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Autor Thema: Umzug, KdU und Behinderung  (Gelesen 662 mal)

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Offline AnnaSusanna

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Umzug, KdU und Behinderung
« am: 06. Juni 2021, 16:09:46 »
Hallo,

ich möchte gern umziehen. Wegen der Wohnzustände hab ich schon Albträume. Seit 3 Jahren gibt es im Haus Kakerlaken, die der Vermieter nicht in den Griff bekommt. Vermieter, Hausmeister, Handwerker und weitere Firmen können per Generalschlüssel ein- und ausgehen. Ich hab das Schloss getauscht und seitdem nur noch Stress, soll einen Zweitschlüssel herausgeben, usw.

Jetzt hat das JC für die nächsten 2 Jahre die angemessene KdU um 40 Euro gesenkt, obwohl die Mieten hier explodieren. Selbst die Sozialwohnungen sind teurer. Wohnungen im Rahmen der KdU sind nur 20-26qm groß, in sozialen Brennpunkten am Stadtrand und meist ohne Fahrstuhl. Ich hab kein Auto und kann nur sehr schwer laufen. Alle meine Ärzte, Physiotherapeuten usw. sind jetzt möglichst in der Nähe, weil ich durch meine Schwerbehinderung (körperlich und seelisch) mehrfach pro Woche Behandlungen brauche. Außerdem sind fast alle meine sozialen Kontakte hier, was mir seelisch eine große Hilfe ist.

Hab ich eine Chance auf eine Umzugsgenehmigung? Bin ich trotzdem gezwungen in eine Wohnung zu ziehen, die nur noch halb so groß ist wie meine jetzige und wo das Umfeld meine Gesundheit weiter destabilisiert? Meine Ärzte kann ich dann praktisch nicht mehr erreichen, die sind zu weit weg. Pro Tag wären das mehrere Stunden Fahrzeit. Bei anderen Praxen ist Aufnahmestopp. Beim WBS und in der KdU-Dienstanweisung hab ich gelesen, dass eine (Geh-)Behinderung oder ein Pflegegrad eine größere Wohnung begründen könnte. Die Mehrkosten werden aber nicht vom Amt übernommen. Stimmt das mit der Wohnfläche und wer zahlt die dann? Muss man dann schon im Rollstuhl sitzen?

Danke für Eure Hilfe!

Gast49498

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Re: Umzug, KdU und Behinderung
« Antwort #1 am: 06. Juni 2021, 16:34:26 »
Zitat von: AnnaSusanna am 06. Juni 2021, 16:09:46
Vermieter, Hausmeister, Handwerker und weitere Firmen können per Generalschlüssel ein- und ausgehen

Redest du hier vom Zugang zu deiner Wohnung oder zum Haus (Mehrfamilienhaus)?

Zitat von: AnnaSusanna am 06. Juni 2021, 16:09:46
Ich hab das Schloss getauscht

Redest du hier von deiner Wohnung?

Zitat von: AnnaSusanna am 06. Juni 2021, 16:09:46
die angemessene KdU um 40 Euro gesenkt,

Ist deine jetzige Whg. angemessen? Zahlt das JC die vollständigen KdU+H? Hast du eine Kostensenkungsaufforderung erhalten?

Zitat von: AnnaSusanna am 06. Juni 2021, 16:09:46
Hab ich eine Chance auf eine Umzugsgenehmigung?

Hat das JC denn schon Kenntnis von deinem Umzugswunsch? Hast du die Gründe erläutert? Hat das JC schon reagiert?

• Wie du siehst (liest), Fragen über Fragen!

Bitte nicht verallgemeinern und übertreiben, weil es dann "dramatischer" klingt. Es ist sicher nicht einfach, eine neue Whg. zu finden, aber solche abfälligen Aussagen ....müssen auch nicht sein.

Zitat von: AnnaSusanna am 06. Juni 2021, 16:09:46
Wohnungen im Rahmen der KdU sind nur 20-26qm groß, in sozialen Brennpunkten am Stadtrand


Offline AnnaSusanna

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Re: Umzug, KdU und Behinderung
« Antwort #2 am: 07. Juni 2021, 10:35:10 »
@Ghostwriter sorry für die späte Antwort, es gab einen Todesfall im Umfeld.

Natürlich rede ich in allen Punkten von meiner Wohnung. Bis auf das Ungeziefer, das "begrüßt" einen schon im Hausflur und ist überall. Wer kommt denn bitte auf die Idee, das Schloss vom Hauszugang zu tauschen? Den Haustürschlüssel darf der Hausverwalter ja haben. Aber es gibt Generalschlüssel zu allen Wohnungen. Und die werden regelmäßig und auch ohne Information der Mieter genutzt. Deswegen hab ich das Wohnungsschloss getauscht. Alle Probleme im Haus und mit der Wohnung sind mit E-Mails, Briefen, Fotos und Polizeiprotokollen nachweisbar. 

