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Autor Thema: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn  (Gelesen 1974 mal)

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Offline Hexe

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #45 am: 02. Mai 2021, 20:58:56 »
Zitat von: Nirvana am 02. Mai 2021, 19:08:28
Warum sollten sie?

Doch in die eigene Tasche stecken ?
LG Hexe
Ich erteile keine Rechtsberatung sondern gebe nur meine eigene Erfahrung weiter

Offline Nirvana

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #46 am: 02. Mai 2021, 21:05:54 »
Zitat von: Nirvana am 02. Mai 2021, 19:08:28
Warum sollten sie?

Doch in die eigene Tasche stecken ?
Dafür müsste die Vergütung unter Einschluss dieser nicht ausgezahlten Beträge kalkuliert worden sein. Ist sie das?

Online Behindert

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #47 am: 03. Mai 2021, 16:30:34 »
Das große Problem ist die Zeitarbeit und nicht die mangelnde Qualifikation der Jobsuchenden.

Wenn ich in die Jobbörse schaue und als gelernter Kaufmann eine Arbeitsstelle suche, dann wird mir zu 75% Leiharbeit angezeigt. Die zahlen bei einem durchschnittlichen Kaufmannsjob mit Tarifgruppe EG 3 bei einer 35 Std.-Woche 1.883,70 € Brutto im Monat.

Geh ich jetzt her und und klicke an, dass ich keine Zeitarbeit will, dann bleibt so gut wie kein Job mehr übrig, denn alles passt auch nicht zu jedem Bewerber. Ich muss z.B. grundsätzlich die Zeitarbeitsangebote ignorieren, denn die stellen keine Schwerbehinderten ein.

Aber einfach nur mal so gesehen, ist man ruckzuck unter der Niedriglohngrenze von 2.267 €, wenn 3/4 vom Arbeitsmarkt durch Zeitarbeit bestimmt wird. Es ist ja zwischenzeitlich so, dass immer mehr große Konzerne eigene Zeitarbeitsfirmen gründen, um die guten Tariflöhne umgehen zu können.

Früher hat der Spruch noch gestimmt: Hättest was Vernünftiges gelernt....  Aber davon sind wir schon längst weit weg.

Offline NevAda

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #48 am: 03. Mai 2021, 16:32:29 »
Zitat von: Behindert am 03. Mai 2021, 16:30:34
3/4 vom Arbeitsmarkt durch Zeitarbeit bestimmt
Wow. Woher hast Du das denn? Belege?
Oder schätzt Du das durch Deinen Eindruck bei der Sichtung der Jobbörse der AfA?
Wir sind hier nicht bei Wünschdirwas sondern bei ISSO.

Online Behindert

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #49 am: 03. Mai 2021, 16:47:43 »
Sowohl durch die Jobbörse, als auch Erfahrungswert aus anderen Medien, wie z.B. Tageszeitung

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #50 am: 03. Mai 2021, 16:48:30 »
eine vorsichtige Frage: was ist Niedriglohn? Meint Ihr damit den Mindestlohn?

Online Behindert

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #51 am: 03. Mai 2021, 16:54:24 »
eine vorsichtige Frage: was ist Niedriglohn? Meint Ihr damit den Mindestlohn?

Das ist das Ergebnis der Statistik.

Wenn du weniger wie 2/3 vom durchschnittlichen Bruttolohn in Deutschland bekommst, dann gilt das als Niedriglohn. Momentan liegt die Grenze bei 2.267 €

Offline Sheherazade

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #52 am: 03. Mai 2021, 17:04:59 »
Für Niedriglohn gibt es mehrere Definitionen.

Zitat
Allgemeine Begriffsdefinition

Der Begriff Niedriglohn setzt sich zusammen aus zwei Bestandteilen, „niedrig“ und „Lohn“. Letzteres bezeichnet den effektiv gezahlten Bruttolohn oder -gehalt aus unselbstständiger Arbeit einschließlich Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Zuschläge sowie Prämien und Naturalleistungen.[2]

„Niedrig“ ist ein Bruttolohn, wenn er selbst aus Vollzeitbeschäftigung nicht ausreicht, um die Existenz des Arbeitnehmers zu sichern. Der Niedriglohn liegt somit am Rande der Armutsgrenze, welche als absolute Grenze in Deutschland zum Beispiel das Sozialhilfeniveau (siehe Arbeitslosengeld II) darstellt.

In Relation zu einem nationalen Einkommen wird der Niedriglohn deutlich unter einem ortsüblichen Arbeitsentgelt datiert, der für eine vergleichbare Tätigkeit bei gleichem Dienstalter vergütet wird. In Staaten, in denen ein Tariflohn eingeführt ist, ist von einem Niedriglohn die Rede, wenn dem Arbeitnehmer eine Vergütung gezahlt wird, die unter dem Branchen-Tariflohn liegt. Liegt ein solch vergleichbarer Tariflohn nicht vor, wird die Niedriglohngrenze bei zwei Drittel eines ortsüblichen Lohns angesetzt.

Oder man nimmt die Erklärung, bei der sich auch ein üblicher Bruttolohn noch als Niedriglohn bezeichnen lässt.

