Deutsche Rente nur bei 53 Prozent: In Italien und Frankreich ist das deutlich an

Begonnen von selbiger, 16. August 2026, 13:10:46

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selbiger

Die Politik diskutiert in Deutschland über steigende Rentenbeiträge, ein höheres Rentenalter und wachsende Bundeszuschüsse. Trotzdem fällt die Absicherung im Alter im internationalen Vergleich vergleichsweise niedrig aus.

https://www.gegen-hartz.de/news/deutsche-rente-nur-bei-53-prozent-in-italien-und-frankreich-ist-das-deutlich-anders

darum ist es ja auch so wichtig den niedriglohn sektor abzustellen..der staat sparrt dadurch richtig geld..und muss weniger rente zahlen..deutschland sollte hinschauen ..und lernen wie es das umland macht..
Sich zu Tode arbeiten,ist die einzige gesellschaftliche anerkannte Form des Selbstmordes.

Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge,die sie schon hundertmal gehört haben,als eine Wahrheit,die ihnen völlig neu ist.

Sheherazade

Zitat von: selbiger am 16. August 2026, 13:10:46darum ist es ja auch so wichtig den niedriglohn sektor abzustellen..

Was sollte man deiner Meinung nach da jetzt abstellen?

Der mittlere Bruttostundenlohn in Deutschland betrug bei der Erhebung 21,48 Euro. Die Hälfte aller Beschäftigten verdient mehr, die andere Hälfte weniger. Da die Definition für Niedriglohn bei exakt zwei Dritteln dieses Mittelwerts liegt, ergibt sich die Grenze von 14,32 Euro. Rund 16 % aller Arbeitsverhältnisse in Deutschland fallen unter diese Schwelle. Das entspricht etwa 6,3 Millionen Jobs.

Obwohl der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland im Jahr 2026 auf 13,90 Euro brutto pro Stunde angehoben wurde, liegt er damit immer noch 0,42 Euro unter der statistischen Niedriglohnschwelle. Ergo: Wer in Vollzeit zum reinen gesetzlichen Mindestlohn arbeitet, zählt in Deutschland offiziell zum Niedriglohnsektor. Erst ab dem Januar 2027 ist eine weitere gesetzliche Erhöhung des Mindestlohns auf 14,60 Euro vorgesehen, womit dieser (ohne Einberechnung neuer Lohnsteigerungen beim Medianwert) die aktuelle Schwelle knapp überschreiten würde.
,,So ruft der verzweifelte deutsche Michel: Lasst doch mal die AfD ran und sie die vielen Brände löschen!
Ich bin sicher: Sie würde löschen. Mit Benzin."
Christian Nürnberger

Dwight Manfredi

In Frankreich liegt der Mindestlohn sogar nur bei 12,31 €. Das wären 1.867,02 €. Allerdings wird dort eine 35 Stundenwoche zur Berechnung herangezogen nicht wie in Deutschland die längst überholte 40 Stundenwoche.
Das Netto-Rentenniveau (von der OECD als Nettoersatzrate bezeichnet) liegt in Frankreich bei rund 74,4 % für einen Durchschnittsverdiener. Damit liegt es deutlich über dem Niveau in Deutschland, das aktuell bei rund 53 % liegt.

Der Gesamtbeitrag zur Rentenkasse liegt in Frankreich bei rund 30 % des Bruttolohns in Deutschland sind es 18,6 %. Französische Arbeitgeber tragen mit über 20 % den Löwenanteil dieser Beiträge. Frankreich investiert mit rund 14 % seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) deutlich mehr Steuergeld in das Rentensystem als die meisten anderen europäischen Staaten.

Das gesetzliche Renteneintrittsalter in Frankreich liegt derzeit bei 62 Jahren und 9 Monaten. Wer nachweislich vor dem 20. Lebensjahr ins Berufsleben gestartet ist und mindestens 170 Quartale eingezahlt hat, kann bereits ab 60 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand gehen.

