Rente nach 45 Jahren Einzahlung nur noch mit Gesundheitsprüfung

Begonnen von selbiger, Heute um 11:19:29

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Else Kling und 1 Gast betrachten dieses Thema.

selbiger

Wer jahrzehntelang auf dem Bau, in der Pflege oder am Fließband gearbeitet hat, kennt das Problem: Der Körper macht nicht mehr mit, aber bis zur Rente fehlen noch zwei, drei Jahre. Die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren war für viele dieser Menschen der einzige Ausweg ohne dauerhafte Rentenkürzung.

https://www.gegen-hartz.de/news/rente-nach-45-jahren-einzahlung-nur-noch-mit-gesundheitspruefung

 :wand:  :wand:
Sich zu Tode arbeiten,ist die einzige gesellschaftliche anerkannte Form des Selbstmordes.

Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge,die sie schon hundertmal gehört haben,als eine Wahrheit,die ihnen völlig neu ist.

Sheherazade

Zitat von: selbiger am Heute um 11:19:29Die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren war für viele dieser Menschen der einzige Ausweg ohne dauerhafte Rentenkürzung.

Ich denke, dass die meisten dieser "vielen" Menschen den Weg über die Erwerbsminderungsrente wählen.
"In Krisenzeiten suchen  die Intelligenten nach Lösungen, während die Schwachköpfe nach Schuldigen suchen." Totó 1898-1967
"Wir leben in einer Zeit, in der sich Dummheit nicht mehr versteckt, sondern gewählt, bezahlt, beklatscht und als Erfolg verkauft wird."
"Höher, schneller, weiter!" ist nicht das Problem. Das Problem ist: "Ich zuerst!", "Alles meins!" und "Mir doch egal!"

selbiger

naja..um eu rente zu bekommen..muss man emense hürden schaffen..beantragung,sämtliche gutachten,denn mal schauen wo könnte man den/die noch anbieten..bzw ginge noch was.denn bewilligt evtl erstmal für 2 jahre..dann geht die prozedur wieder von vorne los..wieder 2 jahre..dann wenn man dadurch richtig mit durch ist..ist man im regulärem renten alter und bekommt altersrente..der schnellste weg gesehen..und denn sind da die jahre mit den wiedersprüchen und klagen noch nicht eingepreist..die äusserst umstrittene verzögerungstaktik muss man mit einbeziehen..alles im allen..es wird also spannend was man so mit den bürgern veranstaltet..
Sich zu Tode arbeiten,ist die einzige gesellschaftliche anerkannte Form des Selbstmordes.

Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge,die sie schon hundertmal gehört haben,als eine Wahrheit,die ihnen völlig neu ist.

GrumpyCat7

Zitat von: Sheherazade am Heute um 12:23:14Ich denke, dass die meisten dieser "vielen" Menschen den Weg über die Erwerbsminderungsrente wählen.


..da wird auch die Messlatte deutlich höher gelegt. Es wird überall Einschnitte geben.

Dwight Manfredi

Zitat von: selbiger am Heute um 11:19:29Wer jahrzehntelang auf dem Bau, in der Pflege oder am Fließband gearbeitet hat, kennt das Problem: Der Körper macht nicht mehr mit, aber bis zur Rente fehlen noch zwei, drei Jahre.

Nun man könnte doch den Vorschlag von 2010 wieder aufgreifen. Im April 2010 schlug die damalige Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) im Zuge der Debatte um die Rente mit 67 vor, dass ältere Arbeitnehmer aus körperlich anstrengenden Berufen im Laufe ihres Lebens schrittweise in leichtere Tätigkeiten wie die Büro- oder Schreibtischarbeit wechseln sollten.

Die Idee: Wenn ein Dachdecker, Maurer oder Betongießer gesundheitlich nicht mehr in der Lage ist, auf der Baustelle zu knochen, sollte er in die Verwaltung, den Kundenservice oder in die interne Büroorganisation wechseln.

Das Ziel: Damit sollte begründet werden, warum die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre auch für Handwerker zumutbar sei.

Innerbetriebliche Umsetzung: Größere Bauunternehmen versuchen durchaus, erfahrene Mitarbeiter mit körperlichen Einschränkungen als Bauleiter, Kalkulatoren oder in der Materialbeschaffung einzusetzen.

Rechtlicher Anspruch: Erkrankte Arbeitnehmer haben unter bestimmten Bedingungen ein Anrecht auf einen leidensgerechten Arbeitsplatz, wenn der Betrieb passende alternative Stellen frei hat.