Zitat
OECD-Definition
In Anlehnung an die Definition der OECD wird Niedriglohn als ein Bruttolohn bezeichnet, der unterhalb von zwei Dritteln des nationalen Medianbruttolohns aller Vollzeitbeschäftigten liegt. Bei dem Medianlohn handelt es sich um den Median der Zahlenreihe, bestehend aus den effektiv gezahlten Bruttolöhnen aller Vollerwerbstätigen des Landes.[3] Das heißt, eine Hälfte aller Beschäftigten verdient mehr als den Medianlohn, die andere dementsprechend weniger als den Medianlohn.

Quelle

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Offline Delfinanne

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #53 am: 03. Mai 2021, 17:17:51 »
Bei nur 90€ Anspruch würde man dich vermutlich ohnehin auf Wohngeld verweisen.

Da muss ich aber 6 Gehatsabrechnungen nachweise und die habe ich noch nicht
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Offline Sheherazade

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #54 am: 03. Mai 2021, 17:22:55 »
Du wartest mit dem Antrag auf Wohngeld bis du 6 Abrechnungen zusammen hast?  :schock: Die Wohngeldstelle rechnet auch den Lohn hoch, wenn man den Job neu hat. Unter Umständen wird der Bewilligungszeitraum verkürzt, aber das ist ja nicht das Problem.

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Offline selbiger

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #55 am: 04. Mai 2021, 12:03:09 »
Das große Problem ist die Zeitarbeit und nicht die mangelnde Qualifikation der Jobsuchenden.

Wenn ich in die Jobbörse schaue und als gelernter Kaufmann eine Arbeitsstelle suche, dann wird mir zu 75% Leiharbeit angezeigt. Die zahlen bei einem durchschnittlichen Kaufmannsjob mit Tarifgruppe EG 3 bei einer 35 Std.-Woche 1.883,70 € Brutto im Monat.

Geh ich jetzt her und und klicke an, dass ich keine Zeitarbeit will, dann bleibt so gut wie kein Job mehr übrig, denn alles passt auch nicht zu jedem Bewerber. Ich muss z.B. grundsätzlich die Zeitarbeitsangebote ignorieren, denn die stellen keine Schwerbehinderten ein.

Aber einfach nur mal so gesehen, ist man ruckzuck unter der Niedriglohngrenze von 2.267 €, wenn 3/4 vom Arbeitsmarkt durch Zeitarbeit bestimmt wird. Es ist ja zwischenzeitlich so, dass immer mehr große Konzerne eigene Zeitarbeitsfirmen gründen, um die guten Tariflöhne umgehen zu können.

Früher hat der Spruch noch gestimmt: Hättest was Vernünftiges gelernt....  Aber davon sind wir schon längst weit weg.


nennt man auch modernen arbeitskräfte handel..man wird wie nen gegenstand verliehen..und wenn du ausgelutscht bist..kanste wieder gehen..(sklavenhandel)und die die diese agenturen betreiben sind halt die händler und verdienen sich doof und dämlich daran..

meine meinung ist ebend..der der am tag zb..ein zimmer tapeziert..und dafür sagen wir seine 12 euro bekommt die stunde..denn sollte der aus der bibliotek..(leihbude)der genau das gleiche macht ebendso seine 12 euro bekommen..gleiches gild auch für ungelernte..wenn dieser die exakt gleiche arbeit macht..

naja..nen bekannter von mir hatt sich schon mehrfach auf mehrere anzeigen beworben wo dringend arbeitskräfte gesucht werden,dann wurde er katalogisiert..und seit dem hört er nicht mehr von all diesen..soviel in sachen..suchen dringend..ja entweder nachschub aufmunitionieren oder daten sammewuht..anderes kann ich mir nicht vorstellen..

Offline Nirvana

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #56 am: 04. Mai 2021, 12:18:13 »
nennt man auch modernen arbeitskräfte handel..man wird wie nen gegenstand verliehen..
... worin man eingewilligt hat...

Offline Oppositiona

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #57 am: 04. Mai 2021, 14:10:43 »
nennt man auch modernen arbeitskräfte handel..man wird wie nen gegenstand verliehen..
... worin man eingewilligt hat...

Zeitarbeit = forcierter Niedriglohnsektor = trotz Vollzeitarbeit und guter Qualifikation = Armut

Dies wurde politisch möglich gemacht, indem Arbeitnehmer z. B. durch die Einführung von Hartz IV und entsprechender Erpressungsgesetze zu so etwas gezwungen werden!

Wehren sich Arbeitnehmer berechtigt gegen solche asozialen Schweinereien, sind sie dann wieder in den Augen der Selbstgefälligen dieser Gesellschaft „zu faul“ = Also wie hätten wir es denn gerne? An den eigenen Widersprüchen der Selbstgefälligen in heutiger Gesellschaft erkennt man deren Show und Verlogenheit!

Offline Nirvana

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Re: Jeder Fünfte arbeitet in Vollzeit für Niedriglohn
« Antwort #58 am: 04. Mai 2021, 14:31:25 »
nennt man auch modernen arbeitskräfte handel..man wird wie nen gegenstand verliehen..
... worin man eingewilligt hat...

Zeitarbeit = forcierter Niedriglohnsektor = trotz Vollzeitarbeit und guter Qualifikation = Armut
Dagegen gibt es ein einfaches Mittel: Einfach nicht in der Zeitarbeit anfangen.

Und ich wiederhole mein unpopuläres Mantra: Es gibt keine nennenswerte Armut in Deutschland.