Die Stadt hat die allgemeine KdU für das Stadtgebiet um 40 Euro gesenkt. Meine persönliche Gesamtmiete mit HK ist jetzt gerade noch in der Grenze und wird vom JC vollständig übernommen. Ich habe also auch keine Kostensenkungsaufforderung bekommen. Meine jetzige Wohnung ist 42 qm und nur so billig, weil ich schon ewig hier wohne und wegen der Mietmängel.

Wegen einer neuen angemessenen Wohnung war ich bei den Wohnungsvermittlungen des Sozialamtes, der Diakonie und der Caritas. Die haben mir eine Liste mit Sozialwohnungen gegeben, die man mit WBS bekommen kann. Das sind nur ungefähr ein Dutzend Einzelwohnungen und die Wartelisten lang. Alle Wohnungen mit WBS mindestens 100 Euro teurer als der aktuelle KdU-Satz der Stadt. Auf dem freien Wohnungsmarkt (EBay-Kleinanzeigen, Immobilienscout usw.) gibt es fast gar keine Wohnungen, die innerhalb des allgemeinen KdU-Satz liegen. Die sind dann aber alle nur 20-26 qm groß. Größer sind Einraum-Wohnungen hier selten, das ist die Standardgröße in den günstigen Plattenbauten.

Bevor ich das JC über meinen konkreten Wunsch informiere, will ich mich erstmal kundig machen, ob ich überhaupt eine Chance habe.

Was ich vergessen habe: Wir haben keine Waschmaschinenanschlüsse in der Wohnung, nur Münzwäsche im Keller. Die muss ich aus dem Regelsatz zahlen, was schon jetzt nicht einfach ist. Künftig werde ich aber aus Krankheitsgründen täglich waschen müssen, das sind dann über 100 Euro Mehrkosten pro Monat. Das schaffe ich nicht mehr irgendwoanders einzusparen. Auch körperlich ist das zu anstrengend täglich all die Stockwerke überwinden zu müssen. Meine Ärztin will mir auch eine Gehhilfe verschreiben.

Welche Übertreibungen und abfälligen Aussagen soll ich denn getätigt haben?

Gast49498

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Re: Umzug, KdU und Behinderung
« Antwort #3 am: 07. Juni 2021, 11:47:32 »
Zitat von: AnnaSusanna am 07. Juni 2021, 10:35:10
Natürlich rede ich in allen Punkten von meiner Wohnung.

Um nur mal auf diesen Pkt. einzugehen. Wer deine Wohnung ungefugt betritt, begeht Hausfriedensbruch. Hast du das jemals bei der Polizei angezeigt .......

Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, das der Vermieter, der Hausmeister, die Handwerker oder andere Mitarbeiter von Fremdfirmen so "mir nicht, dir nichts" in deine Wohnung reingehen.

Zitat von: AnnaSusanna am 07. Juni 2021, 10:35:10
Alle Probleme im Haus und mit der Wohnung sind mit E-Mails, Briefen, Fotos und Polizeiprotokollen nachweisbar

......und mit welcher Reaktion?

Zitat von: AnnaSusanna am 07. Juni 2021, 10:35:10
Bevor ich das JC über meinen konkreten Wunsch informiere, will ich mich erstmal kundig machen, ob ich überhaupt eine Chance habe.

Ich würde dem JC erst deine Fakten vorlegen und dann schauen, ob die Gründe nicht für eine Umzugsgenehmigung reichen, bzw. umziehen ja oder nein, ist immer deine eigene Entscheidung, das JC kann nur die Gründe und die Angemessenheit bestätigen.

Waschmaschine.

Eine eigene Waschmaschine kann man, sofern Platz vorhanden ist, an jedem Wasser- / Abwasseranschluss in der Wohnung anschließen, es ist nur die Frage, ob es erlaubt oder explizit (lt. Mietvertrag) verboten ist.

Was sagen denn deine Mitmieter im Haus z. Bsp. zur Ungezieferplage oder bist nur du betroffen?

Nur mal so nebenbei bemerkt. Ich bin 2017 umgezogen (Eigenbedarfskündigung). Ich habe tägl. mehrmals auf allen Portalen im Internet gesucht und wtl. alle Hausverwaltungen der Umgebung abtelefoniert. Das rd. 450.te Angebot (nach 5 Monaten Suche) führte erst zu Erfolg.

Offline blaumeise

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Re: Umzug, KdU und Behinderung
« Antwort #4 am: 07. Juni 2021, 13:22:58 »
Zitat von: AnnaSusanna am 06. Juni 2021, 16:09:46
Hab ich eine Chance auf eine Umzugsgenehmigung?

Mit einem ärztlichen Attest (Gehbehindert, kein Fahrstuhl, keine Waschmaschine, Schlepperei usw.) sollte das machbar sein. Eine zusätzliche Bescheinigung vom Vermieter, dass die Ungezieferplage nicht in den Griff zu bekommen ist, wäre ebenfalls nützlich, aber m. E. nicht notwendig.