Sheherazade

Zitat von: Dwight Manfredi am 16. August 2026, 14:33:19Allerdings wird dort eine 35 Stundenwoche zur Berechnung herangezogen nicht wie in Deutschland die längst überholte 40 Stundenwoche.

Eine 40-Stunden-Woche ist ein gängiger Standard in Arbeits- und Tarifverträgen. Laut dem Statistischen Bundesamt arbeiten Vollzeitbeschäftigte in Deutschland im Schnitt rund 40,2 Stunden pro Woche, womit die 40-Stunden-Marke für viele Vollzeitjobs den vertraglichen Alltag darstellt. In vielen Branchen (wie der Metall- und Elektroindustrie) liegen die tariflichen Arbeitszeiten mit 35 Stunden oft niedriger, während in anderen Bereichen 38,5 oder 40 Stunden üblich sind.
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Dwight Manfredi

Zitat von: Sheherazade am 16. August 2026, 14:42:38Eine 40-Stunden-Woche ist ein gängiger Standard in Arbeits- und Tarifverträgen.

Das ist zwar noch gängige Praxis aber das ist Verhandlungssache wie du hoffentlich weißt. In Deutschland herrscht bekanntlich Vertragsfreiheit. Ein Vertrag kommt nur dann zustande, wenn 2 Willenserklärungen übereinstimmen. Das ist der absolute Grundkern des deutschen Zivilrechts (§ 145 ff. BGB). Ein Vertrag erfordert immer zwei korrespondierende Willenserklärungen Angebot und Annahme. Ein Arbeitgeber kann niemand nicht zwingen, 40 Stunden zu arbeiten, wenn man nicht möchte.
Du kannst direkt beim Vorstellungsgespräch eine 35-Stunden-Woche als deine Bedingung für die Kündigung oder den Einstieg festlegen. Der Arbeitgeber darf deinen Wunsch auf 35 Stunden nur ablehnen, wenn betriebliche Gründe z. B. wesentliche Beeinträchtigung der Organisation oder Sicherheit dagegensprechen.

Gerade in der heutigen Zeit wird sich kaum jemand finden der noch 40 Stunden arbeiten möchte. Die Prioritäten haben sich massiv in Richtung Work-Life-Balance, mentale Gesundheit und Freizeit verschoben. Statistiken und Umfragen zeigen deutlich, dass die klassische 40-Stunden-Woche für die jüngeren Generationen Gen Z und Millennials stark an Attraktivität verloren hat.

Unternehmen, die standardmäßig 35-Stunden-Wochen oder eine 4-Tage-Woche anbieten, haben bei der Personalentscheidung einen riesigen Wettbewerbsvorteil. Meine Einstellung ist also keineswegs ein Sonderwunsch, sondern spiegelt den modernen Markt wider. Wenn ein Arbeitgeber jemand unbedingt einstellen möchte, wird er im Rahmen der Vertragsfreiheit eher bereit sein, auf meine 35-Stunden-Forderung einzugehen, um einen nicht an die Konkurrenz zu verlieren.

Also solltest du deine eingefahrene Einstellung zu deiner 40 Stundenwoche wohl etwas überdenken.

Sheherazade

Zitat von: Dwight Manfredi am 16. August 2026, 16:13:43Das ist zwar noch gängige Praxis aber das ist Verhandlungssache wie du hoffentlich weißt.

Natürlich kann man die Arbeitszeit verhandeln, entweder möchte man einen Vollzeitjob oder einen Teilzeitjob. In Deutschland gibt es aber keine feste gesetzliche Wochenstundenzahl für Vollzeit. Als Vollzeit gilt die im jeweiligen Betrieb oder durch Tarifverträge übliche Arbeitszeit. Am häufigsten ist die 40-Stunden-Woche, oft wird aber auch mit 35 bis 38,5 Stunden in Vollzeit gearbeitet. Alles andere ist Teilzeitarbeit.

Und scheinbar finden sich recht viele, die 40 Stunden und mehr in der Woche arbeiten wollen und es auch tun, sonst würde nicht alleine schon der Durchschnitt bei 40,2 Stunden in der Woche liegen: Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) liegt die durchschnittliche tarifliche oder vereinbarte Arbeitszeit von Vollzeiterwerbstätigen bei rund 40,2 Stunden pro Woche. Dennoch ist sie kein starres, gesetzliches Muss, da viele Branchen abweichen.

