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Autor Thema: Zwangsumstellung der Zahlungsmethode bei ebay für private Verkäufer  (Gelesen 455 mal)

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Offline Ottokar

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Da viele eBay nutzen, um privat Gebrauchtes zu verkaufen, ist das Folgende sicher von allgemeinem Interesse.

Schon seit 2019 kursieren immer wieder Meldungen dazu, dass eBay die Zahlungsabwicklung selbst übernehmen will.
Nun habe ich von einigen Stellen die Information bekommen, dass eBay offenbar zum 28.05.2021 die Zwangsumstellung der Zahlungsabwicklung von privaten Verkäufern umsetzt.
Ebay fordert derzeit per Email private Verkäufer auf, dieser Umstellung der Zahlungsabwicklung zuzustimmen, andernfalls könnten diese nach dem 28.05.2021 auf eBay nicht mehr verkaufen (siehe Anhang).

Mit der Umstellung der Zahlungsabwicklung auf eBay gehen erhebliche Änderungen der Vertragsbedingungen und Kosten einher, u.a. steigt die Verkaufsprovision auf 11%. Bei Fremdwährungszahlungen werden zusätzlich 3% vom Betrag als Gebühr fällig und Käufer können nicht mehr von günstigeren Umrechnungskursen des eigenen Kreditkartenanbieters profitieren. Bei Käuferschutzfällen kassiert eBay vom Verkäufer nun eine Gebühr i.H.v. 19,04 Euro, wenn der Fall zugunsten des Käufers entschieden wurde. Bisher gab es dort keine Gebühren.
Die neuen Kosten kann man hier einsehen: https://www.ebay.de/help/selling/fees-credits-invoices/gebhren-fr-private-verkufer?id=4822

Vertraglich verlangt eBay vom Kunden nun vollen Zugriff auf dessen Verkaufserlöse sowie Bankkonto und/oder Kreditkarte(n), um eigene Forderungen, Rückerstattungen und Rückzahlungen bei Käuferschutzfällen aufrechnen und einziehen zu können (siehe hier).
Damit ist man als Verkäufer eBay nun vollkommen ausgeliefert.
Sollte mal aus technischen Gründen die Angabe im Kundenkonto unzutreffend sein, dass der Käufer den fälligen Betrag bezahlt hat, und man versendet daraufhin die Ware, hat man keinerlei Ansprüche gegenüber eBay und muss auf dem Zivilrechtsweg gegen den Käufer vorgehen.
Zahlt der Käufer nicht, sorgt eBay nicht etwa dafür, dass er es tut. Nein, eBay kassiert trotzdem beim Verkäufer ab und dieser muss sich selbst darum kümmern, indem er einen unbezahlten Artikel meldet.
Noch schlimmer ist es, wenn man als Verkäufer das Opfer eines Käuferschutzbetruges wird, da eBay hier nun Richter und Vollstrecker in einer Person ist und man als Verkäufer gezwungen ist, dem zuzustimmen.
Wer es noch nicht weiß: Käuferschutzbetrug bezeichnet den Missbrauch des Käuferschutzes und erfreut sich auf eBay großer Beliebtheit.
Dabei werden vom Käufer gekaufte Artikel gegen Defekte ausgetauscht, diese bei Nichtgefallen vorsätzlich beschädigt, oder bei fehlerhaftem Umgang grob fahrlässig zerstört. Dann wird vom Käufer auf eBay ein Käuferschutzfall eröffnet und behauptet, der Artikel sei bereits defekt von Verkäufer versendet worden, oder es liege ein Transportschaden vor.
I.d.R. ist es dem Verkäufer unmöglich, das Gegenteil zu belegen, und er hat keine Chance, sich erfolgreich zur Wehr zu setzen.
Denn während vor Gericht der Grundsatz in dubio pro reo gilt und private Verkäufer einen wirksamen Haftungsausschluss vereinbaren können, entscheidet eBay i.d.R. im Zweifel für den Käufer und ignoriert dabei einen bestehenden Haftungsausschluss.
Und da die Zahlungsabicklung nun u.a. zwischen eBay und PayPal stattfindet, hat man als Verkäufer auch nicht mehr die Möglichkeit, den Verkäuferschutz von PayPal in Anspruch zu nehmen, wenn man Opfer eines Käuferschutzbetruges wurde.

Zusammenfassend kann sagen, dass eBay die volle Kontrolle übernimmt, sich selbst dabei einen kräftigen Kostenzuschlag gönnt, gleichzeitig die eigene Haftung erheblich reduziert - und das alles ohne einen erkennbaren Mehrwert für den Verkäufer, sondern vielmehr unter deutlichen Verschlechterungen.
« Letzte Änderung: 04. Mai 2021, 14:15:39 von Ottokar »
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Offline Sheherazade

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Allgemein ist Ebay für Verkäufer schon lange nicht mehr wirklich interessant, aber jetzt greifen die mal richtig rein.  :nea:

Mal gut, dass ich da schon einige Jahre nichts mehr verkaufe, der Kleinanzeigenmarkt läuft da um einiges unproblematischer.
Prävention ist keine Hysterie, Ignoranz kein Mut.

Was nutzt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt?

Offline Ottokar

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eBay verdient Unsummen an den gewerblichen Powersellern und hat einen erheblichen Verwaltungsaufwand bei den privaten Verkäufern, da will man nun ebenfalls besser profitieren und geht diesen nun an den Geldbeutel. Aber es gibt ja Alternativen.
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Offline selbiger

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Na denn hoffen wir doch mal das genügend leute klagen werden..und ebay aufm boden der realität gebracht zu werden..auf jedenfall muss da was passieren..

Offline a_good_heart

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Aber es gibt ja Alternativen.

Na ja, nicht wirklich ... :sad:
Vor über 20 Jahren hab ich mit 'Ricardo.de' angefangen. Die wurden dann von eBay ziemlich schnell verdrängt.
Dann hatte ich mich bei 'hood.de' angemeldet - absolut toter Markt ...

Seit Januar verkaufe ich nichts mehr bei eBay, weil die die Verkaufsgebühren von England aus einziehen und seither von der Sparkasse dafür 8,50 € Gebühren berechnet werden. Seit dem nutze ich eBay nur noch zum kaufen  :smile:
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont... (Konrad Adenauer)

Offline h4oderrente

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Die ersten Privaten wurden schon Anfang März gebeten umzustellen soweit ich das mitbekommen habe,
bei den Gewerblichen gab es die Zwangsumstellung Mitte des letzten Jahres, dort gibt es das Geld des Kunden
erst wenn die Ware versendet wurde, vorher bleibt das Geld bei Ebay und die anfallenden Gebühren werden gleich
einbehalten.

Was hier noch nicht erwähnt wurde ist das Ebay die 11% auch vom Porto nimmt!

Das ganze führt dazu das wenn man z.B. eine Vase verkauft die nur 1 Euro einbringt und man aber 10 Euro Porto benötigt um
sie sicher zu versenden, nach der neue Rechnung Ebay 1,21 erhält. Kostet der Versand dann 10 Euro Porto, macht man als
Verkäufer sogar minus.