Staatliche Umschulung: Wer seinen Beruf auf dem Bau nachweislich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, erhält oft über die Rentenversicherung oder die Agentur für Arbeit eine Umschulung aus gesundheitlichen Gründen (z. B. zum Kaufmann für Büromanagement) gefördert.

Somit besteht absolut kein Grund den Weg über die Erwerbsminderungsrente zu wählen.



GrumpyCat7

Ich denke vor allem wegen Psychische Krankheiten wird es weniger EMR geben. Therapie, Einrichtungen, spezialle  WfbM Werkstätten. Bei körperlichen "Verschleiß" ist hat nicht mehr zu machen.


Zitat von: Dwight Manfredi am Heute um 14:01:42Die Idee: Wenn ein Dachdecker, Maurer oder Betongießer gesundheitlich nicht mehr in der Lage ist, auf der Baustelle zu knochen, sollte er in die Verwaltung, den Kundenservice oder in die interne Büroorganisation wechseln
Na auf der Baustelle "kochen" - wo gibts den so was?
Ja Büroorganisation - aber da fehlt es oft an "Köpfchen" und der wille

Sheherazade

Zitat von: GrumpyCat7 am Heute um 14:10:30Ja Büroorganisation - aber da fehlt es oft an "Köpfchen" und der wille

Du meinst, die meisten Handwerker sind perse zu blöd dafür?

Ich sehe da eher das Problem, dass niemand einem Bauarbeiter mit 62 Jahren, 3 Bandscheiben-OP's in den letzten 20 Jahren mit einem GdB von 70 (inkl. Depressionen) eine Umschulung in einen Bürojob finanzieren wird, erst recht nicht, wenn dieser Bauarbeiter seit 40 Jahren in einem Beschäftigungsverhältnis steht (wo eine Umsetzung ins Büro nicht möglich ist), dem er durch immer wiederkehrende Arbeitsunfähigkeitszeiten selbst im Kundendienst kaum noch gerecht wird. Ja, auch sein Wunsch für eine entsprechende Umschulung und nachfolgende Arbeitssuche wird nicht besonders groß sein - verständlicherweise.
"In Krisenzeiten suchen  die Intelligenten nach Lösungen, während die Schwachköpfe nach Schuldigen suchen." Totó 1898-1967
"Wir leben in einer Zeit, in der sich Dummheit nicht mehr versteckt, sondern gewählt, bezahlt, beklatscht und als Erfolg verkauft wird."
"Höher, schneller, weiter!" ist nicht das Problem. Das Problem ist: "Ich zuerst!", "Alles meins!" und "Mir doch egal!"

GrumpyCat7

Zitat von: Sheherazade am Heute um 14:22:28Du meinst, die meisten Handwerker sind perse zu blöd dafür?

Nein nicht perse..

Ich kenne einige die können kaum eine PC bedienen und Email schreiben. Geschweige mit Office umgehen.
Schon aus Desinteresse und Ablehung.

Sheherazade

Zitat von: GrumpyCat7 am Heute um 14:28:10Ich kenne einige die können kaum eine PC bedienen und Email schreiben. Geschweige mit Office umgehen.

Ja, ich auch, alle in der Altersklasse des oben als Beispiel angeführten 62-Jährigen. Alle jüngeren Handwerker und Bauarbeiter bekommen die notwendigen digitalen Grundkenntnisse seit ca. 15 Jahren schon in der Ausbildung vermittelt.
"In Krisenzeiten suchen  die Intelligenten nach Lösungen, während die Schwachköpfe nach Schuldigen suchen." Totó 1898-1967
"Wir leben in einer Zeit, in der sich Dummheit nicht mehr versteckt, sondern gewählt, bezahlt, beklatscht und als Erfolg verkauft wird."
"Höher, schneller, weiter!" ist nicht das Problem. Das Problem ist: "Ich zuerst!", "Alles meins!" und "Mir doch egal!"

GrumpyCat7

Der klassiker Bau (Mauer, Dachdecker). Es ist kein Geheimniss das die meisten es nicht bis Renteneintritt gesundheitlich schaffen. Also muss man schauen das man sich weiter Qualifiziert und vieleicht mit 45-50 einen "leitenden" Postition auf der Baustelle/Büro etc. hat. Das wirkt sich positiv in Gesundheit und Finanzen aus.

selbiger

Zitat von: Dwight Manfredi am Heute um 14:01:42Erkrankte Arbeitnehmer haben unter bestimmten Bedingungen ein Anrecht auf einen leidensgerechten Arbeitsplatz, wenn der Betrieb passende alternative Stellen frei hat.

genau..mööglicht lange das noch lebende fleisch am malochen halten..vom arbeitsplatz direkt in die urne..das währs doch..gelle..??
wie ist das bei dir..??arbeitst du oder bekommst du rente..??