Zitat von: AnnaSusanna am 06. Juni 2021, 16:09:46
Bin ich trotzdem gezwungen in eine Wohnung zu ziehen, die nur noch halb so groß ist wie meine jetzige und wo das Umfeld meine Gesundheit weiter destabilisiert? Meine Ärzte kann ich dann praktisch nicht mehr erreichen, die sind zu weit weg. Pro Tag wären das mehrere Stunden Fahrzeit. Bei anderen Praxen ist Aufnahmestopp.
Das solltest du in dem Antrag auf eine Zustimmung zum Umzug darlegen und im besten Fall ebenfalls von einem Arzt bestätigen lassen (also das mit der Destabilisierung usw.).

Mit der Wohnungsgröße ist es so: Grundsätzlich kannst du dir eine Wohnung suchen, so groß, wie du möchtest. Es kommt allein auf die Kosten an. In den Dienstanweisungen bezüglich der KdU, die für deinen Wohnort gelten, kannst du ev. Infos darüber finden, was noch als zumutbar gilt: https://www.harald-thome.de/informationen/bundesweite-dienstanweisungen-kdu.html. Das können leider auch sehr kleine Wohnungen sein.

Zitat von: AnnaSusanna am 06. Juni 2021, 16:09:46
Die Mehrkosten werden aber nicht vom Amt übernommen.
Wie das ist, wenn du z. B. einen Rollator in der Wohnung benötigst, da bin ich überfragt. Das könnte aber ein Grund sein, dass eine 25-qm-Wohnung für dich zu klein wäre und das Amt m. M. n. auch eine größere Wohnung bezahlen müsste. Was macht es sonst für einen Sinn, dass dir eine größere Wohnung zusteht bei einer entsprechenden Behinderung. Ein Pflegegrad wäre dabei sicher von Nutzen. Damit kenne ich mich aber leider nicht aus, hier melden sich hoffentlich noch andere User.

Zitat von: AnnaSusanna am 07. Juni 2021, 10:35:10
Alle Wohnungen mit WBS mindestens 100 Euro teurer als der aktuelle KdU-Satz der Stadt.
Eine Wohnung mit WBS für eine Einzelperson liegt preislich über dem Limit, das noch als angemessen gilt?    :scratch:  Das geht doch eigentlich gar nicht.

Gast49498

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Re: Umzug, KdU und Behinderung
« Antwort #5 am: 07. Juni 2021, 13:27:50 »
Zitat von: blaumeise am 07. Juni 2021, 13:22:58
Eine Wohnung mit WBS für eine Einzelperson liegt preislich über dem Limit, das noch als angemessen gilt? Das geht doch eigentlich gar nicht.

Doch, das geht. Die Angemessenheit einer Wohnung lt. JC ist nicht identisch mit den Mieten für Wohnungen, die noch in der öffentlichen Förderung sind.

Offline blaumeise

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Re: Umzug, KdU und Behinderung
« Antwort #6 am: 07. Juni 2021, 13:36:47 »
Danke, das war mir neu.

Offline Fettnäpfchen

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Re: Umzug, KdU und Behinderung
« Antwort #7 am: 07. Juni 2021, 16:02:17 »
 :scratch:

Wenn die Münzen für das Wäschewaschen schon die finanziellen Möglichkeiten überschreitet dann ist ein Umzug in eine Whg. die nicht innerhalb der Angemessenheitskriterien liegt gelinde gesagt nicht durchdacht. Dazu kommt noch:
Zitat von: AnnaSusanna am 06. Juni 2021, 16:09:46
Ich hab kein Auto und kann nur sehr schwer laufen. Alle meine Ärzte, Physiotherapeuten usw. sind jetzt möglichst in der Nähe, weil ich durch meine Schwerbehinderung (körperlich und seelisch) mehrfach pro Woche Behandlungen brauche. Außerdem sind fast alle meine sozialen Kontakte hier, was mir seelisch eine große Hilfe ist.
Unangemessen heisst> die Mehrkosten der Miete selber tragen, keine BK Nachzahlungen, keine Kaution, keine Umzugskostenübernahme also auch keine Firmenkosten die bei der Beschreibung deiner Gesundheit sicherlich anfallen würden.

Allein wenn ich "Plattenbau" lese sowie eine Senkung der KduH würde es mich nicht wundern dass kein schlüssiges Konzept zu den Angemessenheitskriterien existiert.
Da niemand weiß wo du wohnst kann man das nicht nachschauen, wenn dann musst du das "verraten". Dann könnte man nachschauen und evtl. weiterhelfen.

MfG FN
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Offline blaumeise

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Re: Umzug, KdU und Behinderung
« Antwort #8 am: 07. Juni 2021, 19:14:22 »
@AnnaSusanna: Schau mal hier, weiter unten sind Wohnungsunternehmen mit Hartz 4 Wohnungen aufgelistet für diverse Städte: https://wbs-wohnung.de/hartz-4/wohnung

Offline Charlotta

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Re: Umzug, KdU und Behinderung
« Antwort #9 am: 08. Juni 2021, 13:24:41 »
Hast du bereits einen Pflegegrad und/oder anerkannte Schwerbehinderung?