Psychische Erkrankungen erschweren Arbeitsuche

Begonnen von 2_Gerhaard, 25. Januar 2026, 12:29:30

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2_Gerhaard

Bürgergeld-Beziehenden droht ,,Teufelskreis": Psychische Erkrankungen erschweren Arbeitsuche
Viele Erwerbslose haben mit psychischen Erkrankunegn zu kämpfen. Das erschwert den Ausweg aus dem Bürgergeld. Was ist nötig, um den ,,Teufelskreis" zu brechen?

Berlin – Besonders für Bürgergeld-Beziehende ist der Arbeitsmarkt zurzeit eine Herausforderung. Dabei ist schon allein der Zustand der Erwerbslosigkeit eine Belastung für die Betroffenen. Dieser bedingt laut Fachleuten psychische Erkrankungen. Diese wiederum erschweren die Suche nach einer Stelle – und können selbst zu Arbeitslosigkeit führen. Die beiden Faktoren können jeweils einen ,,Teufelskreis" oder eine ,,nur schwer zu durchbrechende Abwärtsspirale in Gang" setzen, erklären Forschende des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Arbeitssuche wird umso schwerer.
Die Forschenden haben in einer aktuellen Studie über vier Millionen Datensätze des Ärztlichen Dienstes der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet. Die Analyse gebe Aufschluss über die Häufigkeit unterschiedlicher Krankheitsbilder bei den durch den Ärztlichen Dienst untersuchten Leistungsbeziehenden. Das sind zum einen Menschen im Bürgergeld, aber auch im Bezug des Arbeitslosengeldes. Dabei verweisen die IAB-Fachleute darauf, dass die Auswertung nicht repräsentativ für alle Arbeitslosen sei.
Hälfte der untersuchten Erwerbslosen hat psychische Erkrankungen – Bürgergeld-Ausweg wird schwer
Aufällig dabei ist jedoch: Mit 52,1 Prozent litten über die Hälfte der untersuchten Erwerbslosen an mindestens einer psychischen Störung. Etwas weniger als ein Drittel hatte eine Erkrankung des Bewegungsapparates. 41,7 Prozent der über vier Millionen Untersuchten der Jahre 2016 bis 2021 sei mit einer Erst- oder Zweitdiagnose nicht leistungsfähig eingestuft worden. Dazu stimme mehr als die Hälfte der Jobcenter-Beschäftigten der Aussage ,,voll und ganz" oder ,,eher" zu, dass ,,viele der von mir betreuten Bürgergeld-Berechtigten eigentlich nicht erwerbsfähig sind", zitierte Table.Media aus einer unveröffentlichten IAB-Umfrage.
Jobcenter-Beschäftigte bekommen Schulungen zur Beratung
Entscheidend ist dabei, die Krankheit so früh wie möglich zu erkennen. Nur medizinische Fachkräfte können die Diagnostik übernehmen; die Jobcenter sind dabei außen vor. ,,Unser Personal erhält regelmäßig Schulungsangebote zur Beratung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Bei diesen klärt beispielsweise der Berufspsychologische Service (BPS) der Bundesagentur für Arbeit oder auch externe Fachstellen die Mitarbeitenden über verschiedene Krankheitsbilder auf", erklärten jedoch die Berliner Jobcenter auf Anfrage von Ippen.Media.
In der Praxis zeigten sich diese etwa dadurch, dass etwa Absprachen nicht eingehalten werden oder Betroffene Vereinbarungen nicht verstehen und einhalten können. Dann könnten die BPS-Fachkräfte zu Gespräche hinzugezogen werden. Diese geben dann Empfehlungen für das weitere Vorgehen ab.

Jobcenter haben bei Vermittlung von Bürgergeld-Beziehenden mehrere Optionen
Die Jobcenter können dabei unterschiedlich handeln. Laut den Berliner Jobcentern könnten Arbeitsgelegenheiten auch Menschen mit psychischen Erkrankungen adressieren. Diese enthielten eine gesonderte Betreuung und zielten darauf ab, ,,Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu stabilsiieren und an den Arbeitsmarkt heranzuführen".
Dazu könnten Leistungsberechtigte mit psychischen Erkrankungen aus der regulären Arbeitsvermittlung in das Fallmanagement wechseln. ,,Dort ist eine intensivere Begleitung möglich, weil die Fachkräfte im Fallmanagement weniger Personen betreuen." Die Beschäftigten könnten zudem spezifische Kontakte nutzen und etwa Beratungsstellen einschalten. Dort bieten beispielsweise selbst Psychiatrieerfahrene andere Betroffene beraten und Selbsthilfegruppen an. Dazu könnten Jobcenter Gutscheine für bestimmte Coachings ausstellen.
https://www.fr.de/wirtschaft/arbeitsuche-buergergeld-beziehenden-droht-teufelskreis-psychische-erkrankungen-erschweren-zr-94137553.html
das sieht nach Zwang aus




Dwight Manfredi

Der artikel beschreibt keinen offenen Zwang. Das ist ein struktureller zwang kein direkter. Er zeigt aber sehr deutlich ein system das menschen mit psychischen erkrankungen unter druck setzt weil es sie wie erwerbsfähige behandelt selbst wenn sie es nicht sind.

2_Gerhaard

ich meinte die neue Grundsicherung macht Druck und Zwang auf die Betroffenen.
richtig?
weißt jemand mehr und besseres?

Vollloser

Tja diese Jobcenter haben als einzigste Behandlungsoption halt nur "Jobs". Bei denen gibt´s nur Arbeitstherapie.
Es gilt hier aber zu bedenken - im Fach der Psychotherapie steht der Wille eines Klienten immer an erster Stelle !
Und Vertrauen des Klienten in den/die Therapeuten ist immer Grundlage !
Sei wirklich Kunde - und keine Ware !

2_Gerhaard

Zitat von: Vollloser am 25. Januar 2026, 14:26:35Es gilt hier aber zu bedenken - im Fach der Psychotherapie steht der Wille eines Klienten immer an erster Stelle !
Und Vertrauen des Klienten in den/die Therapeuten ist immer Grundlage !
was soll das heißen zu diesem bezug?

Vollloser

Wie - was soll das heißen zu diesem Bezug ?
Ich habe einfach nur geschrieben, was ich zu dem Thema Therapie mit psychisch Kranken weis, da die Jobcenter offenbar psychisch Kranke irgendwie an den Arbeitsmarkt heran therapieren wollen ("stabilisieren", oder so  :mocking: ) !
Sei wirklich Kunde - und keine Ware !

selbiger

ja..schauen was da noch bestmöglich rauszuholen ist..und wenn wirklich nichts mehr geht..was denn auch meist die folge von diesem herausholen ist..bekommen diese evtl. eu-rente.dann haben diese die aber auch nötig..
Sich zu Tode arbeiten,ist die einzige gesellschaftliche anerkannte Form des Selbstmordes.

Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge,die sie schon hundertmal gehört haben,als eine Wahrheit,die ihnen völlig neu ist.