Zitat von: Dwight Manfredi am Heute um 14:01:42Wenn ein Dachdecker, Maurer oder Betongießer gesundheitlich nicht mehr in der Lage ist, auf der Baustelle zu knochen, sollte er in die Verwaltung, den Kundenservice oder in die interne Büroorganisation wechseln.

blöd nur..wer bildet diese handwerker die ein leben lang aufm bau wahren zu bürohengsten aus..?also ehrlich..ich bin einer vom bau..aber ich würde nen teufel tun büroarbeit zu machen..da würde ich dranne kaput gehen..und da denke ich würden betroffene mir zumindest zustimmen..also ich hätte nen 65 jahren schlachter in den op gesteckt um dort zb..herztranzplantationen zu machen..das handwerkliche bringt dieser ja mit.. :weisnich:

Sich zu Tode arbeiten,ist die einzige gesellschaftliche anerkannte Form des Selbstmordes.

Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge,die sie schon hundertmal gehört haben,als eine Wahrheit,die ihnen völlig neu ist.

GrumpyCat7

Zitat von: selbiger am Heute um 15:09:50blöd nur..wer bildet diese handwerker die ein leben lang aufm bau wahren zu bürohengsten aus..?also ehrlich..ich bin einer vom bau..aber ich würde nen teufel tun büroarbeit zu machen..da würde ich dranne kaput gehen..u


tja - dann musst du tun was du für dich und deine Finanzen das richtige ist.
Aber vom Jammern wirds definitiv nicht besser- ich verspreche dir sogar - schlechter.



Kopfbahnhof

Zitat von: Sheherazade am Heute um 14:22:28auch sein Wunsch für eine entsprechende Umschulung und nachfolgende Arbeitssuche wird nicht besonders groß sein - verständlicherweise

Ist wie bei Katzen: Einen Freigänger in Wohnungshaltung zu zwingen, klappt da auch nicht so gut.

Selbst könnte ich mir nie einen Bürojob vorstellen.
Weil im Berufsleben eben auch immer Freigänger.  :grins:

Dwight Manfredi

Zitat von: selbiger am Heute um 15:09:50genau..mööglicht lange das noch lebende fleisch am malochen halten..vom arbeitsplatz direkt in die urne..das währs doch..gelle..??
wie ist das bei dir..??arbeitst du oder bekommst du rente..??

Hier geht es nicht um mich oder was ich will.
 Der Anspruch auf einen leidensgerechten Arbeitsplatz ist ein zentraler Bestandteil des deutschen Arbeitsrechts, um Arbeitnehmer bei gesundheitlichen Einschränkungen vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes zu schützen.

Der Anspruch leitet sich aus der gesetzlichen Fürsorge- und Rücksichtnahmepflicht des Arbeitgebers ab (§ 241 Abs. 2 BGB). Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG, Urteil vom 19.05.2010 - 5 AZR 162/09) muss der Arbeitgeber prüfen, ob eine Anpassung oder Versetzung möglich ist.

Für schwerbehinderte Menschen ist der Anspruch noch strenger und ausdrücklich in § 164 Abs. 4 SGB IX gesetzlich verankert.

Um solche Arbeitsplätze systematisch zu finden, ist der Arbeitgeber bei längerer Krankheit verpflichtet, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) nach § 167 Abs. 2 SGB IX anzubieten. Kündigt ein Arbeitgeber wegen Krankheit, ohne vorher ein BEM durchgeführt oder nach freien, leidensgerechten Stellen gesucht zu haben, ist die Kündigung vor Gericht fast immer unwirksam.

Kopfbahnhof

Zitat von: Dwight Manfredi am Heute um 16:04:24Der Anspruch auf einen leidensgerechten Arbeitsplatz ist ein zentraler Bestandteil des deutschen Arbeitsrechts

Was bringt das, wenn man gar keinen bekommt?

Zitat von: Dwight Manfredi am Heute um 16:04:24Der Anspruch leitet sich aus der gesetzlichen Fürsorge- und Rücksichtnahmepflicht des Arbeitgebers ab

Genau deswegen stellen viele AG diese Leute lieber gar nicht erst ein.
Da zahlen sie eher die Strafabgabe.