wenn nix kommt, formlos (vor Arbeitsbeginn) den An5rag stellen...