Die 40 Stunden-Woche bei einem Vollzeitjob ist beim Thema Rente im übrigen nur eine Rechengröße, nicht meine Einstellung. Also kein Grund auch bei diesem Thema persönlich zu werden, du weißt gar nichts über meine 45-jährige Berufstätigkeit und die jeweiligen Arbeitszeiten.
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Dwight Manfredi

Es liegt mir fern persönlich zu werden, noch interessiert mich dein Berufsleben. Ich kann nur über die übliche Praxis sprechen und natürlich über die rechtlichen Aspekte. Zu meiner Zeit vor 30 Jahren, als ich noch 12 Stunden Schichten beim Rettungsdienst gearbeitet habe war es so, 3 Tage arbeiten, 5 Tage frei. Ergibt eine wöchentliche Arbeitszeit von 36 Stunden und keine 40!!!!. Später wurde das dann zum 4 Schicht-System geändert, auch 36 Stunden. In der Nachtschicht von 0 Uhr bis 6 Uhr früh hattest du praktisch Bereitschaft wenn man kein Einsatz hatte. Dann hast du gepennt, Karten gespielt oder fern gesehen. Das wurde aber vollumfänglich als Arbeitszeit voll vergütet was auch schon damals den gesetzlichen Bestimmungen entsprach.

selbiger

Zitat von: Sheherazade am 16. August 2026, 13:32:49Der mittlere Bruttostundenlohn in Deutschland betrug bei der Erhebung 21,48 Euro.

das ist aber nicht niedriglohn..kleiner verdienst niedrige rente..grosser verdienst hohe rente..der artikel sagt selbst..das wer niedrig verdinet auch die rente entsprechend ausfällt..was sagt mir das..was man nie hätte einführen dürfen..??den niedriglohnsektor..
Sich zu Tode arbeiten,ist die einzige gesellschaftliche anerkannte Form des Selbstmordes.

Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge,die sie schon hundertmal gehört haben,als eine Wahrheit,die ihnen völlig neu ist.

Sheherazade

Zitat von: selbiger am 16. August 2026, 17:57:18das ist aber nicht niedriglohn..
Richtig, man sollte auch schon weiterlesen.
Zitat von: Sheherazade am 16. August 2026, 13:32:49Da die Definition für Niedriglohn bei exakt zwei Dritteln dieses Mittelwerts liegt, ergibt sich die Grenze von 14,32 Euro.

Zitat von: Dwight Manfredi am 16. August 2026, 17:38:52Ich kann nur über die übliche Praxis sprechen
Ja. Aus "deiner Zeit" von vor 30 Jahren. Tatsächlich vermischt du da einiges. Als Vollzeit gilt die im jeweiligen Betrieb oder durch Tarifverträge übliche Arbeitszeit. Wenn das bei deinem Rettungsdienst 36 Stunden waren, ist es ja gut. Pflegepersonal, Montagearbeiter, Mitarbeiter in der Industrie - je nach Arbeitgeber und oder Tarif bedeutet Vollzeit nunmal jeweils etwas anders, mal 36 Stunden, mal 38 Stunden, aber auch 40 Stunden in der Woche.

Zitat von: Dwight Manfredi am 16. August 2026, 16:13:43Gerade in der heutigen Zeit wird sich kaum jemand finden der noch 40 Stunden arbeiten möchte.

Das sind noch so einige, gerade in der jüngeren Generation bis ca. 30 Jahre ohne Kind und Kegel, denn diese Work-Life-Balance muss man sich (je nach Hobbys bzw. Freizeitaktivitäten) auch leisten können. Zudem sind diese jungen Leute auch noch sehr an Karriere z. B. in Form von Aufstiegsfortbildungen interessiert, damit sie nicht 40 Jahre lang auf der gleichen Position versauern müssen.

Aber was weiß ich schon ................
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Christian Nürnberger